Kinoplakat: Stirb Langsam 4.0
Schurken und Schauplatz unter Durchschnitt
der Rest ist gewohnt smart
Titel Stirb Langsam 4.0
(Live free or Die Hard)
Drehbuch Mark Bomback + David Marconi
mit Motiven aus John Carlins Artikel „A Farewell to Arms” und Charakteren von Roderick Thorp
Regie Len Wiseman, USA 2007
Darsteller Bruce Willis, Timothy Olyphant, Justin Long, Maggie Q, Cliff Curtis, Jonathan Sadowski, Andrew Friedman, Kevin Smith, Yorgo Constantine, Cyril Raffaelli, Chris Palermo, Mary Elizabeth Winstead, Sung Kang, Zeljko Ivanek, Christina Chang u.a.
Genre Action
Filmlänge 128 Minuten
Deutschlandstart
27. Juni 2007
Inhalt
McClane hat sich eingerichtet in seinem kleinen Leben. Die Scheidung ist lange durch, die Schichten meist nachts und die Tochter wünscht ihn zum Teufel. Na ja … hätte vielleicht besser laufen können, so insgesamt.

Von seinen historischen Erfolgen ist nichts geblieben: Nakatomi Plaza? Vergessen. Dulles Airport? Geschichte! New York? Erfolgreich, hat aber nichts gebracht. Heute ist er der Streifenbeamte, der die Scheiße vom Pflaster räumt; den man ruft, wenn ein „erfahrener Cop” gebraucht wird.

Diesmal war's nur ein Computer-Teenie, Matt Farrell, den das FBI in Washington sprechen will. Als McClane in dessen Bude steht, hagelt es mit einem Mal Blei. Später folgen Autos, Raketen, Fahrstühle, Hubschrauber und F-35-Bomber.

Dazwischen reimt sich Dickkopf McClane zusammen: Eine Terror-Organisation will die Infrastruktur des Landes lahmlegen, indem sämtliche Computerverbindungen abgeschaltet werden. Er hat zwar von Computern keine Ahnung, aber dafür hat er Matt im Schlepptau – Ziel der bleihaltigen Anschläge.

Und natürlich hat McClane seinen instinkt und seine Stehauf-Männchen-Qualitäten. Und als er spitz kriegt, dass er es doch mit hundsgemeinen Bankräubern zu tun hat, kennt er sich auch wieder aus. Bankräuber sind schließlich täglich Brot eines New Yorker Straßen-Cops …

Was zu sagen wäre

Ich habe mich zwei Stunden wie Bolle amüsiert. Die großteils Handmade-Action macht Spaß. Aber es gab nach 12 Jahren keine Wiedersehensgefühle. John McClane ist eiinfach kein Glatzentyp. So fängt's schon an, wolbei das natürlich albern ist. Aber Stirb Langsam 4.0 ist auch nicht irgendeine Fortsetzung. Sondern es ist die Neu-Interpretation einer sehr erfolgreichen Figur aus den 1980er Jahren. Und da hatte sie Haare.

Im Ernst: Es fehlt der charismatische Schurke. Timothy Olyphant mag ein smarter Computer-Freak sein. Angst macht er nicht. Faszination, wie Alan Rickman oder Jeremy Irons, löst er nicht aus. Und so aufregend das ist, Bumskopf McClane dabei zuzusehen, wie er die digitale Elite der Neuzeit mit seinen Methoden platt macht - das erinnert in seiner Treuherzigkeit dann an Arnold Schwarzenegger in Terminator 2 – am Ende fehlen Die-Hard-typische Werte wie der definierte Schauplatz. Nach Hochhaus, Flughafen, Manhattan ist das natürlich schwer.

Aber ich bin Zuschauer, nicht Macher. Für einen echten „Die Hard“ fehlt das Die-Hard-Feeling. Und das ist mehr als Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke.

Wertung: 8 von 11 D-Mark