Kinoplakat: Susi und Strolch
Die Wechselfälle der Liebe
anrührend auf hundisch
Titel Susi und Strolch
(Lady and the Tramp)
Drehbuch Erdman Penner + Joe Rinaldi + Ralph Wright + Don DaGradi
frei nach der Geschichte „Dan, the Whistling Dog“ von Ward Greene
Regie Clyde Geronimi + Wilfred Jackson + Hamilton Luske, USA 1955
Stimmen

Margot Leonard, Ina Patzlaff, Larry Roberts, Harry Wüstenhagen, Bruno W. Pantel, Hans-Werner Bussinger, Bill Baucom, Walter Süssenguth, Arnold Marquis, Lee Millar, Heinz Giese, Claus Jurichs, Bill Thompson, Inge Landgut, Almut Eggert, Verna Felton, Ursula Krieg, George Givot, Edgar Ott, Erich Poremski, Erich Fiedler, Edith Hancke, Ursula Herwig, Peggy Lee, Herta Kravina, Beate Hasenau, Werner Lieven, Franz Nicklisch, Alan Reed, Herbert Stass, Jochen Schröder, Uwe Paulsen, Hans-Walter Clasen, Andreas Mannkopff, Dal McKennon, Carl-Heinz Carell, Hermann Mayer-Falkow, Gerd Holtenau, Stan Freberg, Erich Kestin, Klaus Miedel u.a.

(aufgeführt sind die sprecher der Original- und der deutschen Versionen)

Genre Zeichentrick
Filmlänge 76 Minuten
Deutschlandstart
14. Dezember 1956
Inhalt

Cocker-Spaniel-Dame Susi kam zu Weihnachten. Tony schenkte die Kleine seinem geliebten Darling zu Weihnachten; sie nannten sie Susi (Lady in der Originalfassung). Sie war schnell der Mittelpunkt in dem kleinen haushalt im Viertel der Gutbetuchten.Susi versteht sich auch gut mit ihren Nachbarhunden Jock, einem Scottish Terrier, und Pluto, einem Bloodhound.

Aber dann, von jetzt auf sofort, änderte sich die Tonlage in der kleinen Familie. Susi verstand das nicht und als Jock und Pluto ihr erklärten, dass Tony und Darling Nachwuchs erwarteten, verstand Susi erst nur Bahnhof. Und als dann Tony und Darling auch noch die Koffer packten und statt dessen Tante Clara (Sara in der Originalfassung) das Regiment im Haus übernahm, wurde das gut behütete Leben zur Hölle. Susi dachte an Strolch (Tramp in der Originalfassung); der hatte eines Tages im Vorgarten gestanden, ein stattlicher Mischlingsrüde, und sie gewarnt, dass sich alles ändern würde, sobald ihre Besitzer ein Baby bekommen.

Claras Siamkatzen Si und Am zerstören die Wohnung und lassen es so aussehen, als sei Susi die Täterin, weshalb man ihr daraufhin einen Maulkorb anlegt. Sie flieht – und trifft strolch wieder. Der sieht den Maulkorb und weiß gleich Rat. Im Zoo überzeugt er den Biber, Susi den Maulkorb abzubeißen … mit Erfolg.

Susi verliebt sich in Strolch, wird jedoch schnell von ihm getrennt: ein Hundefänger schnappt sie. Im Hundeasyl erfährt sie von Strolchs ausschweifendem Liebesleben. Das verunsichert sie. Doch nicht nur ihre Beziehung ist in Gefahr, auch das Baby von Susis Besitzern, als eine Ratte in das Kinderzimmer schleicht …

Was zu sagen wäre

Disney-Künstler sind die Besten. wieder beweisen die Zeichner und Maler und Trickkünstler, wie einmalig sie ihr Metier beherrschen. Jetzt zahlt sich aus, dass sie einst ihren Arbeitsplatz für Bambi monatelang mit lebenden Tieren teilen mussten, um sie besonders realistisch malen zu lernen. Ob glückliche Hunde in wohliger Wärme, streunende Hunde in nasskalter Nacht – die Disneyleute finden Bilder … schaffen Bilder von seltener Schönheit, mit Details wie Schnuppernasen oder Augen-Blicken, bei denen ich vergesse, dass sie gezeichnet sind. Diesmal stellen die Künstler ihre Kunst in den Dienst der Liebe.

„Lady and the Tramp“ ist eine Liebesgeschichte, die den klassischen Schritten der Romanze folgt. Glaubt man Disney, geht es Hunden dabei nicht anders, als den Menschen. Es ist eine Geschichte der wechselnden Liebe. Das junge Paar (Darling und Tony) besorgt sich einen Hund, um Familie zu simulieren). Dann gibt es ein Baby und die Liebe zum Hund kühlt ab, Eifersucht kommt auf. Hilflosigkeit ob der Grausamkeit des Lebens. In Form zweier Siamkatzen, die einen kurzen, aber sehr prägnanten Auftritt haben, zeigen die Disneykünstler, wie schnell sich das schöne Leben in einen Albtraum verwandeln kann. Schon klar, dass das dramatisiert ist, aber, hey, wir befinden uns in der Parallelwelt des Zeichentrickfilms.

Ein smartes Typecasting – welche Hunderasse verkörpert welchen Charakterzug – eingängige Songs und ein Spaghettiteller heben diesen Film aus der Masse heraus. Das hat auch damit zu tun, das „Lady and the Tramp“ der erste Film aus der Classics-Reihe ist, der eine eigene Handlung erfindet. Zwar gilt „Dan, the Whistling Dog“ von Ward Greene als Grundlage für den Film, aber die Story an sich ist dann eine völlig andere. Keine Märchenprinzessin, kein Peter-Pan-Klassiker – statt desen ein Hund, der sich in der (realistischen) Menschenwelt behaupten muss; so nah war Disney den Menschen nie. Und wir sehen diese Menschen meist nur ab der Hüfte abwärts; Kino aus Hundeperspektive.

Ein neuer Stil im Disney-Kinouniversum.

Wertung: 6 von 6 D-Mark