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Kinoplakat: Der weiße Hai
Bruce macht Geschichte. In einem
der besten Filme aller Zeiten
Titel Der weiße Hai
(Jaws)
Drehbuch Peter Benchley + Carl Gottlieb und John Milius, Howard Sackler und Robert Shaw für den Monolog über die Erlebnisse auf der "Indianapolis"
nach dem gleichnamigen Roman von Peter Benchley
Regie Steven Spielberg, USA 1975
Darsteller Roy Scheider, Richard Dreyfuss, Robert Shaw, Murray Hamilton, Lorraine Gary, Carl Gottlieb, Jeffrey Kramer, Susan Backlinie, Jonathan Filley, Ted Grossman, Chris Rebello, Jay Mello, Lee Fierro, Jeffrey Voorhees, Craig Kingsbury, Dr. Robert Nevin, Peter Benchley, Chris Anastasio, Allison Caine u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
18. Dezember 1975
Website jaws.com
Inhalt

Amity ist ein verschlafenes Küstenkaff, nur im Sommer nicht.

Dann strömen Menschenmassen an die amerikanische Ostküste, überschwemmen den Ort zum Badeurlaub. Es ist die Jahreszeit für Amity. In der Saison sichert man hier das Leben für ein ganzes Jahr.

Just in diesen Tagen strömt die Flut immer wieder zerfetzte Leichen an den Strand.

Bald steht fest: Ein Hai treibt sein Unwesen. Und zwar ein großer. Polizeichef Brody muss sich gegen den Gemeinderat durchsetzen, um die Strände zu sperren.

Schlimmer noch: Der wasserscheue Brody muss zusammen mit Hai-Experte Matt Hooper auf das Schiff des zwielichtigen Jägers Quint, um den Menschenfresser zu stoppen.

Quint, erfahren in der Jagd auf Haie, rechnet mit einer kurzen Jagd. Aber er hat die Rechnung ohne den Hai gemacht, der sich auf ein Katz-und-Maus-Spiel mit seinen Jägern einlässt ...

 

Was zu sagen wäre

120 Minuten Kinolegende. Die Produzenten Zanuck & Brown, die gerade erfolgreich Der Clou (1973) mit Robert Redford, Paul Newman und Robert Shaw in die Kinos gebracht hatten, hatten sich die Rechte an dem Peter Benchley-Roman gesichert, witterten guten Kinostoff.

Mehrere Regisseure sprachen für das Projekt vor – einer soll sich disqualifiziert haben, weil er dauernd von dem „Wal-Film“ gesprochen haben soll. Steven Spielberg war eher zweite Wahl. Damals war er noch ein relativ unbeschriebenes Blatt, hatte einige Folgen erfolgreicher TV-Serien aufzubieten, den TV-Film Duell, der es aufgrund seiner Qualität dann doch noch ins Kino schaffte, und mit Sugarland Express (1974) gerade Kritikerlob eingeheimst.

Spielberg hatte ein schlüssiges Konzept. Er gefiel den altgedienten Produzenten. Und sie hielten ihm den Rücken frei, als die Dreharbeiten auf offener See völlig aus dem Ruder liefen. Das Filmprojekt verstieß gegen zwei elementare Hollywood-Regeln:

1.: Drehe niemals auf offener See. Wasser ist unberechenbar!

2.: Drehe niemals mit Tieren!

Im vorliegenden Fall war es zwar nur ein mechanisches Tier, dem man den Namen „Bruce“ gab, aber „Bruce“ wurde mit dem Salzwasser nicht warm und gab dauernd den Geist auf. Touristen störten die Dreharbeiten ebenso, wie das unberechenbare Wetter. Beinahe wäre das Projekt tatsächlich gescheitert.

Beinahe! Der Neue und sein Team das Ding über die Runden und in die Kinos. Spielberg nutzte die erfolgreiche Dramaturgie der Creature-Feature-Meilensteine, um seinen Film zu erzählen – schon der Riesenameisen-Thriller Formicula (1954) bediente sich des Stilmittels der Verknappung. Aus Gründen knapper Mittel hatte Gordon Douglas seine Ameisen damals erst spät auftauchen lassen und dann auch selten in Ganzkörper-Totale; dafür kündigte er ihre Nähe stets durch ein charakteristisches Zirpen an. Spielberg macht das mit seinem Hai ähnlich, lässt früh seine Auswirkungen, aber erst spät ihn selbst vor die Kamera und John Williams begleitet sein Erscheinen mit charakteristischen Dreiton in Bass.

„Jaws“ wurde der Erfolgreichste Film aller Zeiten und von dieser Spitzenposition erst drei Jahre später verdrängt, als Spielbergs Freund George Lucas den Krieg der Sterne startete.

Robert Shaw übrigens, der den schmuddeligen, bärbeißigen Haijäger Quint spielte, verbrachte die Drehpausen abseits des schwankenden Schiffs umsorgt von seinem Butler, den der Brite zu allen Dreharbeiten mit auf die „Stabliste” setzen (und von den Produzenten bezahlen) ließ.

Shaw war damals schon ein bekannter Mime (Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 – 1974). Er hatte die USA extra verlassen müssen, da nach den Arbeiten an Der Clou seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war. Also flog er nach Kanada und reiste erneut ein.

Für Richard Dreyfuss begann mit „Jaws“ seine Filmkarriere, die 1978 mit einem Oscar für seine Rolle in „Der Untermieter“ ihren ersten Höhepunkt hatte und die er beinahe wegen abslouter Selbstgefälligkeit, Arroganz und Alkoholkonsum frühzeitig in den Sand gesetzt hätte. Später drehte er – wieder mit Spielberg – den Science-Fiction-Film Close Encounter of the Third Kind.

Wertung: 8 von 8 D-Mark
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