8 Mile
Curtis Hanson
In 8 Mile, einem urbanen Drama, das durch seine realistische Hingabe zum Detail seine eher standardmäßige Handlung immens aufwertet, liefert Rap-Star Eminem ein starkes Filmdebüt.
Jimmy Smith (Eminem), genannt B Rabbit, kann sich nicht dazu aufraffen, den nächsten Schritt in seiner Karriere — oder überhaupt in seinem Leben — zu machen. Rabbit ist verärgert über seine trinkende Mutter (Kim Basinger) und macht sich Sorgen um seine kleine Schwester. Er lässt seinen Gefühlen durch seinen verdrehten, cleveren Rap freien Lauf. Seine Freunde, die ihn bewundern, versuchen ihn dazu zu bewegen, im allwöchentlichen Rap-Wettkampf anzutreten. Rabbit sträubt sich — bis er ein Mädchen (Brittany Murphy) kennen lernt, das ihm möglicherweise eine Stütze und ein wenig Hoffnung bietet, so dass sich sein Leben unter Umständen zum Besseren wenden könnte.
Unter der intelligenten und ehrgeizigen Regie von Curtis Hanson (L.A. Confidential) und mit der fähigen Unterstützung einer ausgezeichneten Besetzung sowie dem düsteren Hintergrund der Slums von Detroit zeigt Eminem hier eine überraschende Verletzbarkeit, die 8 Mile erst wirklich lebendig und mitreißend macht. —Bret Fetzer
B000088EN3
9 1/2 Wochen
Adrian Lyne
Regisseur Adrian Lynes Nachfolgewerk zu Flashdance wird häufig als Blue Movie und als hirnlos abgetan, wobei Ersteres zutrifft, Letzteres dagegen nicht. 9 1/2 Wochen ist ein gut durchdachter, schmutziger Film über eine schlechte sexuelle Beziehung. Er erzählt die Geschichte einer zweimonatigen Affäre zwischen der Kunsthändlerin Elizabeth und dem Börsenmakler John. Die Beziehung rutscht auf ein Niveau ab, bei dem es nur noch um geilen Sex geht (im Übrigen ganz vorzüglich gefilmt), dreht sich aber im Grunde nur um zwei Erwachsene, die Erwachsenen-Sachen machen, ohne sich jedoch wie richtige Erwachsene zu benehmen. Versuche einer tatsächlichen menschlichen Verbindung — die Sehnsucht danach, "gut" zu sein — sind vorhanden und machen 9 1/2 Wochen zu einem überdurchschnittlichen erotischen Film. Mickey Rourke pflegt ganz einfach sein Image als unausstehlicher böser Junge, aber das überwältigt einen nicht. Dafür gibt es Kim Basinger satt. —Keith Simanton
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Die 12 Geschworenen
Sidney Lumet
Das Regie-Debüt von Sidney Lumet (Mord im Orient-Express) aus dem Jahr 1957 ist auch heute noch ein dichter und atmosphärischer Gerichts-Thriller, wenn er auch ein klein wenig manipulativ und bühnenhaft wirkt. Hier sieht der Zuschauer niemals die Verhandlung, und die einzigen Geschehnisse sind verbaler Art. Wie auch in seinen späteren Filmen über Korruption, wie etwa Serpico oder Tödliche Fragen, legt Lumet seinen Hauptaugenmerk auf die einsamen Ein-Mann-Kämpfe des Hauptcharakters, dessen Lebensgrundsätze ihn vom Rest der trägen und gleichgültigen Gesellschaft abheben.
Zu Beginn des Filmes ist die Verhandlung eines scheinbar leicht zu den Akten zu legenden Falles — ein junger Puertoricaner wurde beschuldigt, seinen Vater mit einem Messer ermordet zu haben — gerade abgeschlossen. Die zwölf Geschworenen haben sich in ihren winzigen, drückend heißen Beratungsraum zurückgezogen, um über den Urteilsspruch zu entscheiden. Als die Stimmen gezählt werden, plädieren 11 Männer für schuldig, nur einer — gespielt von Henry Fonda (Spiel mir das Leid vom Tod, Der längste Tag), der wieder einmal die Rolle des liberalen, die Wahrheit suchenden Helden verkörpert — zweifelt am Offensichtlichen. Indem er das Prinzip des angemessenen Zweifels ausreizt, beginnt Fonda langsam, die anderen Geschworenen zu verunsichern. Denn jene repräsentieren einen Mikrokosmos der weißen, männlichen Gesellschaft, und nun werden ihre Vorurteile und ihre vorgefassten Meinungen, die sie zu ihrem schnellen Urteil führten, bloßgestellt.
Das straffe Drehbuch stammt von Reginald Rose (Die Wildgänse kommen), der es nach seinem eigenen Fernsehspiel verfasste. Es stellt jeden der Geschworenen durch die lebendige Verwendung von ausführlichen Selbstgesprächen dar, welche die makellose Besetzung (darunter Lee J. Cobb, Die Faust im Nacken und Martin Balsam, Die Unbestechlichen) gekonnt darstellen. Dennoch ist es Lumets klaustrophobische Regieführung — schweißtreibende Nahaufnahmen und enger Bildaufbau in einer Kulisse, die allein aus einem Raum besteht — die diese ausgeklügelte Geschichte zu einen explosiven und zwingenden Film macht, der den Zuschauer vor Spannung an den Nägeln kauen lässt. —Dave McCoy
B000164TXC
12 Monkeys
Terry Gilliam
Das Jahr 2035. Die Erdoberfläche ist entvölkert, nachdem eine Virenkatastrophe im Jahre 1996 nahezu die gesamte Menschheit dahingerafft hat. Die wenigen Überlebenden haben in einem klaustrophobischen Unterweltsystem Zuflucht gefunden, die Tiere haben die Herrschaft in den verlassenen Städten der Menschen übernommen. Die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben besteht darin, einen Boten durch die Zeit zurückzuschicken, damit dieser den Ursprung der Apokalypse feststellen kann. Der Schwerkriminelle James Cole Bruce Willis wird ausgewählt, diese Reise zu machen und landet zunächst in einer Nervenheilanstalt im Jahr 1990, wo er von dem verrückten Sohn eines Professors vor den Anschlägen der "Armee der 12 Monkeys" gewarnt wird. Als nächstes taucht Cole in einem Schützengraben im Ersten Weltkrieg auf. Endlich nimmt seine Odyssee ein Ende, er findet in einer Psychiaterin sogar eine Helferin im Kampf gegen den unsichtbaren Feind...
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16 Blocks
Richard Donner
Er wollte einfach nur nach Hause und etwas trinken. Aber um 8.02 Uhr bekommt der verkaterte NYPD-Detective Jack Mosley (BRUCE WILLIS) einen scheinbar einfachen Auftrag: Der Kleinkriminelle Eddie Bunker (MOS DEF) soll um 10 Uhr vor einem Untersuchungsausschuss aussagen und muss aus seiner Zelle zum Gerichtsgebäude gebracht werden - das ist 16 Häuserblocks entfernt. In 15 Minuten wäre die Sache erledigt, dann könnte er endlich nach Hause. Jack ist ein Versager - er hat keine Kondition, dafür aber ein schlimmes Bein und erhebliche Alkoholprobleme. Im Revier beschränkt er sich also darauf, ein- und auszustempeln und zwischendrin möglichst nicht aufzufallen. Er ist absolut nicht in der Stimmung, sich mit einem Ganoven herumzuärgern, der sein halbes Leben im Knast gesessen hat. Aber hinter Eddies Ganovenfassade steckt ein Mensch, der diesen Teufelskreis durchbrechen will und ständig nach „Zeichen“ sucht, die ihm die Richtung in eine bessere Zukunft weisen. Doch Jack weiß es besser: Menschen ändern sich nie. Er sieht in Eddie nur einen erbärmlichen Denunzianten, dem man ein verlockendes Angebot macht … aber er wird ihn ja sowieso gleich wieder los.
Als Jack Eddie auf den Rücksitz seines Wagens schubst und sich in den morgendlichen New Yorker Berufsverkehr einfädelt, übersieht er den Lieferwagen, der ihm folgt. Jacks Schädel droht zu platzen, und Quasselstrippe Eddie macht alles nur noch schlimmer. Also hält Jack am nächsten Schnapsladen, um sich sein Frühstück zu besorgen. Eddie sitzt im verschlossenen Wagen und schäumt vor Wut - warum muss ausgerechnet ein Typ wie Jack ihn eskortieren? Doch solche Fragen verlieren an Bedeutung, als plötzlich eine geladene Kanone auf seinen Kopf zielt. Jack verhindert Eddies Tod im letzten Moment - er schaltet einen der Mörder aus und entrinnt nur knapp dem zweiten. Jack fordert Verstärkung an - Detective Frank Nugent (DAVID MORSE) und sein Team vom Morddezernat erreichen den Tatort als Erste. Da wird Eddie plötzlich blass - einer der Detectives in Nugents Team ist genau jener Mann, gegen den er aussagen soll. In diesem Moment verwandelt sich Jacks Auftrag in den Albtraum seines Lebens: Die Kriminellen, die es auf Eddies Leben abgesehen haben, sind Cops. Jack und Nugent sind schon früher aneinander geraten - Jack hat diese Geschichte verdrängt. Doch Nugent weist seinen alten Freund Jack sofort darauf hin, dass Eddies Aussage für sie alle das Aus bedeutet. Nugent schlägt vor, eine Geiselnahme vorzutäuschen, die Eddie nicht überlebt. Und Jack soll das tun, was er am besten kann - sich aus allem heraushalten. Doch diesmal überspannt Nugent den Bogen - Jack klammert sich an den letzten Strohhalm, um seine Selbstachtung zu retten. Sekundenbruchteile vor dem Schuss, der Eddie eliminieren soll, provoziert er eine Kettenreaktion von Ereignissen, die das Leben aller Beteiligten unwiderruflich auf den Kopf stellt.....
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