IMDB
Plakatmotiv: Welcome to the Jungle
Ein neuer Actionman in Town
Die Action selbst ist die alte
Titel Welcome to the Jungle
(The Rundown)
Drehbuch R.J. Stewart + James Vanderbilt
Regie Peter Berg, USA 2003
Darsteller Dwayne Johnson, Seann William Scott, Rosario Dawson, Christopher Walken, Ewen Bremner, Jon Gries, William Lucking, Ernie Reyes Jr., Stuart F. Wilson, Dennis Keiffer, Garrett Warren, Toby Holguin, Paul S. Power, Stephen Bishop, Chuck Norman u.a.
Genre Action
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
11. März 2004
Inhalt

Kopfgeldjäger Beck will aus der Branche aussteigen und ein Restaurant eröffnen, muss aber zunächst die Schulden bei seinem Boss Walker abzahlen. Deshalb soll er dessen Sohn, Travis Walker, im Dschungel auftreiben und zurück zu Daddy bringen.

Beck findet Travis im Ort El Dorado, von den Einheimischen auch Helldorado genannt. Dort regiert ein Mann namens Hatcher mit seinen Schergen und lässt die Einheimischen für sich nach Gold schürfen. Beck findet Travis, aber die Rückführung zu seinem Vater gestaltet sich alles andere als einfach …

Was zu sagen wäre

War das eine offizielle Stabübergabe? Gleich zu Beginn des Films, Beck geht in einem Nachtclub seiner Arbeit nach, läuft ihm Arnold Schwarzenegger über den Weg und wünscht ihm „viel Spaß“. Schwarzenegger, mittlerweile 56, ist auf dem Weg in die Politik und musste schon mit seinen jüngseren Filmen – The 6th Day oder Collateral Damage – erkennen, dass seine Zeit als Actionheld vorbei ist, die des Wrestlers Dwayne „The Rock“ Johnson jedoch gerade mit seinem auftritt als „Scorpion King“ in dem gleichnamigen Die Mumie-Ableger einen bei Fans viel geliebten Start hingelegt hat. Also: Schwarzenegger geht, Johnson übernimmt. Die Filme bleiben dieselben? Nicht ganz.

Plakatmotiv: Welcome to the JungleJohnson ist noch bulliger gebaut als Schwarzeneger, hat seine Muskeln aber nicht allein durchs Iron-pumping. Er hat sie sich beim Training seiner Wrestling-Moves antrainiert, bewegt sich also leichtfüßiger und macht seine Prügelstunts großteils selbst. Was wie eitle Beobachtung klingt, gibt der Figur doch andere Ausstrahlung, bei diesem Beck ahnt man gleich, dass der weiß, wie man kämpft. Dieser Kopfgeldjöger ist einer, der seinem Gegner immer zwei Optionen lässt, eine friedfertige und eine, nun ja, weniger friedfertige. Das gibt dem Film mehr Dialog, als der durchschnittlich Zielpublikant braucht. Ist aber ganz lustig. Außerdem kann Beck noch kunstvoller seine Pumpgun nachladen, als Arnolds T-1000.

Christopher Walken tobt sich als Schurke im Stück ordentlich aus (James Bond 007 – Im Angesicht des Todes – 1985; Heaven's Gate – 1980; „Die durch die Hölle gehen“ – 1978; Der Stadtneurotiker – 1977), ist fies und verschlagen – und etwas over the edge. Seine Rollenwahl hat sich in den vergangenen Jahren eher auf kleine Rollen in A- und große Rollen in B-Pictures konzentriert (Catch me if You can – 2002; America's Sweethearts – 2001; Joe Dreck – 2001; Sleepy Hollow – 1999; Eve und der letzte Gentleman – 1999; Mäusejagd – 1997; Last Man Standing – 1996; Pulp Fiction – 1994; True Romance – 1993; Batmans Rückkehr – 1992). Diese Erfahrung gepaart mit seinem darstellerischen Intellekt spielt er hier aus. Rosario Dawson als weibliches Praliné fürs zumeist männliche Publikum, bietet dann mehr, als reine Schönheit. Bei Spike Lee hat sie gelernt, ihre Lee-Strasberg-Institute-Ausbildung in der Praxis zu verfeinern und unter anderem in Mammutproduktionen wie Men in Black 2 im vergangenen Jahr, unaufgeregt auch großes Testosteron-Theater zu bespielen. Sie ist mehr, als die Rolle im Drehbuch ihr zubilligt – ein Anker, man freut sich, wenn sie auftaucht, weil dann das kreischend-lärmende Duell der beiden Hauptkerle gedimmt wird.

Am Ende ist es dann doch ein genuiner Action-Fuim – Szenengetrieben, voller absurder Handlungskurven und alberner Dialoge. Autor und Regisseur tun eigentlich alles, den Film möglichst schnell ins Chaos zu treiben.

Wertung: 3 von 6 €uro
IMDB