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Kinoplakat: Godzilla (1998)
Pixel statt Gummi
macht noch keinen Kult
Titel Godzilla
(Godzilla)
Drehbuch Dean Devlin + Roland Emmerich + Ted Elliott + Terry Rossio
Regie Roland Emmerich, USA, Japan 1998
Darsteller

Matthew Broderick, Jean Reno, Maria Pitillo, Hank Azaria, Kevin Dunn, Michael Lerner, Harry Shearer, Arabella Field, Vicki Lewis, Doug Savant, Malcolm Danare, Lorry Goldman, Christian Aubert, Philippe Bergeron, Frank Bruynbroek u.a.

Genre Monsterfilm
Filmlänge 139 Minuten
Deutschlandstart
10. September 1998
Website Godzilla-Wiki
Inhalt

Französische Atombombentests im Mururoa-Atoll lassen die Erde erzittern. Tausende Meilen entfernt: Der Pazifik bebt. Schiffe versinken. Auf der anderen Seite des Globus: Riesige Fußspuren weisen einen Pfad der Verwüstung. Über panamaische Wälder, tahitianische Dörfer, jamaicanische Strände. Der Grund dieser Katastrophen: Ein gigantisches Monster bewegt sich auf die dicht besiedelte Insel Manhattan zu. Hinter sich: nichts als Desaster.

Die Bombentests haben das schrecklichste Ungeheuer der Menschheitsgeschichte aus seinem tausendjährigen Schlaf geweckt: „Godzilla”! Die Zerstörung beginnt.

Der Biologe Nick Tatopoulos, spezialisiert auf radioaktive Deformationen, sucht gemeinsam mit dem Militär nach einer Möglichkeit, das Ungetüm zu zerstören. Denn normale Artillerie und selbst raketenbestückte Kampfhubschrauber können Godzilla nichts anhaben. Während der New Yorker Bürgermeister in Windeseile ganz Manhattan evakuiert, kommt Nick bei der Untersuchung einiger Blutstropfen von Godzilla zu einer schockierenden Erkenntnis: Godzilla war schwanger! Irgendwo in den weitflächigen U-Bahnschächten Manhattans, in die sich die Kreatur immer wieder zurückzieht, müssen seine Eier liegen. Eine Brut, die den Fortbestand der Menschheit in Frage stellt!

Das Militär will von sowas nichts wissen, sieht einzig die Kreatur, die Haus um Haus abträgt. Also wagt sich mit Nick, dem französischen Versicherungsagenten Roaché, der Reporterin Audrey und dem Kameramann Victor eine kleine Gruppe todesmutiger Einzelkämpfer in den New Yorker Untergrund, um Godzillas Nest aufzuspüren.

Sie werden fündig … in dem Moment, als die ersten beißwütigen Klein-Godzis schlüpfen …

Was zu sagen wäre

Spätestens, wenn das Monster ein Taxi durch die Straßen New Yorks jagt, der Film damit seinen Höhepunkt erreicht, ist klar: „Godzilla ist tot, es lebe Godzilla!” Roland Emmerichs Monster hat den Schritt ins digitale Zeitalter getan. Und so zwingend dieser Schritt auch war: Er zeigt auch, dass ein Pixel-Godzilla nicht wirklich funktioniert. Schön ist eine Szene, die Jurassic Park (1993) zitiert – damals kräuselte sich die Wasseroberfläche in einem Glas, als der Tyrannosaurus Rex sich das erste Mal näherte. Bei seiner weit größeren, entfernten Verwandten wackeln ganze Straßenzüge, wenn Emmerich seinen Godzilla von der Leine lässt.

Den Monster-Terror zu ernst genommen

Emmerich hat die Sache zu ernst angepackt. Ein wenig Witz hätte dem Ganzen sicher gut getan. Dass die US-Schauspieler so schlecht sind wie ihre japanischen Vorgänger, ist zwar in Ordnung. Aber muss gleich so ein Puppengesicht wie Maria Pitillo dem Helden an die Wäsche wollen? Und muss dieser Held Matthew Broderick („In Sachen Liebe” – 1997; „Cable Guy – Die Nervensäge” – 1996; „Ferris macht blau” – 1986; „Der Tag des Falken“ – 1985; WarGames – Kriegsspiele – 1983) sein, der kaum aufregender ist als Maria Pitillo? Nur, weil die Helden in den Original-Godzilla-Filmen auch stets ehrbare, schmale Labor-Wissenschaftler sind, muss das doch Hollywood nicht so schal wiederholen – man hat ja auch bei Special Effects drei Tonnen draufgelegt.

Hatte Emmerich nach seinem Independence-Day-Erfolg (1996) nicht freie Auswahl unter den echten Kerlen und Weibern Hollywoods? Die wollten vielleicht alle nicht – Monsterfilme haben keinen so guten Ruf. Immerhin: Jean Reno (Mission: Impossible – 1996; „French Kiss“ – 1995; Léon – Der Profi – 1994) gibt seinem französischen Geheimagenten ordentlich unrasierten Selbstgedrehten-Charme. Und Hank Azaria als flapsiger TV-Kameramann nutzt jede Gelegenheit für den comic relief.

Der Film hat Tempo – Aber erst spät

Der Film hat, wenn der Drache denn dann erst einmal loslegt, wahnsinniges Tempo; aber bis dahin dauert es eine Weile, in der alles Notwendige erzählt wird, was aber kaum interessiert – die Story ist:  Es war einmal ein Waran, der geriet in einen Atomtest und mutierte. Nach 15 Minuten könnte also eigentlich die Zerstörungsorgie beginnen, aber – wie gesagt – Emmerich nimmt das Thema sehr ernst. Und ich mag ihm das nicht mal vorwerfen. Denke ich an seine frühen Filme (Moon 44 – 1990; Hollywood Monster – 1987; Joey – 1985) haben die ja immer darunter gelitten, dass Emmerich sich nur für die SFX und nicht für die Handlung interessiert hat.

Godzilla – damals – war eine Drachen-Dame, die im ewigen Eis eingefroren überlebt hat. 1954 erwachte sie durch Atombombenversuche und mutierte zu der beliebt-grausigen, riesenhaften Kreatur. Damals hieß Godzilla noch „Gojira”, eine Wortmixtur aus den Begriffen Gorilla und Kujira, dem japanischen Wort für Wal. Das grau-grün-braune Grauen stand den Filmemachern als verkörperte Warnung vor der Atombombe und war angelehnt an den amerikanischen King-Kong-Mythos.

Wertung: 7 von 11 D-Mark
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