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Unbedarft, naiv - Ein
Meilenstein des Kinos
Titel Star Wars - Episode IV: Eine neue Hoffnung
(Star Wars)
Drehbuch George Lucas
Regie George Lucas, USA 1977
Darsteller Mark Hamill, Carrie Fisher, Harrison Ford, Peter Cushing, Alec Guinness, Anthony Daniels, Kenny Baker, Peter Mayhew, David Prowse, James Earl Jones (beide Darth Vader, Figur + Stimme), Phil Brown, Shelagh Fraser, Jack Purvis, Alex McCrindle, Eddie Byrne u.a.
Genre Fantasy
Filmlänge 121 Minuten
Deutschlandstart
10. Februar 1978
Website starwars.com
Inhalt

Luke Skywalker ist ein junger Farmer auf dem Wüstenplaneten Tatooine. Seine Freunde sind alle längst weg – auf der Akademie des Imperiums. Luke würde auch gern, allein sein Onkel hält ihn bislang mit sinnlosen Farmaufgaben auf Tatooine fest.

Über die Androiden C3-PO und R2-D2, die kürzlich nach einer Raumschlacht auf Tatooine strandeten, gerät Luke an den Einsiedler Ben Kenobi, der sich als der letzte der „Jedi-Ritter” erweist, jenen legendären Hütern der Freiheit im Universum. Als das Imperium auf der Suche nach den beiden Droiden die Zieheltern von Luke tötet, schließt der sich dem alten Jedi an und lässt sich in der Macht unterweisen, jener geheimnisvollen Kraft der Jedi-Ritter.

Zuvor aber gilt es, die liebreizende Prinzessin Leia aus den Fängen Darth Vaders, Lord der Sith und rechte Hand des Imperators, zu befreien. An Bord des Millenium Falcon unter Schmuggler Han Solo fliehen sie vom Wüstenplaneten und erreichen den gefürchteten „Todesstern”, ein Erdball-großes, waffenstarrendes Raumschiff, das ganze Planeten vernichten kann. Hier wird die Prinzessin gefangengehalten.

Der junge Luke, der weise Ben, der durchtriebene Schmuggler Han und Copilot Chewbacca sowie die Droiden R2-D2 und C3-PO starten ein gewagtes Kommandounternehmen …

Was zu sagen wäre

Als „Krieg der Sterne“ im Mai 1977 in die amerikanischen Kinos kam, rechnete die Branche mit einem bestenfalls Plus-Minus-Null-Geschäft. Wenige Tage nach Filmstart stand fest: Hier zeichnet sich der bis dato größte Erfolg der Filmgeschichte an; der Begriff „Blockbuster“ wurde geboren. Schöpfer George Lucas (American Graffiti – 1973; THX 1138 – 1971) hatte seine Fantasy-Saga ursprünglich auf zwölf Teile angelegt, später reduzierte er sie selbst auf neun Teile. „Star Wars - Krieg der Sterne“ wurde innerhalb dieser Serie zum Auftakt des „Mittelteils“ der Gesamtsaga - als „Episode IV“.

Eine Special Edition - Digital überarbeitet - Überflüssig

Zum 20. Geburtstag des Films brachte George Lucas Star Wars wieder in die Kinos – digital überarbeitet in Ton und Bild und mit neuen inhaltlichen Überraschungen, die jedoch alles in allem überflüssig waren. Wenn Lucas jetzt den Dialog Han-Solo / Jabba wieder einbaut, der tatsächlich 1977 mit einem damals noch humanoiden Jabba gedreht worden ist, dann hätte er auch die Tatooine-Szenen mit Luke und seinem Freund Biggs wieder einbauen können, die er auf dem exzellenten CD-Rom-Lexikon „Star Wars: Behind the Magic“ veröffentlicht hat. „Hätte“ und „könnte“.

Er hätte es aber vielleicht besser bleiben lassen und die Szenen statt dessen in den deleted-Scenes-Ordner einer Blu-Ray-Edition packen sollen. Die Szenen auf Tatooine wirkten schon zähflüssig, als der Kinozuschauer von weiteren Episoden noch nichts ahnte. Die Szenen auf Tatooine sind 08/15 inszeniert – Establishing Shots wechseln sich ab mit Talking Heads – und ist, jedenfalls auf der Tonspur, beim Planet der Affen (1968) zusammengeklaut (wenn die drei Astronauten zu Beginn des Dramas durch die Steinwüste laufen, erklingen dieselben Instrumentenfragmente, wie bei C3-PO und R2-D2, die durch die Wüste irren). Was John Williams da als eigene Komposition in den Abspann schreiben lässt, hat er ganze Tonfolgen aus Jerry Goldsmiths Score abgekupfert; und Ben Burtt, Lucas‘ Sounddesigner, hat gleich mit geklaut.

Die über 60 Minuten auf dem Wüstenplaneten bergen lediglich die Erkenntnis, dass Luke Skywalker ein unbedarfter Bauernsohn ist – „Ich kann nicht nach Alderaan. Ich muss nach Hause!“ – es Jedi-Ritter gab, die Lichtschwerter schwingen und dass der Rasende Falke den Korsalflug in weniger als zwölf Parsec machte. Das kann man – mit Verlaub – auch schneller erzählen.

Der Wüstenplanet ist ein Bremsklotz

Im Erzählfluss der Gesamtserie steht Tatooine jetzt wie ein Bremsklotz da. Was aber nicht einmal George Lucas Mitte der 70er Jahre hat wissen können – auch nicht, wäre er ein besserer Regisseur, als er ist. Was die anderen Neuerungen der Special Edition angeht – es handelt sich da um neu gebaute und gerechnete SFX – sind die natürlich dem neuen jungen Publikum besser zu vermitteln, als die altertümlichen Effekte, die 1977 (als ich noch jung war) Standard waren.

Ohne Star Wars, das ich zum ersten Mal im Sommer 1977 am Broadway in New York gesehen habe, hätte ich wohl „etwas ordentliches studiert“, wäre heute Anwalt und würde meine Kinder vor den Gefahren von zu viel Comics und Computer warnen.

Gut, dass das anders gekommen ist!

Wertung: 9 von 9 D-Mark
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