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Plakatmotiv: Flash Gordon (1980)

Ein verrücktes
Plastik-Spektakel

Titel Flash Gordon
(Flash Gordon)
Drehbuch Lorenzo Semple Jr. & Michael Allin
basierend auf Charakteren von Alex Raymond
Regie Mike Hodges, USA, UK 1980
Darsteller

Sam J. Jones, Melody Anderson, Max von Sydow, Topol, Ornella Muti, Timothy Dalton, Brian Blessed, Peter Wyngarde, Mariangela Melato, John Osborne, Richard O'Brien, John Hallam, Philip Stone, Suzanne Danielle, William Hootkins u.a.

Genre Science Fantasy, Abenteuer
Filmlänge 111 Minuten
Deutschlandstart
25. Februar 1981
Inhalt

Ein schöner Morgen an der amerikanischen Ostküste. Aber – es scheint keine Sonne mehr!

Seltsame Energien haben den Mond aus seiner Umlaufbahn gedrängt. Und in nur zehn Tagen wird er auf die Erde stürzen. Nur einer kann die Zerstörung verhindern: Footballspieler und Superman Flash Gordon.

Zusammen mit Dr. Zarkov und der bezaubernden Dale Arden fliegt er in einer Rakete zum Planeten Mongo. Dort herrscht der unbarmherzige Kaiser Ming, zusammen mit seiner lasziven Tochter Aura. Flash Gordon und seine Begleiter geraten in einen Strudel fantastischer Ereignisse …

Was zu sagen wäre

Bekannt geworden ist der Film für seinen Titelsong, den die Rockgruppe "Queen" eingespielt hat – und das ist auch ganz okay so. Der Rest des Films ist …

Zu Beginn, so die ersten 20 Minuten, wirkt Mike Hodges‘ Film, als sei er eine sophisticated Parodie: Ständig deklamieren die Protagonisten lebenserhaltende Sentenzen voll moralischer Grandezza, wie es sich zuletzt Charlton Heston in Ben Hur (1959) erlauben durfte. Dale Arden, die bezaubernde Schutzbefohlene, ist … genau das – sie sucht Schutz im starken Arm des semmelblonden, mittelgescheitelten Helden, der prompt nach wenigen Auftritten Besitzansprüche durch klare Possesivpronomen geltend macht. Emanzipation? Alice Schwarzer??

Who the fuck cares? Es gibt doch die italienische Erotik-Emanze Ornella Muti, die einst schon Super-Macho Adriano Celentano den Kopf verdreht hat. Hier gibt sie die gelangweilte Prinzessin, die dem Robin-Hood-mäßigen Waldschrat versprochen ist, aber irgendwie den Erdling doch besser findet, weil sie mit diesem glaubt, die Herrschaftsansprüche ihrer Libido besser durchsetzen zu können.

Das Schlimme ist dann die Erkenntnis, dass der Film gar nicht als Parodie gemeint ist. Irgendwann sind die bonbonbunten Kulissen und stereotyp gecasteten Figuren in ihren Theaterfundus-Klamotten entlarvt als bonbonbunte Kulissen und stereotyp gecastete Figuren. Da ist gar kein Witz gemeint; schlimmer noch: Es steckt überhaupt nichts dahinter.

Da wollten ein paar Herrschaften mit Hilfe eines bekannten Namens ein wenig Rahm vom Star-Wars-Ruhm abschöpfen. Aber wie in vielen ähnlich gelagerten Fällen geht das auch hier schief; die Produzenten haben nicht verstanden, dass sie ihre Figuren ernst nehmen müssen.

Der Film liefert seine Figuren dem Gelächter aus, sie sind ihm egal. Und umgekehrt gilt das auch; anders ist nicht zu erklären, dass ein Großmime wie Max von Sydow sich für eine Posse wie den interstellaren Diktator Ming hergibt, der den Lacher des Wahnsinns auspackt und fragt „Who can save You now, pathetic Earthlings?“ *najawerschon*

Am Ende bleibt der Titelsong: „Flashshshsh … A-Haaaaaaa … Savior of the Universe!!!“ lässt den Film wirken wie Kult. Dabei ist er einfach schlecht.

Wertung: 3 von 9 D-Mark
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