Kinoplakat: Surrogates - Mein zweites Ich
Hübscher Seitenhieb gegen Schönheitswahn
Ein mäßig spannender Blick in die Zukunft
Titel Surrogates - Mein zweites Ich
(Surrogates)
Drehbuch Michael Ferris + John D. Brancato
nach der Graphic Novel von Robert Venditti + Brett Weldele
Regie Jonathan Mostow, USA 2009
Darsteller Bruce Willis, Radha Mitchell, Rosamund Pike, Boris Kodjoe, James Francis Ginty, James Cromwell, Ving Rhames, Jack Noseworthy, Devin Ratray, Michael Cudlitz, Jeffrey De Serrano, Helena Mattsson u.a.
Genre Science Fiction, Action
Filmlänge 89 Minuten
Deutschlandstart
21. Januar 2010
Inhalt

Das Jahr 2054: Der Perfektionswahn hat ganze Arbeit gemacht. Die Menschheit existiert nur noch in Schlafkabinen, wo sie über ein Computer gesteuertes System Doppelgänger ihrer selbst durch die Straßen der Stadt steuern, perfekt im Aussehen, ewig jung, so gut wie unverwundbar. Das Militär hatte sie einst entwerfen lassen, um die perfekte Armee zu schaffen.

Die Schönheitsindustrie übernahm die Idee; jetzt bevölkern die „Surros” die Straßen. Verbrechen gibt es so gut wie nicht mehr. Wer soll schon bei „Geld oder Leben!” noch in Angststarre verfallen, wenn sein Surro unzerstörbar ist – und wenn doch mal, die Versicherung einen neuen bezahlt?

Dennoch werden zwei Surrogates zerstört – mittels einer Elektrowaffe, die ihre Schocks bis in die Gehirnströme des Surrogate-Operators jagt, dessen Gehirn sich unmittelbar verflüssigt. Einer der beiden Toten ist Jared Canter, Sohn von Dr. Lionel Canter, Erfinder der Surrogates-Technologie. Die FBI-Agents Tom Greer und Jennifer Peters ermitteln. Natürlich schicken auch die beiden ihre Surros ins Feld.

Peters' richtiges Leben ist ein unbeschriebenes Blatt, Greer hingegen hat seinen Surro satt, seit er seinen Sohn bei einem Unfall und dadurch seine Frau an diese Surro-Ideologie verloren hat. Bei seinen Ermittlungen stößt er bald auf das Reservat.

Das Reservat ist ein heruntergekommener Stadtteil, in dem die Dreads leben, eine Gruppe von Menschen, die sich der langsamen totalen Zuwendung der Menschen zum Gebrauch von Surrogates entzogen hat. Surrogates haben hier keinen Zutritt. Im Reservat führt der Prophet das Wort, ein Sektenführer, der es sich zum Ziel gesetzt hat, alle Surrogates und jene, die ihnen verfallen sind, zu vernichten. Steckt er hinter dem Doppelmord ..?

Was zu sagen wäre

Kinoplakat (US): SurrogatesEine smarte Ausgangsidee. Wirklichkeitsnah und aufregend in ihrer Tragweite. Der passende Stoff für eine Graphic Novel. Leider wird im Film dann doch wieder nur ein Who-done-it-Thriller draus, der sein futuristisches Ambiente als bloße Kulisse missbraucht und dessen Auflösung auch bald klar auf der Hand liegt. Look and Feel erinnern sehr an „I Robot” (USA 2004).

Für seinen Erfinder, Lionel Canter, sind Surrogates zu einer Droge verkommen, er hat sich längst aus der Entwicklung zurückgezogen; sein eigenes Board hat ihn rausgeschmissen. Für ihn gibt es da eine simple Logik: „You have to kill the Addict to kill the Addiction” (Man muss die Droge vernichten, um die Sucht zu zerstören). Das ist alles ganz hübsch - Schönheitswahn gleich Drogensucht – und entziehst Du den Menschen ihre Droge, fallen sie um wie Marionetten ohne Faden. Entsprechend wartet Jonathan Mostow (Terminator III: Rebellion der Maschinen - USA 2003) mit ein paar erstklassigen apokalyptischen Bildern auf. Immer gibt es in solchen Filmen Bilder, die einen umhauen, während sie insgesamt doch blass bleiben.

Der Film ist nicht schlecht erzählt, schafft es, die komplexe Wechselwirkung Mensch-Surrogate-Killer-Motiv überschaubar zu halten und nimmt dafür die klassischen Versatzstücke des Fünfakters zu Hilfe: Der Held, der alles verliert, die Motivation des Helden beginnt, weil sein Ist-Zustand unerträglich wird, was ihn bis ans andere Ende der Welt treibt – im vorliegenden Fall ins Reservat – und natürlich die Belohnung am Schluss. Allerdings ist das Motiv des Killers so armselig, dass es hergeholt wirkt; dünn und wenig glaubwürdig.

Insgesamt ein netter Zeitvertreib für einen Videoabend mit Bruce Willis (Die Hard - USA 1988).

Wertung: 4 von 7 €uro