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Plakatmotiv: Alles ist Liebe
Eine Romantikpackung zu Weihnachten.
Nicht gut. Nicht schlecht. Weihnachten halt.
Titel Alles ist Liebe
Drehbuch Kim van Kooten + Jane Ainscough
Regie Markus Goller, Deutschland 2014
Darsteller Nora Tschirner, Tom Beck, Heike Makatsch, Wotan Wilke Möhring, Katharina Schüttler, Fahri Yardım, Christian Ulmen, Julia Hartmann, Friedrich Mücke, Inez Bjørg David, Violetta Schurawlow, Elmar Wepper, Jannis Niewöhner, Peter Brownbill, Jürgen Haug, Dunja Rajter, Nadine Petry, Arsseni Bultmann, Katerina Gehrckens u.a.
Genre Komödie, Romantik
Filmlänge 120 Minuten
Inhalt

Frankfurt am Main, 21. Dezember. Anlässlich ihres Firmenjubiläums organisiert die Kaufhauskette Berghans & Gutmann ein Weihnachtsspektakel am Mainkai. Bei der groß angelegten Marketingaktion, die vom lokalen TV-Sender Skyline TV übertragen wird, soll ein Darsteller im Weihnachtsmannkostüm auf einem Schiff die Wünsche von Kindern entgegennehmen − doch leider läuft die Veranstaltung mächtig aus dem Ruder: Schauspieler Tom von Loessel erleidet einen Herzinfarkt und verstirbt noch im Kostüm an Bord des Schiffes. Aufnahmeleiterin Alice benötigt daher händeringend einen Ersatz für das Event. Kollege Daniel kann schließlich Anhalter Martin, den er zuvor nach einer Autopanne am Straßenrand aufgesammelt hat, überreden, kurzfristig einzuspringen.

Doch die Pannenserie nimmt kein Ende: Martin sieht sich während seines Auftrittes gezwungen in die kalten Fluten zu springen, um die kleine Lotte vor dem Ertrinken zu retten, nachdem diese die Absperrung durchbrochen hat, um dem Weihnachtsmann ihren Wunschzettel übergeben zu können. Lotte ist die älteste Tochter von Simone und Kerem, die inzwischen ihre drittes Kind erwarten. Kerem, der seit längerer Zeit arbeitslos ist, verheimlicht seiner Frau jedoch, dass er zeitweise auf dem innerstädtischen Weihnachtsmarkt angeheuert hat und der Familie die Zwangsräumung ihrer Wohnung bevorsteht. So kann er Gerichtsvollzieher Viktor kurzfristig um einige Tage Aufschub bitten.

Dieser ist mit seinen Gedanken ohnehin nur noch bei seiner kurz bevorstehenden Hochzeit mit seinem Lebensgefährten Klaus, den die Aussicht auf das bevorstehende Ereignis jedoch eine Lebenskrise stürzt. Unterstützung findet Viktor bei seiner Schwester Kiki, die bei Berghans & Gutmann arbeitet und, verkleidet als überdimensionales Geschenk, während des Events am Main ihren Ex-Freund Jan wiedertrifft. Der Schauspieler hat zwischenzeitlich den Durchbruch als Hollywoodstar feiern können und verweilt in Frankfurt, um seinen neuen Film Der Berserker zu promoten. Für das ehemalige Paar, das sich im schlechten getrennt hat, verläuft das Wiedersehen jedoch ohne große Freude.

Simones Freundin Clara erfährt noch während der Aufzeichnung, dass ihr Vater, Burgschauspieler von Loessel, verstorben ist und sie die Vorweihnachtstage mit den Vorbereitungen zu dessen Beisetzung verbringen wird. Widerwillig lässt sie ihren Sohn Boris in der Obhut seines Vaters Hannes, von dem sie nach dessen Affäre mit Boris' Lehrerin Sarah getrennt lebt. Während Clara jedoch auf die Scheidung drängt, hofft Hannes auf eine Versöhnung und so nimmt die Anwesenheit seines Sohnes zum Anlass, Clara abermals von seinen Qualitäten als treusorgender Familienvater zu überzeugen. Dabei ist es ausgerechnet Clara, die sich nach der Beerdigung ihres Vaters mit Daniel einen Ausrutscher erlaubt …

Was zu sagen wäre

Das! Ist! Ein! Weih-Nachts-Film!!!!!!! Der darf, was sonst verboten ist. Er darf einfach Gefühls-Stichworte antriggern. Und so müssen wir in diesen Film starten.

Er ist eine dauernde Nummernrevue des Herzschmerz'. Leider bleibt die interessanteste Story, die mit Nikolaus Fritz Wepper und der Aufnahmeleiterin Alice – „Ich hab' halt nicht mit den richtigen Leuten geschlafen.“ –, zu nebensächlich; aus den beiden hätte man aber auch nur schwer ein romantisches paar machen können. Um sie herum die Fernsehleute und -Stars sindgenre-üblich zynische Affenärsche – „Das sind Emotionen! Deshalb machen wir das!“, sagt der Producer, als der Nikolaus ins Wasser springt, um das Mädchen Lotte zu retten.

Die Besetzung bietet alles auf, was die deutsche A- und B-Szene liefern kann: Nora – „Ich will damit sagen, dass Du Dich vielleicht mal oberhalb der Knie rasierst.“ – Tschirner, Fahri Yardim, Heike Makatsch, Wotan Wilke Möhring, Katharina Schüttler, Elmar Wepper, Julia Hartmann, Christian Ulmen und und und. Visuell ist da nichts Überraschendes oder Besonderes zu erwarten. Kommt auch nicht, Kameramann Ueli Steiger liefert professionelles Kino-Fastfood.

In Filmen dieser Art zählen die Dialoge und Sprüche:

  • Osterhasen … damit rechnet keiner!“, sagt Rüdiger zu auf dem Weihnachtsmarktmarkt zu Kerem, der sich vor seiner Frau verstecken muss.
  • Ich wünsche mir, dass Mami Papi nicht mehr lieb hat, weil sie das so traurig macht.“, schreibt Hannes' Sohn an den Nikolaus, damit seine Mutter Clara glücklich wird.
  • Alle Kinder bedeuten mir was“, sagt Tom. Und Kiki antwortet, „Vorsicht, das hat Herr Jackson auch gesagt. Und dann kam's zum Prozess!
  • Es ist Weihnachten. Vergebungstechnisch schon so … Hauptsaison“, sagt Kiki zu Klara

Kennst Du das 'Weißt Du noch'?“, fragt Kerem am Kinderpissoir Hannes. „Wenn wir mal alte Opis sind und im Garten sitzen und den Enkeln beim Spielen zusehen. Dann sag' ich zu Simone 'Weißt Du noch?' Und ich schwöre Dir, sie wird genau wissen, welchen Moment ich meine. Ganz egal wie unbedeutend er war.“ Daraus besteht dieser ganze Film: aus Träumen und Wünschen und idealisierten Vorstellungen einer funktionierenden Beziehung. Zu Weihnachten kann man das im Kino mal mitnehmen. Und zu dem dies alles ummantelnden Weihnachtsfilm gehört auch, dass dieses gefährdete Paar alle Hindernisse eben nimmt – weil sie einander vertrauen. Der Film bedient alle Sehnsüchte – selbst zehn Jahre alte Enttäuschungen entpuppen sich als blödes Missverständnis, das leicht aus der Welt zu räumen ist – auch auf Kosten der großen Hollywoodkarriere … denn so zynisch sind die Arschlöcher im Filmbusiness dann ja gar nicht.

Aber über allem strahlt halt immer Tatsächlich… Liebe (2003). Als Seele des Films entpuppt sich einmal mehr Elmar Wepper: „Jeder stirbt einmal. Entscheidend ist doch, was man aus seinem Leben macht!“ Mit solchen Weisheiten konnte er schon Doris Dörries „Hanami – Kirschblüten“ überzeugen.

Ein QuatschFilmQuatschFilmQuatschFilmQuatschFilmQuatschFilmQuatschFilmQuatschFilmQuatschFilm … aber schöööööööööön

Wertung: 3 von 8 €uro
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