Kinoplakat: The Lucky One - Für immer der Deine
Eine wohl kalkulierte Romanze, die
alles hat, nur keinen Tiefgang
Titel The Lucky One - Für immer der Deine
(The Lucky One)
Drehbuch Will Fetters
nach dem Roman von Nicholas Sparks
Regie Scott Hicks, USA 2012
Darsteller Zac Efron, Taylor Schilling, Blythe Danner, Riley Thomas Stewart, Jay R. Ferguson, Adam LeFevre, Robert Hayes, Joe Chrest, Russell Durham Comegys, Sharon Conley, Ann McKenzie, Kendal Tuttle, Cameron Banfield, Ritchie Montgomery, Courtney J. Clark u.a.
Genre Drama, Romantik
Filmlänge 101 Minuten
Deutschlandstart
26. April 2012
Website nicholassparks.com
Inhalt

Das war Glück! Oder? Logan Thibault entkommt als U.S. Marine Sergeant im Irakkrieg knapp einer Mörsergranate – seine Kameraden werden zerfetzt. Nur er nicht; Logan hatte sich für ein glitzerndes Etwas interessiert, war aufgestanden, hingegangen als es krachte. Das glitzernde Etwas erwies sich als eingeschweißtes Foto einer blonden jungen Frau mit liebevoller Widmung auf der Rückseite. Diese Frau hat sein Leben gerettet, ist Logan überzeugt.

Wieder in der Heimat macht er sich auf die Suche. Und tatsächlich findet er die allein erziehende Beth, die im Nordosten der USA – irgendwo am See – eine Hundepension betreibt. Beth ist, wie sich bald herausstellt, die Schwester eines Soldaten, der im Irak gefallen ist. Logan nimmt hier einen Job als Hilfsarbeiter an. Gerne würde er Beth sagen, was ihn hierher verschlagen hat, aber immer kommt irgendwas dazwischen. Prompt misstraut Beth dem zurückhaltenden Hundefreund – nur ihre Großmutter Ellie hat gleich durchblickt, was da kommt.

Die beiden verlieben sich ineinander. Das freut Beths Sohn Ben. Weniger freut sich Sheriff Keith Clayton, Vater von Ben und geschieden von Beth. Er will, dass Logan verschwindet …

Was zu sagen wäre

Ach, nett: eine professionell inszenierte Schnulze. Klassischer Nicholas Sparks (Das Leuchten der Stille - USA 2010; Das Lächeln der Sterne - USA 2008; Message in a Bottle - USA 1999), nur dass die Liebenden am Ende nicht mehr sterben.

Scott Hicks (Schnee, der auf Zedern fällt - USA 1999; „Shine: Der Weg ins Licht” - USA 1996) präsentiert traumhaft schöne Landschaften und lässt seinen Kameramann Alar Kivilo von der Leine, der berückend kitschig-schöne Bilder daraus macht. Ihren ersten Auftritt hat Beth natürlich im Gegenlicht mit blonden Haaren, blauen Augen und Jeans-Shorts in der Stroh bedeckten Scheune – schön, patent, romantisch. Zac Efron sieht aus und spielt, wie die Schablone, auf die diese Rolle zugeschrieben ist. Beide passen gut, beiden schaut man gerne zu.

Leider traut Regisseur Hicks seinen wahlweise kriegerisch oder romantisch hindrapierten Bildern nichts zu. Überlebt Logan den Anschlag mit der Mörsergranate, ganz offenschtlich, weil er das Bild findet, weist der anschließende Dialog noch dreimal darauf hin, damit man es auch bestimmt verstanden hat, den Wink des Schicksals. Gerät er in einen verzweifelten Hinterhalt, setzt die Zeitlupe ein. Unsichere Gefühle werden sichtbar, indem sie beim Spülen die Schaum benetzte Hand vor dem Mund streicht, während sie ihm zusieht, wie er vor dem Fenster mit den Hunden arbeitet.

Zum dramatischen Höhepunkt des Films – das merkt der Zuschauer gleich – wird es garantiert regnen; genau diese Art von Film ist das. Entspannen, abschalten, sich den inszenierten Gefühlen dieses minutiös kalkulierten Tränenziehers überlassen. Natürlich gibt es da den verstaubten Flügel im abgeschlossenen Herrenhaus, auf dem der Kriegsheimkehrer gefühlvoll (Überraschung!) herumklimpert und der Flügel ist auch gleich perfekt gestimmt. Natürlich verguckt sich Beth in den Fremden in dem Moment, wo klar ist, das der mit Hunden umgehen kann. Natürlich sieht der Ex-Ehemann aus, wie eine Ratte und natürlich hat er als Sheriff unbegrenzte Macht in der Kleinstadt. Beths Sohn, der sich verschämt in den Wald zurückzieht, wenn er seine Geige übt(!!!), weil seine Mitschüler ihn deswegen hänseln, braucht nur drei aufmunternde ich-brauch-Dich-dazu-Kumpel-Sätze, um seine Violine vor Kirchenpublikum auszupacken. Hach, schön: Selbst die Probleme kommen wohlkalkuliert und enden ebenso.

Und beim ersten Kuss, der sich über Minuten ankündigt, zögert sie natürlich, weil „das alles schon so lange her” ist, bevor sie sich ihm dann hingibt. Und der Schlusskuss mit der ganzen Familie ist dann im gleißend gelben Herbstlicht – kit-sch-ig schön! Ein bisschen mehr losgelöst von der Formelhaftigkeit solcher Filme, und es hätte auch ein Drama mit Tiefgang draus werden können.

Wertung: 4 von 6 €uro