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Kinoplakat: Schwer verliebt
Verlogene Komödie über
wahre Liebe & Schönheit
Titel Schwer verliebt
(Shallow Hal)
Drehbuch Sean Moynihan + Peter Farrelly + Bobby Farrelly
Regie Peter Farrelly & Bobby Farrelly, USA 2001
Darsteller

Gwyneth Paltrow, Jack Black, Jason Alexander, Rene Kirby, Susan Ward, Joe Viterelli, Jill Fitzgerald, Anthony J. Robbins u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 114 Minuten
Deutschlandstart
14. Februar 2002
Inhalt

Es gibt Menschen, die reisen auf der Suche nach der wahren, einzigen Schönheit bis ans Ende der Welt. Und es gibt Hal Larsen, dessen Reise am Busen der Frau gegenüber endet. Für Hal ist Schönheit nur in einer Form manifest: dem Look eines Supermodels.

Das Erste (und Einzige), was Hal an einer Frau wahrnimmt, ist ihr Aussehen. Mit einer Frau auszugehen, die nicht mindestens das ultimative Lächeln, den perfekten Körper und Stil aufweist, käme ihm nie in den Sinn. Ach ja, Hal selbst ist eher klein, wurde gerade bei der Beförderung übergangen, neigt zu Bauchansatz – und die Zahl seiner Dates geht gegen Null.

Dann bleibt ein Fahrstuhl stecken, Hal ist mehrere Stunden eingeschlossen mit dem Persönlichkeitstrainer Tony Robbins und als er wieder an die frische Luft tritt, sieht Hal lauter schöne Menschen. Tony Robbins hat ihn im Fahrstuhl hypnotisiert, dachte, er tut dem dicklichen, kleinen auf Äußerlichkeiten fixierten Mann einen gefallen. Prompt sieht Hal nur noch die inneren Werte – die innere Schönheit der Menschen. Die Folge: Sein Frauenbild wandelt sich um 180 Grad.

Jetzt trifft er auf die Traumfrau Rosemary Shanahan, eine fettsüchtige Mitarbeiterin des Friedenskorps, in Hals Augen aber eine überirdische Schönheit. Hingerissen von Rosemarys freundlichem Wesen und ihrem Humor, nimmt eine zarte Romanze ihren Anfang.

Selbst Rosemarys gestrenger Vater sieht in Hal bald seinen zukünftigen Schwiegersohn. Aber dann reißt Hals bester Freund Mauricio Hal aus seiner schönen neuen Welt und Hal sieht sich mit der schwabbeligen Realität konfrontiert

Was zu sagen wäre

Was ist wahre Schönheit? Philosophen, Dichter, Wissenschaftler und Theologen stellten quer durch die Epochen Betrachtungen über das Wesen der Schönheit an. Steckt sie in den Wundern der Natur oder in einem ansteckenden Lächeln? Die Farrelly-Brüder (Verrückt nach Mary – USA 1998) geben darauf ihre gewohnt ganz eigene Interpretation als Antwort. Und die ist verlogen und geheuchelt.

Aha, wenn ein auf Äußerlichkeiten fixierter Mensch nur einmal die inneren Werte kennt, sind ihm Äußerlichkeiten also gänzlich schnuppe? Überhaupt diese Moral: Es komme nur auf die inneren Werte an, Optik sei egal? Das ist in einem Kinofilm irgendwie schräg und gemahnt an Ideen bulgarischer schwarz-weiß-Experimentalfilmer - ich will erzählen, ein Bild stört da nur. Die ganze Filmbranche setzt auf äußere Schönheit und natürlich kann man sich über den Schönheitswahn in Filmen und in der Welt lustig machen. Aber dann bitte mit Stil.

Dieser Film ist mit seinem biederen Spießeransatz gehemmt und einfallslos. Und die Dicken-Witze gehen nach hinten los. Aber der Fat-Suit, den Gwyneth Paltrow („Die Royal Tenenbaums” – USA 2001; Traumpaare: Duets – USA 2000; Der talentierte Mr. Ripley – USA 1999; „Shakespeare in Love” – USA 1998; „Ein perfekter Mord” – USA 1998) tragen muss, sieht fast echt aus.

Wertung: 2 von 6 €uro
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