Plakatmotiv: Superhero Movie
Leidlich witzige Komödie, der
schnell die Power ausgeht
Titel Superhero Movie
(Superhero Movie)
Drehbuch Craig Mazin
Regie Craig Mazin, USA 2008
Darsteller
Drake Bell, Sara Paxton, Christopher McDonald, Leslie Nielsen, Kevin Hart, Marion Ross, Ryan Hansen, Keith David, Brent Spiner, Robert Joy, Jeffrey Tambor, Robert Hays, Nicole Sullivan, Sam Cohen, Tracy Morgan u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 75 Minuten
Deutschlandstart
24. Juli 2008
Inhalt
Rick Riker lebt bei seiner Tante Lucille und seinem Onkel Albert Adams. In der Schule ist er schüchtern und unbeliebt. Auf einem Schulausflug wird er von einer genetisch manipulierten Libelle gebissen und entwickelt daraufhin Superkräfte: die proportional vergrößerte Kraft, Geschwindigkeit und Wendigkeit einer Libelle, die Fähigkeit Wände zu erklettern und einen besonderen „Libellensinn“ für Gefahren.

Kurzerhand bekämpft Rick als „Dragonfly“ das Böse, doch stellt sich jemand seinem Schicksal in den Weg: Lou Landers. Nach einem schiefgegangenen Experiment entwickelt auch Lou Superkräfte. Er kann einer Person die Lebenskraft stehlen und sucht so die Unsterblichkeit unter dem Namen „Sanduhr“. Durch ihn wird auch Ricks Tante im Film getötet. Jill verliebt sich in Dragonfly, weiß allerdings nicht, dass Rick Dragonfly ist. Gleichzeitig kommt Jill auch Rick näher, aber nachdem die beiden schon so gut wie zusammen waren, beschließt Rick, dass sie doch nicht zusammen sein können, wohl um Jill nicht zu gefährden. Schließlich hat Rick Riker keine Lust mehr auf Dragonfly und hört auf. Doch nach ein paar Tagen gelingt es Onkel Albert Rick Riker zu überreden, dass er wieder mit Dragonfly anfangen soll. Dragonfly geht dann zu einer Friedenspreisverleihung. Dort kann er noch die Sanduhr erledigen. Schließlich findet Jill heraus, dass Rick Riker Dragonfly ist …

Was zu sagen wäre

Es gab in den 1990er jahren herrlich gelungene Verarschungen großer Katastrophenfilme der 70er Jahre und alter Polizeiserien, die alle unter dem Namen ZAZ berühmt wurden. Filme wie „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ und „Die nackte Kanone“ von den Regie-Autoren David + Jerry Zucker (die beiden „Z“) und Jim Abrahams (das „A“ in ZAZ) gewannen durch den heiligen Ernst, mit denen die Macher den noch viel heiligeren Ernst solcher Filme wie AirportErbeben oder Flammendes Inferno hopps nahmen. In diesem Geist versucht David Zucker in Kooperation mit den Produzenten Harvey und Bob Weinstein, jetzt Superheldenfilme zu karikieren. Das funktioniert hier und da leidlich. Angelehnt an die Story von Sam Raimis ersten Spider-Man werden alle bekannten Szenen überdreht, ausgewaltzt und jeder Gag aus ihnen herausgeholt, die einem Autoren einfallen können. Die Handlung allerdings ist zu dünn. Lieblos werden irgenbdwelche Superheldencharaktere irgendwo hergeholt, müssen Unsinn erleiden und verschwinden dann ohne weitere Folge wieder. Das ist reine Nummernrevue, keine Filmdramaturgie, die die zuvor erwähnten ZAZ-Filme durchaus hatten. Manchmal zünden einzelne Gags, aber die meisten sind so überzeichnet, dass sie innerhalb der Szene keinen Sinn mehr ergeben.

Wenn Rick seine Jill verlässt, erklingt „All by my Side“ und überall sitzen sich küssende Paare, kopulierende Windbeutel und Menschen im Bett. Die beliebte Schweißtropfen-Szene (der Held versteckt sich an der Decke und ein herabfallender Schweißtropfen droht ihn zu verraten) wird hier auf ein dringendes (Toiletten)Bedürfnis des an der Decke hängenden Helden umgedichtet – es tropft, es strullert wie aus dem Rasensprenger; so richtig verweigern kann man sich der Albernheit solch einer Szene nicht. Und irgendwann steht der Dalai Lama nackt auf der Bühne und im Saal prügeln sich Nelson Mandela, Desmond Tutu und der Papst. Das ist alles furchtbar albern, dramaturgisch untere Schublade inklusive jeder Menge Titten- und Furzwitze. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Weil die Dramaturgie nicht reicht für das, was man einen „abendfüllenden Spielfilm“ nennt, setzen die Macher ans Ende noch so eine Art Outtakes (um Zeit zu schinden), um auf halbwegs verwertbare 75 Minuten zu kommen; statt dessen macht diese Schlusssequenz deutlich, dass der Film nicht endgültig durchdacht ist. Dieses Superhero-Movie ist eine nette Ansammlung von Gags, bei denen man hier und da mal lachen kann. Aber es fehlt der Charme einer halbwegs liebevollen Geschichte.

Was bleibt, ist eine grandiose Tom-Cruise-Persiflage

Wertung: 2 von 6 €uro