Kinoplakat: The Expendables 2
Eine Art Familientreffen 
von Actionveteran-Zitaten
Titel The Expendables 2
(The Expendables 2)
Drehbuch Ken Kaufman + David Agosto + Richard Wenk
Regie Simon West, USA 2012
Darsteller Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Maggie Chang, Jet Li, Dolph Lundgren, Chuck Norris, Terry Crews, Randy Couture, Liam Hemsworth, Jean-Claude Van Damme, Yu Nan, Scott Adkins, Charisma Carpenter, Amanda Ooms u.a.
Genre Action
Filmlänge 103 Minuten
Deutschlandstart
30. August 2012
Website expendables2-derfilm.de
Inhalt

„Das ist jetzt peinlich!”, mosert Trench, als Ross ihm die Delinquenten-Mütze vom Gesicht zieht und ihm das Leben rettet. Trench und Ross sind halt Konkurrenten im Geschäft der Söldner und in herzlicher Abneigung einander zugetan. Ross hatte eigentlich nur einen chinesischen Milliardär befreien sollen; aber da saß nun mal dieser Mann mit den Händen auf dem Rücken gefesselt unter dieser Mütze und wäre um ein Haar hingerichtet worden, da hilft man schon mal – auch wenn es dann eben Trench ist. Trench war offenbar bei einem vorherigen Befreiungsversuch in Gefangenschaft geraten.

Ross' Söldnertruppe ist auf dem absteigenden Ast. Die Geschäfte laufen schlecht, die Auftragslage in Sachen Krieg für alte Männer ist grad mau. Das jüngste Mitglied der Truppe, Billy, der Scharfschütze, hat gerade beschlossen, Ende des Jahres auszusteigen und seine Sophia zu heiraten, Yang ist schon ausgestiegen, es ist Zeit, an den Ruhestand zu denken. Dem kommt Mr. Church dazwischen. Church zwingt Ross, einen Safe aus einem in Albanien abgestürzten Flugzeug zu bergen. Für die Mission wird den Söldnern Maggie Chang zur Seite gestellt, eine junge Kämpferin und IT-Expertin, die den Safe knacken soll.

Beim Wrack des Flugzeuges angekommen, gelingt es Ross' Leuten zwar, das Objekt zu bergen, allerdings geraten sie wenig später in einen Hinterhalt der Sangs, einer gefürchteten internationalen Truppe von Söldnern und Terroristen unter der Führung von Jean Vilain. Sie töten Billy und zwingen Ross, das Paket rauszurücken. Danach verschwinden die Sangs.

An Billys Grab verliest Ross einen Brief an Sophia und schwört daraufhin, Rache an den Sangs zu nehmen …

Was zu sagen wäre

Auch bei dieser Version Stallone'scher Männerträume heißt es am Kinoeingang „Mädchen müssen draußen bleiben!” Schon der Einstieg; wie er sich für so einen Film mit Reminiszenzen an Die Hard 4.0 gehört, in dem auch schon Straßenfahrzeuge gegen einen Helikopter als Waffe genutzt wurden.

Die Rolle der Frau im Actionkino

Es spielt sogar eine Frau mit – inklusive einer windigen Erklärung für die Anwesenheit des fremden Geschlechts. Sie fällt dann unter den Kerlen kaum weiter auf, ist halt schmaler, dafür genauso schlagkräftig. Blöder Nebeneffekt, der immer eintritt, wenn Frauen anwesend sind: Die Männer rüpeln nicht rum und führen Gespräche. So richtg mit Inhalt und so. Gespräche, die einen Tiefgang suggerieren wollen, den so ein Film nicht braucht. Andererseits hatten schon Rambo II: Der Auftrag oder Phantom Kommando Frauenfiguren, die nicht mit Romantik störten; in dieser Tradition bewegt sich Maggie Chang als krallige Katze unter lauter vernarbten Katern.

Kinoplakat (US): The Expendables 2Man darf diesen Film unbedingt nicht ernst nehmen. „The Expendables 2” ist so etwas, wie der Altersruhesitz der Stars, die in den 1980er Jahren das Actionkino definierten und in dem Mel Gibson nach alkoholisierten Engleisungen wahrscheinlich nur aus politisch-korrekten Gründen fehlt. Es gibt sogar diese billigen Explosionen-vor-GreenScreen-Schatten – das kann nur als ironischer Verweis, nicht ernst gemeint sein. Osteuropa übrigens sieht aus, wie immer in Action-Hollywood: nass, kalt, rostblau, modrig, kaputt – also das Gegenteil der strahlenden Vereinigten Staaten von Amerika.

„Was ist der Plan?” „Suchen. Finden. Töten!”

In solchen Filmen sterben die Charaktere entweder jung, oder sie leiden ein langes, zunehmend vernarbtes Leben lang. Natürlich stirbt in so einem Film der junge Kamerad mit den strahlenden Augen und der süßen Freundin, der so wunderbare Zukunftspläne hat und aussteigen will – Fanfarenschall, markige, philosophische Männerworte, „Wie kann es sein, dass derjenige von uns, der kühne Pläne hatte … so früh sterben muss?”

PauseRegenPauseRegenPause.
Dann fragt Dolph Lundgren: „Wie ist der Plan?”
Und Sylvester Stallone grunzt: „Suchen! Finden! Töten!”

Solche Filme, in denen „Ich werde Sophia heiraten” als kühne Pläne gelten, brauchen eigentlich nichts anderes. Irgendwann stehen ALLE nebeneinander und eröffnen frontal das Feuer. Jungs, entschuldigung, das ist … ein großartiges Bild.

Arnold Schwarzenegger als Bruce Willis als Arnold Schwarzenegger

Dolph Lundgren gibt einen wunderbaren Irren: „Bleed in Peace” sagt er an einer Stelle, in der Blutspritzer das Kamerabild bedecken, „Blute in Frieden!” Und Arnold sagt „Ich bin zurück!” Und kurze Zeit später im Feuergefecht dann „Ich komme wieder”. Woraufhin Bruce Willis erwidert „Wie oft willst Du eigentlich noch wiederkommen”, Arnold zurück in die Deckung drückt und selber sagt „Ich komme wieder.” Das lässt einen etwas verwirrten Arnold zurück, der „Jippiejajehh, Schweinebacke” stöhnt. Und dann kommt Chuck Norris dazu und Arnie fragt „Wer kommt noch? Rambo?”

Und dass dann der Name des schurkischen Jean-Claude van Damme, der nun doch noch zur Riege der Expendables gefunden hat, im Film auch noch Jean Vilain heißt, was sich im englischen wie Villain spricht – „Feind” – das ist eine nette Geste an die Vergeber alberner Action-Hero-Namen.

Ein am Ende äußerst entspannter Film über melancholische alte Männer aus der Rubrik „Braucht kein Mensch – Muss ich unbedingt sehen!”

Wertung: 6 von 7 €uro