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Kinoplakat: The Fog – Nebel des Grauens
Leuchtturm, Nebel, Untote – Mehr braucht
John Carpenter nicht zum Nägelbeißer
Titel The Fog – Nebel des Grauens
(The Fog)
Drehbuch John Carpenter + Debra Hill
Regie John Carpenter, USA 1980
Darsteller Adrienne Barbeau, Jamie Lee Curtis, Janet Leigh, John Houseman, Tom Atkin, James Canning, Charles Cyphers, Nancy Loomis, Ty Mitchel, Hal Holbrook, John F. Goff, George 'Buck' Flower u.a.
Genre Horror
Filmlänge 89 Minuten
Deutschlandstart
28. August 1980
Website The official John Carpenter.com
Inhalt

Antonio Bay, eine kleine Stadt an der Pazifikküste oberhalb San Franziscos. Die Einwohner bereiten sich auf die 100-Jahr-Feier vor. Bürgermeister, Kirchenobere, Amtsträger – alle sind bemüht, die Stadt ordentlich herauszuputzen und sich als Mustergemeinde zu präsentieren. Stevie Wayne hat andere Sorgen: Sie betreibt den lokalen Radiosender in einem Leuchtturm hoch über den Klippen Antonio Bays und ist 24 Stunden am Tag damit beschäftigt, den Sender am Laufen zu halten, aufdringliche Hörer charmant in die Schranken zu weisen und ihren Sohn nicht unter die Räder kommen zu lassen.

Am nun bevorstehenden 100. Jahrestag der Stadtgründung sollten die ehrbaren Siedler und Städtegründer mit einem Fest geehrt werden. Bedauerlicherweise waren diese Stadtväter aber gar nicht so ehrbar. Die ersten Siedler hatten ein Schiff absichtlich durch falsches Leuchtfeuer auf ein Riff gelenkt, um zu verhindern, dass in ihrer Nähe eine Leprakolonie errichtet wird. Ein reicher Leprakranker hatte den Siedlern vorher das für die Kolonie bestimmte Land mit Gold abgekauft. Er und seine Leidensgenossen waren an Bord des Schiffes und ertranken. Die sechs Siedler gründeten nach dem Unglück mit dem Gold die Stadt.

Während der Feier nun breitet sich Nebel aus – ein merkwürdiger, unnatürlicher Nebel von See her, in dem sich die Geister der damals Ertrunkenen bewegen, die nun auf Rache an den in der Stadt lebenden Nachfahren jener Verschwörer sinnen. Die Seeleute töten fünf Bewohner von Antonio Bay. Eine Gruppe von Überlebenden, unter ihnen Stevie und ihr Sohn, versammelt sich in der Kirche von Pater Malone, einem Nachfahren des damaligen Paters, der einer der sechs Verschwörer war. Ein Teil des Goldes wurde verwendet, um ein Kreuz anzufertigen, das sich nun in der Kirche befindet.

Als die Seeleute die Kirche erreichen, übergibt Malone ihnen das Kreuz, worauf die Seemänner zurückweichen. Aber sie kommen zurück …

Was zu sagen wäre

Ein schönes Kleinod aus der großen Schaffensphase John Carpenters, der einst mit seinem Studentenprojekt Dark Star (1974) für erste Aufmerksamkeit gesorgt hatte. „The Fog“ ist kein Film, der Schlagzeilen machen konnte, wie zuvor Assault on Precinct 13 (1976) oder gar Halloween (1978). Aber „The Fog“ ist ein schöner Horrorfilm. Elegante Totalen von schöne Landschaften, düstere Schiffe, übel gemeuchelte Opfer. Dazu (mittelprächtig getrickster) mysteriöser Nebel mit ordentlich gefledderten Lepra-Piraten darinnen, die hübsch-gänsehautig ihre Mission verfolgen und die Rache einer dunklen Vergangenheit.

Das alles verbunden, wie üblich, mit Carpenters synthetischem Soundtrack, dessen Main Theme zum Klassiker wurde. Dieser Film könnte heute (2012) mit einer FSK 14 durchgehen (würde es die geben), so harmlos mutet das an. Aber dass er ein Klassiker seines Genres ist, zeigt sich in der Neuverfilmung, die Rupert Wainwright 2005 mit einer Dramaturgie nach Schema F in den Sand setzte.

„The Fog“ gehört zu Carpenters Big Five: Assault – Anschlag bei Nacht (1976), Halloween – Die Nacht des Grauens (1978), „The Fog“, Die Klapperschlange (1981) und Das Ding aus einer anderen Welt (1982). Danach verschwand er in der Senke für krude Machwerke, die weder richtig Thrill noch richtig Action boten. Ein kurzer Aufbäumer waren seine Filme Die Mächte des Wahnsinns (1994), in dem es Sam Neill als eine Art Stephen King an den Kragen geht, und John Carpenter's Vampires (!998), aber mehr kam nicht mehr.

Wertung: 8 von 9 D-Mark
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