Kinoplakat: The American
George Clooney als Alain Delon
in einem Film ohne Story
Titel The American
(The American)
Drehbuch Rowan Joffe
nach dem Roman „A very private gentleman” von Martin Booth
Regie Anton Corbijn, USA 2010
Darsteller George Clooney, Violante Placid, Thekla Reuten, Paolo Bonacelli, Johan Leysen, Irina Björklund, Filippo Tim, Lars Hjelm, Giorgio Gobbi, Silvana Bosi, Guido Palliggiano, Samuli Vauramo, Antonio Rampino, Ilaria Cramerotti, Angelica Novak u.a.
Genre Krimi
Filmlänge 105 Minuten
Deutschlandstart
16. September 2010
Inhalt

Er will aussteigen. Jack, Auftragskiller, Waffenbauer, er will nicht mehr. Gerade musste er im schwedischen Hinterland seine Freundin erschießen, weil die Zeugin wurde, wie er zwei – offenbar auf ihn angesetzte – Killer ausgeschaltet hat.

Jack reist nach Rom. Sein Auftraggeber, Pavel, schickt ihn weiter in die Abruzzen. Dort soll er sich im Dorf Castel del Monte verstecken. Kurz nach seiner Ankunft erhält er von Pavel den Auftrag, für eine Berufskollegin, Mathilde, ein spezielles Gewehr anzufertigen. Während seines Aufenthaltes lernt er den katholischen Priester der Gemeinde kennen und verliebt sich in die Prostituierte Clara.

Nur der Priester ahnt, dass Jack einen speziellen Hintergrund hat; die Dörfler glauben gerne, dass der Fremde Fotograf ist, der der Schönheit der Abruzzen erlegen ist. Jack baut das Gewehr, trinkt Espresso und liebt Clara. Und er stellt fest: Es gibt noch einen Killer, der auf ihn angesetzt ist …

Was zu sagen wäre

Hilfe. Die Alain-Delon-Jean-Paul-Belmondo-Schweige-Thriller der späten 1970er Jahre sind wieder da; und ein bisschen Clint – Schweiger – Eastwood und der „Der Schakal” (Fred Zinnemann, 1973) ist auch noch verwurstet. George Clooney (Männer, die auf Ziegen starren – 2009; Up in the Air – 2009; „Burn After Reading” – 2008; Michael Clayton – 2007) hat den Film produziert und offenbar hat er in seiner italienischen Wahlheimat gehört, dass dort die große Filmzeit in den 1970er/80er-Jahren war. Und womöglich meinten Clooneys stolze Einflüsterer Fellini und Clooney guckte aber die oben genannten Thriller mit den schweigsamen Haudegen und wollte nun also seinen amerikanischen Fans mal zeigen, wie echte europäische Filmkunst geht.

Und weil man so was ja können muss, hat er sich Anton Corbijn auf den Regiestuhl gesetzt. Der hat bislang vor allem Musikvideos und Musikdokumentationen gedreht. Und jetzt haben wir einen attraktiven Hauptdarsteller vor grandioser Italo-Kulisse, von dem der Zuschauer nicht so recht weiß, was er da eigentlich soll. Jack muss sich verstecken? Okay! Er soll eine Waffe bauen? Okay! Er soll sich im örtlichen Puff verlieben? Okay! Aber wo ist die große Storyline. Im erwähnten „Schakal” passiert äußerlich auch nicht viel. Der Killer reist halt durchs Land. Er baut seine Waffe. Er vögelt. Er testet seine Waffe. Ähnlich wie im vorliegenden „American”. Aber bei Zinnemann ist da immer, a.) der Bulle, der ihm dichter auf die Fersen kommt und, b.) das Ziel des Killers: Präsident Charles DeGaulle.

Was Clooney in dem Abruzzen-Nest noch soll, wird nicht so klar. Und der halbwegs originelle Clou am Ende über die Identität des Killers und Jacks besondere Spürnase erinnert dann eher an die melancholischen Blicke von Delon und/oder Belmondo, wenn sie am Ende ihrem Ende entgegentaumelten und die damit verbundenen vorherigen 90 Filmminuten moralisch schwer aufblähten.

Ja, das war toll damals in den 70er Jahren mit den schweigsamen Haudegen, die am Ende in ihrem Blut lagen. Aber eben: Damals. Heute ist 2010.
Die Filmmusik ist übrigens von Herbert-Schddnimblick-Grönemeyer.

Wertung: 4 von 7 €uro