Kinoplakat (US): Trespass
An jeder Spannung
vorbei inszeniert
Titel Trespass
(Trespass)
Drehbuch Karl Gajdusek
Regie Joel Schumacher, USA 2011
Darsteller

Nicolas Cage, Nicole Kidman, Ben Mendelsohn, Liana Liberato, Cam Gigandet, Jordana Spiro, Dash Mihok, Emily Meade, Nico Tortorella, Brandon Belknap, Terry Milam, Tina Parker, David Maldonado, Nilo Otero, Simona Williams u.a.

Genre Drama, Crime
Filmlänge 91 Minuten
Deutschlandstart
21. Oktober 2011
Inhalt

Diamantenhändler Kyle Miller hat den großen Deal am Start. Eigentlich hat Kyle Miller immer einen großen Deal am Start. Und Zeit für Ehefrau Sarah, oder gar für die pubertierende Tochter Avery hat er nie. Aber heute4 Abend, versprochen, gehen sie groß aus. Allerdings hat Avery überhaupt keinen Bock, mit den Alten in irgendeinem Restaurant zu sitzen und ihnen beim sich Anschweigen zuzusehen; Avery würde lieber auf die fette Party gehen. Kurz entschlossen schleicht sie sich aus dem Haus.

Da dringen vier Gangster ins Haus ein, riegeln alles ab und hoffen auf das schnelle Geld aus Kyles Tresor, in dem das Quartett einen haufen Diamanten vermutet. Aber die Sache entwickelt sich anders als geplant: Kyle will nicht kooperieren und Sarah erkennt einen der verkleideten Kriminellen, merkt, dass Jonah ein ehemaliger Angestellter von ihnen ist, der sie nachmittags im Pool mal sehr deutlich angemacht hat und seitdem offenbar glaubt, sie warte nur auf ihn. Das ist allerdings nichts, was Sarah mal eben ihrem gefesselten Mann zuflüstern könnte, ohne allerlei Missverständnisse zu erzeugen.

Es stellt sich heraus, dass Kyle eigentlich pleite, und der Tresor, in dem die Gangster viel Geld und Diamanten vermuten, leer ist. Das treibt den Stress im Haus auf die Spitze: Jonah, der Sarah auf seiner Seite wähnt, wird panisch, der Anführer des Quartetts sieht seine Felle – und damit sein Leben – davonschwimmen, bei Kidnapper Nr. 3 bricht sich hasserfüllter Neid auf den Reichtum der Gefangenen Bahn.

Und dann steht plötzlich Tochter Avery wieder in der Tür …

Was zu sagen wäre

Ein Film von Joel Schumacher (Twelve – 2010; „Blood Creek” – 2009; „Die Journalistin” – 2003; Nicht auflegen! – 2002; „8mm” – 1999; Batman & Robin – 1997; „Die Jury” – 1996; Batman Forever – 1995; „Falling Down” – 1993). Da könnte man annehmen, dass es was richtig Gutes wird. Wird es dann aber nicht. Das Kammerspiel bleibt Psychothriller auf TV-Movie-Niveau.

Irgendwelche ehelichen Differenzen werden angedeutet, aber nichts ausgespielt; die pubertierende Tochter bietet eine Erschwerniszulage, die weder Script noch Regie zu nutzen wissen – wenn sie sie überhaupt nutzen wollten. Dazu kommen die Gangster, die zwar alles zu wissen scheinen, dann aber schlecht vorbereitet auftreten und bei denen jeder ein eigenes Süppchen kocht und zudem ein dünnes Nervenkostüm haben und bei minderem Anlass losbrüllen; dann brüllen die Eheleute und die Tochter muss den Karren aus dem Dreck ziehen. Die in Blicken und Schweigen und Brüllen gesetzten Probleme schaukeln sich hoch, erzeugen aber keine Spannung; eher bleibt der Zuschauer genervt auf der Strecke.

So ein Psycho-Kammerspiel braucht zwingend gute Schauspieler, aber sie haben nur Nicole Kidman („Meine erfundene Frau” – 2011; „Australia” – 2008; „Die Dolmetscherin” – 2005; „The Hours” – 2002; „Moulin Rouge!” – 2001; „Eyes Wide Shut” – 1999; Batman Forever – 1995; Malice – Eine Intrige – 1993), die den faden Texten des Drehbuches hinterher spielt und den Actionfilm erprobten Nicolas Cage („Pakt der Rache” – 2011; „Der letzte Tempelritter” – 2011; Kick-Ass – 2010; „Bad Lieutenant” – 2009; Ghost Rider – 2007; „World Trade Center” – 2006; „Das Vermächtnis der Tempelritter” – 2004; Corellis Mandoline – 2001; Spiel auf Zeit – 1998; Stadt der Engel – 1998; Con Air – 1997; The Rock – 1996), dessen Drama-Erfolge sich in dem Film „Leaving Las Vegas” aus dem Jahr 1995 bündeln. Der Rest – ausgerechnet die das Drama treibenden geiselgangster – sind mit Chargen besetzt. Sie spielen Figuren, die heillos unterbelichtet sind; und da liegt der Knackpunkt: Glaubwürdig ist an dieser ganzen Geschichte nichts.

Wertung: 3 von 7 €uro