American Pie 3 - Jetzt wird geheiratet
Jesse Dylan
Die Produzenten der American-Pie-Filme forderten ihr Glück mit einem weiteren Stück ihrer erfolgreichen, leicht schweinischen Comedyreihe heraus, wobei American Pie 3 erstaunlich gut gelungen ist. Jedoch schmeckt der Kuchen nur halb so gut, da die Hälfte der Originalbesetzung fehlt und einige komödiantische Höhepunkte einen leicht verkrampften Eindruck machen (darunter befinden sich ein Hundeschiss, eine notgeile alte Frau, zwei Stripperinnen, die von der Abwesenheit von Shannon Elizabeth ablenken sollen und der misslungene Hinweis auf den Gebrauch eines Rasierapparats), denn hier spielt eher die Verpflichtung im Gegensatz zur Inspiration eine Rolle — da man wohl annahm, dass ein weiteres Missgeschick, bei dem ein Penis eine Rolle spielt, garantiert gefallen würde. Dennoch tut der Film alles, was die Genießer der vorangegangenen Filme erwarten: Er liefert die nötigen Lacher, speziell als der berüchtigte Stifler (Seann William Scott) beinahe die Vermählung zwischen Jim (Jason Biggs) und seiner an Musikkapellen-Zeltlagern teilnehmenden Auserwählten Michelle (Alyson Hannigan) zugrunde richtet. Eugene Levy und Eddie Kaye Thomas sind auch wieder dabei und liefern verlässlich einige gute Lacher. —Jeff Shannon
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Der amerikanische Freund
Wim Wenders
Die Tage von Jonathan Zimmermann sind gezählt. Der Hamburger Restaurator ist unheilbar an Leukämie erkrankt. Auf einer Auktion lernt er den Amerikaner Tom Ripley kennen, der mit gefälschten Bildern handelt. Ripley unterbreitet Jonathan ein ungewöhnliches Angebot Er soll auf seine letzten Tage zum Auftragskiller werden und einen Mann in Paris töten. Mit dem Honorar könnte er Frau und Kind nach seinem Tod finanziell absichern. Jonathan hat nichts zu verlieren. Mit diesem Meisterstück erlangte Wenders die Aufmerksamkeit von Francis Ford Coppola und ebnete sich den Weg in die USA. 1977 Filmband in Gold für Regie und Schnitt und in Silber Film. Nach dem Roman "Ripley's Game" von Patricia Highsmith.
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Amistad
Steven Spielberg
Amistad ist Steven Spielbergs leicht vereinfachende Geschichtsstunde, die sich um die Prozesse von 1840 dreht, in denen 53 Westafrikaner wegen einer blutigen Rebellion auf einem Sklavenschiff angeklagt waren. In weiten Teilen von Schindlers Liste (und später in Der Soldat James Ryan) hielt sich Spielberg mit der ausgedehnten Erzählweise und den technischen Schnörkeln zurück, die ihn zu einem der unterhaltsamsten und manipulativsten Regisseure unserer Zeit gemacht haben. Hier unternimmt Spielberg nicht einmal im Ansatz den Versuch der Zurückhaltung und erliegt wehrlos seinem treibenden Verlangen, mit schönen Bildern und gekünstelt wirkenden Emotionen zu unterhalten.
Er entwertet damit die grandiosen Motive und vereinfacht das Thema Sklaverei nahezu sträflich, indem er es wie ein festgelegtes Genre behandelt. Die Charaktere gleichen Hollywood-Stereotypen. Die "Bösen", wie die spanischen Seeleute oder die übereifrigen Abolitionisten, bleiben beispielsweise vollkommen eindimensional. Und Spielberg kann seinen Blick für das Schöne einfach nicht unterdrücken, was dazu führt, dass Sequenzen wie der grausame Sklaventransfer völlig inadäquat wie gut ausgeleuchtete, hinreißende Kompositionen gedreht wurden.
Letztendlich ist Amistad aber ein traditionelles Gerichtsdrama: Ein engagierter, idealistischer junger Anwalt (Matthew McConaughey (Ed TV) kämpft gegen das faule politische System, um die hilflosen Opfer zu retten. Schlimmer noch ist aber, dass Spielberg unterschwellig auf die Mechanismen seiner Kindheitsfantasie E.T. zurückgreift und diese auf die Sklaverei anwendet. Cinque (Djimon Hounsou), der Anführer der westafrikanischen Rebellen, ist genauso angelegt wie der liebenswerte Außerirdische: verloren unter Menschen, deren Sprache er nicht beherrscht, und verzweifelt bemüht, nach Hause zu kommen. McConaughey ist ein erwachsener Elliot, der versucht, komplizierte Sachverhalte zu kommunizieren. Solcher Stoff ist gerade noch geeignet für ein Science-Fiction-Fantasy-Märchen über Kommunikationsbarrieren zwischen einem kleinen Jungen und einem verirrten Außerirdischen; aber hier wirkt es wie eine allzu naive Sicht auf reale und komplexe historische Zusammenhänge. —Dave McCoy
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An American Werewolf in London
John Landis
Erinnern Sie sich noch an damals, in den frühen 80er-Jahren, als sich die Make-Up-Künstler im Bereich der Special Effects geradezu überschlugen, um den nächsten großen Eindruck zu machen? Der Film Das Tier von Joe Dante (Gremlins) tat sich mit einer fantastischen Werwolf-Verwandlungs-Szene hervor, die der Make-Up-Zauberer Rob Bottin ermöglicht hatte. Danach kam dann Bottins großes Vorbild, Rick Baker mit dieser erfolgreichen Horror-Komödie unter der Regie von John Landis (Blues Brothers).
American Werewolf ist zwar eher eine Make-Up-Parade als ein komplett befriedigender Film, und doch hat er seine stimmungsvollen Momente, etwa wenn David Naughton (John Carpenters Body Bags) erkennt, dass der Angriff eines Wolfes ihn in ein blutrünstiges Monster verwandelt hat. Jenny Agutter (Flucht ins 23. Jahrhundert) spielt seine Flamme (Vorsicht! Der beißt!) und niemand kann wohl Griffin Dunne vergessen, Naughtons besten Freund, der als untoter Leichnam im Laufe der Handlung immer mehr zerfällt? Zieht man all diese Elemente in Betracht, erkennt man leicht, warum American Werewolf ein moderner Horror-Klassiker wurde. —Jeff Shannon
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An jedem verdammten Sonntag
Oliver Stone
Football ist Krieg! An jedem verdammten Sonntag wird die Schlacht ums nackte Überleben auf und neben dem Spielfeld geschlagen. Seit Jahren kämpft der alternde Star-Trainer Tony D'Amato Al Pacino mit knallharten Bandagen für den Erfolg der Miami Sharks an vorderster Front. Doch in dieser Saison gerät er von allen Seiten unter heftigen Beschuss. Die größte Gefahr droht ihm dabei von der äußerst attraktiven und machtbesessenen Team-Besitzerin Cameron Diaz. Sie lauert nur darauf ihn abzuschießen ...
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Anatomie eines Mordes
Otto Preminger
Regisseur Otto Preminger machte aus diesem Gerichtsstück, basierend auf dem bekannten Roman von Robert Traver, ein packendes Drama. James Stewart spielt einen Kleinstadt-Rechtsanwalt, der einen Offizier der Armee (Ben Gazzara)verteidigt. Dieser wird angeklagt, einen Barbesitzer ermordet zu haben, der die Frau des Offiziers (Lee Remick) angegriffen hat.
Das dichte Drehbuch, die weitgreifende Darstellung von James Stewart und die — damals — gewagten Versatzstücke der Handlung (Worte wie "Höschen" werden im Rahmen der Diskussion eines sexuellen Verbrechens ausgesprochen) geben den Ereignissen eine gewisse Unmittelbarkeit — was man in aktuelleren Filmen über Rechtssprechung nicht allzu oft findet. Lee Remick und Ben Gazzara liefern gute Leistungen ab, ebenso wie George C.Scott , Arthur O'Connell und der auch im wahren Leben als Richter arbeitende Joseph N.Welch, der in diesem Film, verständlich, den Richter spielt. Alles in allem ein sehr befriedigendes Filmerlebnis. —Tom Keogh
B00005LO7M
Angeklagt
Jonathan Kaplan
Jodie Foster wird das Opfer einer Vergewaltigung. Unter den frenetischen Anfeuerungsrufen zahlreicher Barbesucher wird die junge Sarah mehrmals vergewaltigt. Sie gerät nur unfreiwillig in die für sie prekäre Situation. Angesichts des angeblich provozierenden Verhaltens des Opfers lässt sich die ehrgeizige Staatsanwältin (Kelly McGillis) auf einen Deal ein und klagt die Täter lediglich der Körperverletzung an. Doch damit ist Sarah erneut entwürdigt. Die Staatsanwältin rollt den Fall wieder auf. Allerdings sitzen diesmal die Zeugen auf der Anklagebank. Für ihre überragende Darstellung als Vergewaltigungsopfer wurde Jodie Foster mit dem Oscar ausgezeichnet.
Jodie Foster in einer ihrer besten Rollen. Einfühlsam, realistisch und sehr überzeugend spielt sie den Part der vergewaltigten Sarah. Der Film ist nichts für zart Besaitete. Er beeindruckt durch seine schonungslose Realität. Man weiß, dass sich solche Sachen in der Realität ereignen und ist schockiert über die Emotionslosigkeit der Täter. Auf den Film sollte man sich emotional vorbereiten, denn es handelt sich definitv nicht um Unterhaltung für zwischendurch. Ein ergreifendes Meisterwerk. —Mario Kischporski
B0000694RU
Angel Heart
Alan Parker
Kinowelt Angel Heart - S.E. (2 DVDs/KULTHIT!), USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 17.01.06
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Antz
Eric Darnell, Tim Johnson, Lawrence Guterman
Woody Allen als Arbeiter-Ameise mit Minderwertigkeitskomplex? Sylvester Stallone als liebenswerte Soldaten-Ameise, die entdeckt, dass es cool ist, Löcher zu graben? In Ordnung, sie zu erkennen, ist nicht leicht und in der deutschen Synchronfassung muss man sich mit ihren bekannten Synchronstimmen zufrieden geben. Diese aber machen ihre Arbeit gut und man erkennt auch in der deutschen Fassung, welche großen Hollywood-Stars hier für die Ameisen Pate gestanden haben.
Antz erzählt die klassische Geschichte, dass alle Mensch — äh — Insekten friedlich, ohne Rücksicht auf ihre Herkunft und ihre Andersartigkeit Seite an Seite leben können und Krieg stets die Hölle ist. Diese an sich ernste Geschichte wird jedoch äußerst witzig erzählt, und Woody Allens Scherze gehören zu den derbsten jenseits der FSK 12-Grenze. Vor allem das erwachsene Publikum wird sich über seine plakativ gehaltenen sozialistischen Parolen, in denen er sich für die Rechte der Arbeiter(-Ameisen) einsetzt, köstlich amüsieren.
Sharon Stone hat indes Pate für die rebellische Prinzessin gestanden, die sich lieber vergnügt als nach den überkommenen königlichen Ritualen zu leben, die aber lernt, sich in ihre Rolle einzufügen. Gene Hackman zeigt wiederum Zähne als bedrohlich lächelnder, Komplotte schmiedender Armee-General (haben Ameisen eigentlich Zähne?).
Der Blick auf das Leben auf der Erde aus der Sicht eines Insekts gibt Allen die Möglichkeit, ein ungewöhnliches, neurotisches Abenteuer der mikroskopisch kleinen Art zu führen: Er muss einen alles vernichtenden Krieg mit einer Termitenkolonie überstehen, er entdeckt das Märchenland des absoluten Überflusses (einen Picknick-Platz) und muss schließlich ein Rennen gegen die Zeit bestehen, wenn es darum geht, die Arbeiter seines Volkes vor dem drohenden Untergang zu bewahren.
In der amerikanischen Originalfassung haben Schauspieler wie Christopher Walken, Anne Bancroft, Danny Glover, Jennifer Lopez und Dan Aykroyd weitere Ameisen gesprochen und ihnen ihre Charakateristika verliehen. Die deutsche Synchronisation kann in diesem Fall als sehr gelungen betrachtet werden. Die Computeranimation verleiht den Figuren nicht wirklich einen realistischen Anstrich, erinnert jedoch in vielen Belangen wie z.B. in den Bewegungsabläufen an die Gestaltung klassischer Zeichentrickfilme; das sorgfältige Design und die Zeichnung der verschiedenen Charaktere ist beeindruckend und zeigt eine ungeheure Bandbreite. Die FSK-Freigabe ab 6 Jahren ist nicht unumstritten, da vor allem die Schlacht der Ameisen gegen die Termiten recht derbe ausfällt und einige der jüngeren Zuschauer durchaus ängstigen kann. —Sean Axmaker
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