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Plakatmotiv: The Great Wall
Grandioser Quatsch.
Macht irre Spaß!
Titel The Great Wall
(The Great Wall)
Drehbuch Carlo Bernard + Doug Miro + Tony Gilroy + Max Brooks + Edward Zwick + Marshall Herskovitz
Regie Yimou Zhang, China, Hong Kong, Canada, Australia, USA 2016
Darsteller Matt Damon, Tian Jing, Willem Dafoe, Andy Lau, Pedro Pascal, Hanyu Zhang, Han Lu, Kenny Lin, Eddie Peng, Xuan Huang, Ryan Zheng, Karry Wang, Cheney Chen, Pilou Asbæk, Numan Acar u.a.
Genre Abenteuer
Filmlänge 103 Minuten
Deutschlandstart
12. Januar 2017
Website greatwall-film.de
Inhalt
Zur Zeit der Song-Dynastie reist der Europäer William Garin gemeinsam mit seinem Gefährten Pero Tovar und drei weiteren Söldnern ins Kaiserreich China. Die Gruppe ist auf der Suche nach dem zu dieser Zeit in Europa noch unbekannten Schwarzpulver. Während ihrer Reise finden sie einen magnetischen Stein. Die Männer werden später von einem Monster angegriffen, das drei der Söldner tötet. Garin und Tovar können ihm jedoch einen Lauf abtrennen.

Am nächsten Tag kommen die beiden auf der Flucht vor den Kitan an die Chinesische Mauer und werden von den Soldaten des Kaisers gefangengenommen. Es stellt sich heraus, dass dieser Lauf zu einem Taotie gehört. Diese Monster greifen alle sechzig Jahre das chinesische Reich an und können nur durch die große Mauer aufgehalten werden. Bei einem ersten Angriff unterstützen Garin und Tovar die chinesischen Soldaten und verdienen sich dadurch deren Respekt. Die Monster kommen von einem grünen Meteor der in die Gouwu Berge vor 2000 Jahren einschlug. Die Chinesen glauben, dass die Taoties von Gott gesandt wurden, um den Kaiser zu strafen, weil dieser mit seiner Autorität die Menschen im Mittleren Reich unterdrückt.

Kurz darauf lernen beide den Europäer Ballard kennen, der von den Chinesen vor langer Zeit gefangen genommen wurde und Garin und Tovar als Sprachlehrer dient. Er verrät ihnen mehr über das Schwarzpulver und darüber, es zu stehlen.

Tovar und Ballard nutzen einen Angriff der Taoties, um zu fliehen. Garin weigert sich, mitzukommen und wird von den beiden bewusstlos geschlagen. Ballard lässt Tovar jedoch im Stich und will alleine weiterziehen, wird jedoch von den Kitan gefangengenommen, die aus Unwissenheit das von Ballard mitgeführte Schwarzpulver entzünden. Durch die Explosion sterben Ballard und die Kitan.

An der Grenze stellt sich heraus, dass die Monster durch den gefundenen magnetischen Stein zahm werden. Um das auszuprobieren, wird ein Taotie gefangen. Währenddessen zeigt sich, dass die Monster die letzten Angriffe lediglich als Ablenkungsmanöver durchführten und sich unterdessen einen Tunnel durch die Große Mauer gruben. So gelangten sie hinter die Linien und nähern sich schließlich der Hauptstadt des Reichs …

Was zu sagen wäre

Fern-Ost und Fern-West treffen sich abseits der Ideologien und erkennen pragmatisch den guten Kämpfer. Ja, Ja, Jaaa! Vorgebliche Feiglinge werden sich beweisen und den Heldentod sterben, ideologische Grenzen überwunden werden und der Völkerverständigung ward ein Loblied gesungen. „Schwarzpulver. Es wäre besser, Ihr hättet es nie gesehen. Die Menschen außerhalb der Mauer sind nicht besser als die Bestien.“

Plakatmotiv: The Great WallDünne Story, Großes Pathos, Grandiose Bilder (die alle aus dem CGI-Prozessor stammen). Ein fulminanter Quatsch, der, wenn man ihn so farbenfroh nimmt, wie er ist, irre Spaß macht. Ein entfernter Verwandter Godzilla. Ausgestattet mit endlich mal lohnenswertem 3D-Aufschlag.

Die Langnase lehrt die Chinesen unorthodoxe (individuell geprägte) Kriegskunst, die Chinesen lehren die Langnase Moral, Vertrauen, Menschlichkeit – nur der Araber rafft es fast zu spät.

Natürlich fehlt dem Film alles, was Film einmal ausgemacht hat: Ideenreichtum, Physis, Schauspielkunst. Auch die wunderbare Choreographie chinesischer Martial-Arts-Filme aus den 60er/70er Jahren mit ihrer ganzen Körperlichkeit kann man schmerzlich vermissen.

Aber warum soll das chinesische (internationale) Kino besser sein, als das amerikanische? Regisseur Yimou Zhang ist der Tradition des Kampfkunst-Ballets wenigstens treu geblieben und in seinen besseren Momenten fällt die digitale Verspieltheit der Ballettschritte gar nicht auf; aber manchmal eben schon und dann wiegt der Verlust des traditionellen, handwerklichen Kinos doppelt schwer.

Wertung: 3 von 8 €uro
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