Kinoplakat: The Zero Theorem
Terry Gilliam sucht nach
dem Sinn des Lebens
Titel The Zero Theorem
(The Zero Theorem)
Drehbuch Pat Russin + Terry Gilliam
Regie Terry Gilliam, UK, Rumänien, Frankreich, USA 2013
Darsteller
Christoph Waltz, Mélanie Thierry, David Thewlis, Lucas Hedges, Matt Damon, Ben Whishaw, Tilda Swinton, Peter Stormare, Rupert Friend, Gwendoline Christie, Ray Cooper, Lily Cole, Sanjeev Bhaskar, Margarita Doyle, Emil Hostina u.a.
Genre Drama, Fantasy
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
27. November 2014
Website thezerotheorem.xyz
Inhalt

In der Zukunft werden wir alle von omnipräsenten Kameras überwacht. Sie sind die Augen und Ohren des schattenhaften und sagenumwobenen Management, der einer Organisation namens „Mancom“ vorsteht. Qohen Leth ist ein Computer-Genie, das Angst vor menschlichem Kontakt hat und auf einen Anruf wartet – der ihm den Sinn seiner Existenz verraten soll.

Auf einer Betriebsfeier trifft Qohen die Prostituierte Bainsley, die ihm ihre Telefonnummer gibt. Management, der Chef von „Mancom“, erlaubt ihm, von zu Hause aus – einer ehemaligen Kirche – am „Zero Theorem“ zu arbeiten, einer mathematischen Formel, die ebenfalls die Frage nach dem Sinn des Lebens beantworten soll. Während Qohen zu Hause monatelang erfolglos am „Zero Theorem“ arbeitet, verliebt er sich allmählich in Bainsley. Seine Gesundheit und sein psychischer Zustand verschlechtern sich rapide; er träumt von einem Schwarzen Loch.

Als er frustriert seinen Computer mit einem Hammer zerstört, schickt Management ihm seinen Sohn Bob, der den Computer repariert, Qohen klarmacht, dass er von seinem Arbeitgeber ausspioniert wird, und andeutet, Bainsley sei nur an dem Geld interessiert, das sie für ihre Dienste an ihm erhielte. Bainsley bringt ihm einen VR-Anzug, um mit ihr über ihre Webseite zu interagieren. Auf einer virtuellen Tropeninsel treffen sich Qohen und Bainsley und küssen sich …

Was zu sagen wäre

Ein weiterer Terry-Gilliam-Film (Das Kabinett des Doktor Parnassus – 2009; „Brothers Grimm“ – 2005; Fear and Loathing in Las Vegas – 1998; 12 Monkeys – 1995; „König der Fischer“ – 1991;Brazil – 1985; „Time Bandits“ – 1981; Die Ritter der Kokosnuss – 1975), visuell überbordend und mit einem Mal Sehen kaum zu erfassen – und diesmal sucht er nach dem Sinn des Lebens.

Kinoplakat (US): The Zero Theorem

Ich bin erschlagen. Schon, weil Christoph Waltz mal nicht der Schurke ist (Django Unchained – 2012; Der Gott des Gemetzels – 2011; Die drei Musketiere – 2011; The Green Hornet – 2011; Inglourious Basterds – 2009); er ist der (buchstäblich) nackte Held, der sich einer überwachten Welt zu entziehen sucht.

Die Story ist, ziehl man alle Extravaganza ab, dünn. Da ist ein Verhaltensauffälliger, der gerne alleine ist, nach dem Sinn des Lebens sucht und sich in ein virtuelles Callgirl verknallt und irgendwann, weil er die Vorgaben seines Chefs nicht erfüllt, gefeuert wird. In der Zwischenzeit hatte er erkannt, dass das Callgirl ihn nur ausnimmt, das virtuelle Callgirl hatte erkannt, dass es in seiner analogen Form sich in den Verhaltensauffälligen verguckt hatte, von diesem aber abgewiesen wurde und am Ende stürzt sich der Verhaltensauffällige ins … Nirwana. Soweit … so mühsam.

Und jetzt stülpt Terry Gilliam seine spezielle, variantenreiche Kulisse darüber. Seine Welt ist eine Dystopie. Grell geschminkte Funktionsträger in bunten Anzügen laufen durch Straßenschluchten, verfolgt von individualisierter Werbung, wie wir sie auch aus Steven Spielbergs Minority Report schon kennen – nur stammt der aus dem Jahr 2002. Dem Script fehlt Schärfe, wenn ich es als kritischen Zukunftsentwurf oder als philosophische Reflexion sehen soll. Aber natürlich lässt mich Gilliams schrille Ausstattung nicht kalt, fesselt mich mit schrägen Figuren und ein paar berührenden Situationen.

Wertung: 3 von 8 €uro