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Kinoplakat: Straße der Verdammnis
Großes Abenteuer in
der postnuklearen Welt
Titel Straße der Verdammnis
(Damnation Alley)
Drehbuch Alan Sharp + Lukas Heller
nach einem Roman von Roger Zelazny
Regie Jack Smight, USA 1977
Darsteller
Jan-Michael Vincent, George Peppard, Dominique Sanda, Paul Winfield, Jackie Earle Haley, Kip Niven, Robert Donner, Seamon Glass, Trent Dolan, Mark L. Taylor, Robert Hackman, Erik Cord, Terence Locke, Marcia Holley u.a.
Genre Science Fiction, Abenteuer
Filmlänge 91 Minuten
Deutschlandstart
24. August 1978
Inhalt

Mit dem dritten Weltkrieg hat es die Menschheit geschafft, sich selbst ins Verderben zu stürzen. Ein nuklearer Krieg, bei dem unzählige Atombomben eingeschlagen sind, hat den gesamten Planeten verwüstet, einen Großteil der Menschheit ausgelöscht und die Natur aus dem Gleichgewicht gebracht.

Eine Gruppe Überlebender zieht quer durchs Land. Sie folgen einem Funksignal, in der Hoffnung noch weitere Überlebende zu finden. Doch auf ihrem Weg über die Strasse der Verdammnis geht es ums nackte Überleben, denn neben grausamen Naturgewalten und der radioaktiven Strahlung, haben sie es zudem mit mutierten Tieren und Pflanzen zu tun, die ihnen nach dem Leben trachten …

Was zu sagen wäre

Der dritte … der endgültige, atomare Weltkrieg startet entmenschlicht. Jack Smights „Damnation Alley“ beginnt mit militärischen Abläufen im Raketenbunker, knappen Befehlen, die niemand mehr hinterfragt. Der große Screen im War-Room zeigt russische Raketenspuren und also reagieren die US-Raketen-Silos. Die Folge: globale Verstrahlung ohne (echt) menschlichen Einfluss.

Es findet sich die traditionelle wir-lassen-uns-nicht-unterkriegen-Combo zusammen – ein weißhaariger Das-Haben-wir-immer-so-gemacht-Colonel, ein viriler Ich-überlebe-sicherer-wenn-ich-meinen-Instinkten-vertraue-Typ, ein schwarzer Sympathieträger als Kanonenfutter, ein Junge als Bewahrer der Rasse und eine schöne Frau, die verdammt froh sein kann, dass – bei aller zur Schau getragenen Coolness – Jan-Michael Vincent des atomar verstrahlten Wegs kommt.

„Damnation Alley“ ist großes Abenteuer Over the Edge und vor allem auf State of the Art. Kaum ein Bild ist 100-prozentig echt, meistens überlagert ein irgendwie verstrahlter Himmel die erkennbar künstlich montierte Szenerie (um die postapokalyptische Atmosphäre darzustellen, wurde in 80 Prozent der Szenen der Himmel mit gemalten Hintergründen mittels Matte Painting überlagert). Hindurch fahren phantasievoll gepanzerte Fahrzeuge mit Geländegängigen Mehrachsern, gesteuert von hochgeföhnten VoKuHiLa-Frisur-Typen.

Das ist ein Film ohne jeden Höhepunkt. Die Geschichte geht fünf Minuten vor dem nuklearen Holocaust los und dann einfach immer irgendwie weiter und wir müssen wohl annehmen, dass das Leben eben genauso ziel- und ratlos verlaufen würde, wie in diesem Film, wenn die (russischen?) Bomben fallen. Ein wenig Drama, ein wenig Struktur hätte dem Film nicht geschadet. Die Menschen hier sind Beiwerk, für das Erzählen notwendiges Übel, fahren mit imposantem Vehikel durch verstrahlte Landschaften und sprechen kernige Sätze.

Die entscheidenden Spezial Effekte sind sehr schlecht. Lieblos ins Bild hineinkopierte Skorpione, ebenso kopierte Kakerlaken, die nicht zur jeweiligen Licht-Situation passen – das ist schon sehr schwierig. Jack Smight (Airport 1974 – Giganten am Himmel – 1974; Der Etappenheld – 1967; Ein Fall für Harper – 1966) inszenierte den von Abenteuer zu Abenteuer hechelnden Katastrophenfilm als Tummelplatz für herum gammelnde Kinder und Möchtegern-Helden.

Zu den Highlights in „Damnation Alley“ gehört die Musik von Jerry Goldsmith, in etwa vergleichbar mit seiner experimentellen Komposition zu Planet der Affen (1968).

<Nachtrag 1997>Smights zweitklassiger Trash ist ein gutes Beispiel dafür, warum das Kino in den 1970er Jahren vor der Belanglosigkeit stand. Auf den Leinwänden wimmelte es zu der Zeit von düsteren Dark-Future-Visionen, Katastrophenfilmen und Krimis. Ausnahmen wie Der Pate (1972), Der weiße Hai (1975) oder „Taxi Driver“ (1976) bestätigen eher diese Regel.

Im selben Jahr, in dem Jack Smight seine „Damnation Alley“ drehte, drehte George Lucas übrigens seinen ersten Star Wars-Film und machte Fantasy- und Science-Fiction-Filme auch bei eher zur vorsichtigen Sparsamkeit neigenden Studiobossen populär – was indes weiteren Weltraum-Trash – Star Crash (1978), Sador – Herrscher im Weltraum (1980) – auch nicht verhindern konnte, diesen sogar befeuerte.</Nachtrag 1997>

Wertung: 5 von 9 D-Mark
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