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Kinoplakat: An Deiner Seite
Ein ergreifender Kampf um die Liebe
mit außerordentlichen Schauspielern
Titel An Deiner Seite
(The Story of Us)
Drehbuch Jessie Nelson + Alan Zweibel
Regie Rob Reiner, USA 1999
Darsteller Michelle Pfeiffer, Bruce Willis, Tim Matheson, Rita Wilson, Paul Reiser, Rob Reiner, Julie Hagerty u.a.
Genre Drama
Filmlänge 95 Minuten
Deutschlandstart
23. März 2000
Inhalt

Katie und Ben Jordan, seit 15 Jahren verheiratet, zwei Kinder. Beide bald alt genug, um ihnen zaghaft mitzuteilen, dass die Ehe von Ma und Pa zu Ende ist.

Aber ist sie das? Auf jeden Fall werden Sie die Zeit, die ihre Kinder ab morgen im Sommerferiencamp verbringen, nicht gemeinsam verbringen. Ben siedelt in ein Hotelzimmer über. „Trennung auf Zeit” reden sich beide ein. Ben und Katie. Als treibende Kraft in der Ehe der Jordans weiß Katie, dass es auf alles eine Antwort gibt. Weil sie selbst so ordentlich und aufgeräumt ist, hat sie sich ja erst in Ben verliebt. Schriftsteller Ben ist ein wahrer Romantiker, spontan und verspielt. Details des Alltags sind nicht das, was er gerne in seine Nähe lässt. Aber er träumt von der vollkommenen Beziehung: Ein Paar, das zusammen alt wird, ewig zusammen.

Mittlerweile sind jedoch 15 Jahre dieser Ewigkeit vergangen. Und „zusammen alt werden” hat sich als fast unmöglich herausgestellt. Drei Wochen bleiben die Kinder im Camp. Zeit für beide, zuhause, bzw., auf dem Hotelbett an bessere Zeiten zu denken. Erinnerungen an Schäferstündchen … alles wird in neuem, verklärten Licht betrachtet. Das Telefon wird ihre Brücke zueinander. Beim dritten Anruf lädt Katie Ben sogar ein, er könne ja kommen, seine Hemden abzuholen. Die seien aus der Reinigung zurück. Und ob er dann nicht auch zum Essen bleiben wolle?

Beide bemühen sich sehr, der Abend weckt alte, verschüttet geglaubte Gefühle, reizt aber leider auch die aktuellen Probleme. Ben wird wieder ins Hotel verbannt. Aber noch muss die Fassade gewahrt werden. Zum Beispiel muss die gute Ehe vorgetäuscht werden, wenn man zum Elternwochenende im Feriencamp von den Kindern erwartet wird. Der Krach aber nimmt kein Ende – sie sagt, er ist nicht zuverlässig, nehme nichts ernst, er sagt, sie ersticke noch an ihrer „Alles unter Kontrolle”-Manie. So kommt der Tag, an dem Katie Ben in dessen neuer Wohnung besucht. Diesmal gänzlich unromantisch. Es muss geklärt werden: „Wie sagen wir es den Kindern?”

Die Erklärung zu finden ist schwierig. Hatten sich Ma und Pa nicht einst ineinander verliebt, gerade weil die eine so kontrolliert, der andere so verspielt ist ..?

Was zu sagen wäre

Rob Reiners Film sieht aus, wie die Fortsetzung seines Harry & Sally (1989). Jahre, nachdem sich das Paar endlich gefunden hatte, steht es nun vor den Scherben des Alltags. Souverän inszeniert und gespielt entfaltet sich vor unseren Augen ein Drama nahe an der Wirklichkeit. Es wäre kein Rob-Reiner-Film, wenn nicht jede Szene vor der endgültigen Schärfe der Situation zurückschreckte und statt dessen etwas Zucker beimischt. In der Schlussszene verklumpt der Zucker zu träenziehendem, naivem, bonbonfarbenem Kitsch.

Dennoch bleibt das erträglich, weil Michelle Pfeiffer eine der beiden Hauptrollen spielt („Ein Sommernachtstraum” –  1999; Tage wie dieser … – 1996; Aus nächster Nähe – 1996; Dangerous Minds – 1995; Batmans Rückkehr – 1992; Frankie und Johnny – 1991; Das Russland-Haus – 1990; „Die fabelhaften Baker Boys“ – 1989; Tequila Sunrise – 1988; Die Mafiosi-Braut – 1988; „Die Hexen von Eastwick“ – 1987; Kopfüber in die Nacht – 1985; Scarface – 1983), die einen langen Monolog hat in dieser Szene. Da konnte ich nicht weg gucken, so gepackt hat sie mich. Und Bruce  Willis (Stirb Langsam)? Es ist eine Überraschung, wie zurückhaltend er den zurückgelassenen Ehemann gibt. Es war in der Branche bekannt, dass Willis auch das ernste Fach beherrscht, dennoch überrascht die mutige Wahl, ihm diesen Part anzubieten. Gleichzeitig hilft ihm sein körperbetontes Spiel, seiner Figur mehr Tiefe zu geben.

Rob Reiner (Das Attentat – 1996; Hallo, Mr. President – 1995; „North“ – 1994; Eine Frage der Ehre – 1992; Misery – 1990; Harry und Sally – 1989; Die Braut des Prinzen – 1987; Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers – 1986; Der Volltreffer – 1985) zeigt über 90 Minuten, wie sich ein Paar auseinanderlebt, ohne sich böswillig verletzen zu wollen. Der Alltag passiert halt. Der Partner ist einen Moment unaufmerksam und bringt damit ein Steinchen ins Rollen, das mit jeder unbemerkten Unaufmerksamkeit größer wird.

Wertung: 9 von 11 D-Mark
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