Plakatmotiv: Laurel + Hardy – Rache ist süß
Zwei Komiker, die mit der Spielzeugwelt
um sie herum nicht zusammen passen
Titel Laurel + Hardy – Rache ist süß
(Babes in Toyland)
Drehbuch Frank Butler + Nick Grinde
Regie Gus Meins & Charles Rogers, USA 1934
Darsteller Stan Laurel, Oliver Hardy, Virginia Karns, Charlotte Henry, Felix Knight, Florence Roberts, Henry Brandon u.a.
Genre Komödie, Slapstick
Filmlänge 77 Minuten
Deutschlandstart
25. Februar 1935
Inhalt

Stannie Dum und Ollie Dee leben im fröhlichen Spielzeugland im Schuh bei der gutherzigen alten Mutter Peep, deren Tochter die liebreizende Bo Peep ist. Die Beteiligten leben hier glücklich, bis der wohlhabende, aber widerwärtige alte Mr. Silas Barnaby Bo Peep heiraten will. Als Druckmittel besitzt er eine Hypothek auf Mutter Peeps Schuh und droht, sie hinauszuwerfen, sollte Bo Peep nicht seine Frau werden.

Ollie verspricht Mutter Peep, dass er Geld von seinem angeblich mit ihm befreundeten Chef, dem Spielzeugmacher, auftreiben wird. Statt dessen verlieren Stan und Ollie am selben Tage aufgrund ihrer Tollpatschigkeit ihre Arbeit, weil sie für den Weihnachtsmann anstatt 600 Spielzeugsoldaten mit einem Fuß Höhe 100 Soldaten mit sechs Fuß Höhe gebaut haben. Immer noch ohne Geld, versuchen Stan und Ollie nun die Unterlagen mit der Hypothek aus Barnabys Haus zu stehlen. Doch der Schurke erwischt die beiden und stellt sie vor Gericht. Sie sollen ins Gruselland zu den schwarzen Männern verbannt werden. Allerdings entschließt sich Bo Peep doch dazu, Mr. Barnaby zu heiraten, obwohl es ihr sehr schwerfällt, da ihr Freund Tom-Tom bereits um ihre Hand angehalten hat. Weil er sein Ziel erreicht hat, lässt Barnaby die Anklage gegen Stan und Ollie fallen und sie dürfen weiterhin im Land bleiben.

Stan und Olli greifen zu einem Strohhalm: Am Hochzeitstag verkleidet sich Stan als Braut, und der ahnungslose Barnaby gibt Ollie, der Trauzeuge ist, die Hypothek zum Zerreißen. Als die Braut den Schleier löst, steckt Stan darunter – Barnaby hat Stan geheiratet? Das ganze Spielzeugland lacht – außer Barnaby; die Hochzeit von Bo-Peep und Tom-Tom wird in die Wege geleitet. Doch Barnaby heckt bereits einen neuen Plan aus: Er hängt Tom-Tom den Raub eines der Drei Kleinen Schweinchens an, tatsächlich steckt er natürlich selbst dahinter. In einer eher dilettantischen Gerichtsverhandlung wird Tom-Tom vom König ins Gruselland zu den schwarzen Männern verbannt. Bo-Peep folgt ihrem Geliebten ins Gruselland, wo sie eine schreckliche Zeit durchstehen. Doch Stan und Ollie schaffen es, Tom-Toms Unschuld zu beweisen und das kleine Schweinchen aus Barnabys Haus zu befreien.

Doch auch hier gibt sich Barnaby nicht geschlagen, er kann durch eine geheime Passage ins Gruselland entkommen. Zwar können Stan und Ollie das junge Liebespaar aus dem Gruselland herausholen, doch gleichzeitig hetzt Barnaby die schwarzen Männer ins Spielzeugland, fest entschlossen, doch noch Bo Peep zur Frau zu bekommen …

Was zu sagen wäre

In diesem Laurel-und-Hardy-Film stellen sich Laurel-und-Hardy in den Dienst der Geschichte. Hier dreht sich nicht jeder gag automatusch um das komische Duo, „Babes in Toyland“ lebt von seinem ausufernden Alice-im-Disneyland-Ambiente. Es treten Figuren aus berühmten Gedichten, Kinderreimen und Geschichten aus dem englischen Sprachraum auf, die im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt sind – Ebenezer Scrooge als böse Mr. Barnaby, Rotkäppchen, Mickey Mouse, die Drei Schweinchen, der Zinnsoldat usw.. Manche Anspielung und Hommage gehen am deutschsprachigen Publikum also vorbei.

Laurel und Hardy sind für den gewohnten Slapstick verantwortlich, der Chaos ins Spielzeugland bringt. Ein eher verspielter Jux eingebettet in eine wahre Special-Effect-Orgie. Zinnsoldaten marschieren mit StopMotion-Technik, haarige Monster fallen über das verspielte Set her und Geister schweben durch die Kulisse. In dieser wird ein Märchen um böse Kapitalisten und holde Jungfern erzählt, in denen Laurel und Hardy die Funktion der Shakespearschen Narren übernehmen. So recht zueinander passen tun beide – hier Stan und Olli, da das Spielzeugland – nicht; sie wurden auch von unterschiedlichen Regisseuren betreut. Charley Rogers drehte die Szenen mit Laurel und Hardy, Gus Meins übernahm die Regie für die anderen teile des Films.

Am Ende wird der schurkische Barnaby unter Spielzeugklätzen begraben, die das Wort „Rat“ bilden – Ratte. Verspielt, fantasievoll, witzig. Aber unter den Laurel-und-Hardy-Komödien ein eher kleines Licht.

Wertung: 3 von 6 D-Mark