IMDB
Kinoplakat: Das Auge – Eye of the Beholder
Plumper Versuch, europäische Eleganz
US-tauglich umzuschreiben
Titel Das Auge
(Eye of the Beholder)
Drehbuch Stephan Elliott
nach dem Roman „The Eye of the Beholder“ von Marc Behm
Regie Stephan Elliott, Kanada, UK, Australien 1999
Darsteller Ewan McGregor, Ashley Judd, Patrick Bergin, Geneviève Bujold, k.d. lang, Jason Priestley, Anne-Marie Brown, Kaitlin Brown, David Nerman, Steven McCarthy, Vlasta Vrana, Janine Theriault, Don Jordan u.a.
Genre Drama, Crime
Filmlänge 109 Minuten
Deutschlandstart
23. November 2000
Inhalt

Aus Observierung wird Obsession: Der britische Secret Service Mann, der in seinen Kreisen lediglich noch unter dem Namen „Das Auge“ bekannt ist, verfolgt eine junge Heiratsschwindlerin. Joanna Eris, so ihr Name, wird verdächtigt, den Sohn eines britischen Regierungsbeamten zu erpressen. Eris ist aber weit mehr, als eine Erpresserin.

Sie ist eine rätselhafte, verführerische Meisterin der Verkleidung, ein unergründliches Geheimnis. „Auge“ kann sich der Faszination Joannas nicht entziehen. Je länger er ihr folgt, desto mehr ist er davon besessen, sie zu beobachten. Er wird ihr Schatten, ohne sich jemals zu erkennen zu geben.

Was machen da schon die paar Leichen, die Joanna zurücklässt …

Was zu sagen wäre

„Eye of the Beholder“ ist die Neuverfilmung des französischen Klassikers „Mortelle Randonnée“ (Das Auge – 1983) mit Isabelle Adjani und Michel Serrault in den Rollen der Gejagten und ihres Jägers. Angeblich mögen die US-Amerikaner keine synchronisierten Filme. Also werden, so jedenfalls lautet das gängige Gerücht, alle Kinoerfolge, die in einer anderen als der englischen Sprache gedreht wurden, über kurz oder lang nochmal verfilmt. Hier hätte man das lassen sollen.

Das Meisterwerk gibt es schon, da können die Leistungen der Neuen maximal Pari erreichen – und schon das schaffen sie nicht. Der Film ist flach und langweilig. Was ihm gegenüber dem Original von 1983 fehlt, ist die französische Nonchalance. Ewan McGregor (Star Wars: Episode I – 1999; Trainspotting – 1996; „Kleine Morde unter Freunden“ – 1994) berührt nicht. Er ist … anwesend und der Zuschauer folgt ihm – mehr ist nicht. Ashley Judd (Denn zum Küssen sind sie da – 1997; „Die Jury“ – 1996; Heat – 1995) kann in ihrer Rolle der Unterschichten-Schlampe, die sich reich mordet, wenigstens noch ein wenig spielen. Aber wer das Original kennt, gähnt hier.

Regie beim französischen Original führte Claude Miller, dessen Filme offenbar gerade neu entdeckt werden. Gerade erst abgedreht haben Gene Hackman (Der Staatsfeind Nr. 1 – 1998; Absolute Power – 1997; The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel – 1996; Crimson Tide – 1995) und Morgan Freeman (Deep Impact – 1998; Amistad – 1997; Sieben – 1995; Outbreak – Lautlose Killer – 1995) Under Suspicion, die Neufassung des Krimis „Garde á vu“ (Das Verhör – 1981) – damals mit Lino Ventura, Michel Serrault.

Wertung: 9 von 9 D-Mark
IMDB