Kinoplakat: Super 8

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Themenpark - Großartig

Titel Super 8
(Super 8)
Drehbuch J.J. Abrams
Regie J.J. Abrams, USA 2011
Darsteller Joel Courtney, Elle Fanning, Kyle Chandler, Riley Griffiths, Ryan Lee, Gabriel Basso, Zach Mills, Jessica Tuck, Joel McKinnon Miller, Ron Eldard, Amanda Michalka, Andrew Miller, Jade Griffiths, Jakob Miller, Britt Flatmo u.a.
Genre Abenteuer
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
4. August 2011
Inhalt

Eine US-Kleinstadt im Jahr 1979. Nach dem Tod seiner Mutter ist der 13- jährige Joe allein mit sich und seiner Trauer. Zuflucht findet er bei den Dreharbeiten eines Zombiefilms, den sein bester Freund Charles auf Super 8 inszeniert. Er konnte sogar die unerreichbar scheinende Alice für eine Hauptrolle gewinnen.

Beim nächtlichen Dreh einer Szene am Bahnhof werden sie Zeugen eines Zugunglücks. Ein durchfahrender Zug entgleist, als ein Pickup auf die Gleise fährt. Der Fahrer des Pickups entpuppt sich als Dr. Woodward, der Biologielehrer der örtlichen Mittelschule, der die Kinder mit letzter Kraft warnt, nichts von ihrer Anwesenheit bei dem Unglück zu erzählen. Joe nimmt einen von unzähligen an der Unglücksstelle liegenden Metallwürfeln an sich. Währenddessen ist eine Kreatur aus einem der zerstörten Bahnwaggons entkommen.

Die Teenager findem heraus, dass der Zug der US Air Force gehört hat. Mit einem Mal fliehen sämtliche Hunde aus der Stadt, Elektro-Bauteile aus Strommasten, Motoren wie auch anderen Geräten verschwinden. Joes Metallwürfel entwickelt ein Eigenleben und fliegt zum Wasserturm. Schließlich verschwinden auch Menschen – unter ihnen Alice.

Das Militär inszeniert einen Flächenbrand und evakuiert die Stadt. Die Teenager entdecken auf dem entwickelten Super-8-Film die riesenhafte Kreatur, die bei dem Zugunglück entkam. Auf der Suche nach Alice fahren sie zurück in die evakuierte Stadt zur Schule, um etwas über ihren Biologielehrer herauszufinden. Dieser nahm bis 1963 an militärischen Forschungen an einem außerirdischen Wesen teil, das offenbar von der Erde fliehen möchte …

Was zu sagen wäre

Kinoplakat (US): Super 8Etwaige Ähnlichkeiten mit frühen Filmen von Steven Spielberg im Allgemeinen und „E.T.” im Besonderen sind der Person des Executive Producers zuzuschreiben - Steven Spielberg.

Ein toller Film. Gedreht 2011 sieht er aus, als wäre er 1980 entstanden. Das bewirken die anfangs betuliche Erzählhaltung, die heute kein Summer-Eventmovie seinen jungen Zuschauern mehr vorzusetzen traut, die Besetzung mit vornehmlich Kindern und natürlich die Welt, in der wir uns befinden: eine Kleinstadt, bevölkert und erzählt aus Sicht von Kindern. Grandios schon der Einstieg, der ohne Dialog vom Drama in einer kleinen Stadt erzählt, durch das unser Held seine Mutter verloren hat.

Trotzdem: Wenn anfangs der Zug entgleist, dann ist das kein 1980er-Movie; der Zug explodiert schon ordentlich so, wie man/kind das 2011 erwartet. Auch das Alien, das spät in den Film eingeführt wird und zumeist im Halbdunkeln harrt, ist samt Mimik und Schleim sehr 2011. Aber auch hier: Der Thrill, den das rätselhafte Wesen erzeugt, ist gänsehautiges 1980 – wunderbar. Im Vorfilm lief ein Trailer zu „Final Destination 5”, der in seinen zwei Minuten mehr unter-den-Sessel-spring-Thrill aufbaut, als der ganze folgende Hauptfilm.

Den romantischsten Moment liefert in diesem angenehm sehnsüchtigen, romantischen Abenteuerfilm der Abspann. Der zeigt den schließlich doch noch fertig gestellten Zombiefilm, den die Jungs in ihrer kleinen Stadt gedreht haben. Nach 100 perfekt inszenierten Minuten liefert er den charmanten Beweis, dass man all die SFX und Perfektionismen aus dem Blockbuster-Baukasten nicht zwingend braucht: Der kratzige Super-8-Streifen erzählt anrührend, engagiert, schlecht geschnitten, sich um keine Kontinuität oder Bildachse kümmernden Anschluss die Abenteuer eines Detektivs, der seine Frau fast an Zombies verliert.

Die Entdeckung des Films, der Magic Moment? Jeder Auftritt der 13jährigen Elle Fanning. Ja, ich verstehe, warum Joe in sie verknallt ist und ich verstehe auch, warum er sich nicht traut, diesen Ausbund an schöner Selbstständigkeit anzusprechen. Super 8 ist ein wunderschöner Ausflug zurück in meine Kinokindheit.

J.J. Abrams hat schon in Star Trek (USA 2009) - und in Ansätzen auch schon in „Mission: Impossible 3” (USA 2006) - bewiesen, dass er neben TV-Straßenfegern („Lost” - TV 2009; „Alias - die Agentin” - TV 2001) auch die große Leinwand beherrscht. Perfektes Kintopp!

Wertung: 7 von 7 €uro