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Kinoplakat: Splash – Jungfrau am Haken
Eine entzückende Liebesgeschichte
Hanks und Hannah grandios
Titel Splash – Jungfrau am Haken
(Splash)
Drehbuch Brian Grazer + Bruce Jay Friedman + Lowell Ganz + Babaloo Mandel
Regie Ron Howard, USA 1984
Darsteller

Tom Hanks, Daryl Hannah, Eugene Levy, John Candy, Dody Goodman, Shecky Greene, Richard B. Shull, Bobby Di Cicco, Howard Morris, Tony DiBenedetto, Patrick Cronin, Charles Walker, David Knell, Jeff Doucette, Royce D. Applegate u.a.

Genre Komödie, Romantik
Filmlänge 111 Minuten
Deutschlandstart
21. September 1984
Inhalt

Der kleine Junge Allen Bauer fällt während einer Familienreise nach Cape Cod von der Fähre und wird von einem hübschen Mädchen gerettet.

Jahre später ist Allen zusammen mit seinem Bruder Freddie Besitzer eines Obst- und Gemüsehandels in New York City. Er ist unzufrieden mit seinem Leben und führt eine unglückliche Beziehung. Als sich seine Freundin von ihm trennt, betrinkt sich Allen und beschließt daraufhin wieder nach Cape Cod zu fahren. Dort trifft er auf den paranoiden Meeresbiologen Dr. Walter Kornbluth. Allen lässt sich mit einem winzigen Boot zur Insel übersetzen. Dabei gibt es aber einen Unfall, durch den Allen ins Wasser stürzt und bewusstlos wird. Als er wieder zu sich kommt liegt er am Strand und bei ihm ist eine schöne, blonde, nackte Frau, die ihm sehr bekannt vorkommt. Bevor er aber mehr herausfinden kann, küsst sie ihn und schwimmt davon.

Es zeigt sich, dass die blonde Frau eine Meerjungfrau ist und zwar die, die Allen als Kind gerettet hat. Sie hat sich in ihn verliebt und will ihn wiedersehen, deshalb fischt sie seine verlorene Brieftasche aus dem Meer und schwimmt nach New York. Dabei begegnet ihr auch Kornbluth auf einem Tauchgang.

Als sie an der Freiheitsstatue auftaucht, nackt aber im Besitz der Brieftasche, ruft die Polizei Allen an, der sie aufnimmt. Bei einem Ausflug in die Stadt (zu Bloomingdale’s) kleidet sie sich nicht nur ein, sondern lernt auch vom Fernsehen die Sprache. Da ihr Name nicht für Menschen auszusprechen ist (Glas zerspringt), gibt sie sich selbst den Namen Madison (nach der Madison Avenue).

Allen verliebt sich schnell in sie, was Madison auch erwidert. Trotzdem wundert er sich über ihr teils merkwürdiges Verhalten (sie kennt keine Autos und Musik und isst einen ganzen Hummer mit Schale). Außerdem sagt sie ihm, dass sie nur bis zum nächsten Vollmond (sechs Tage) bleiben darf.

Währenddessen ist Kornbluth besessen davon, die Meerjungfrau zu finden. Er wird zwar verlacht und sogar verprügelt, schafft es aber schließlich doch, Madison in der Öffentlichkeit mit Wasser zu übergießen, sodass sich ihre Beine in ihren Meerjungfernschwanz verwandeln …

Was zu sagen wäre

„Ich will sehr gerne bei Dir wohnen“, sagt das fremde, schöne, blonde Mädchen. „Ich bin doch Deinetwegen hier.“ Dieser Film ist für alle in romantischen Dingen zu kurz Gekommenen – also für jeden; und Daryl Hannah (Der Blade Runner – 1982; Teufelskreis Alpha – 1978) ist, das darf man an dieser Stelle mal sagen, weil es ja ein Film ist, der auch im Wasser spielt, ein feuchter Traum. Zu schön um wahr zu sein und dem Gemüsegroßhändler in romantischer Bedingungslosigkeit zugetan – Kino kann so herrlich verlogen … verführerisch sein.

Jetzt, mit dem fertigen Film vor Augen, ist alles ganz klar: perfekte fish-out-of-water-Dramaturgie, eine Liebesgeschichte mit Hindernissen und eine Meerjungfrau – ein Wesen, dem seit alters her mystische Kräfte zugeschrieben werden; ist doch ganz einfach zu erzählen. Wäre das ein langweiliger Film geworden, wenn es nur dieses Paar gegeben hätte und die Hindernisse, die es aus dem Weg räumen muss, bevor es dem gemeinsamen Glück entgegenschwimmen darf.


Kinoplakat (US): Splash – Jungfrau am HakenRon Howard versteht es, dem Konstrukt mit allerlei schönen Beigaben Leben einzuhauchen. Das fängt beim Hauptdarsteller an. Tom Hanks hat sein Profil in TV-Serien und -Sitcoms geschliffen. Er ist Mr. Durchschnitt mit jener leichten Überzeichnung, die den guten Clown ausmacht. Sein kehliger Bass kontrastiert elegant die Hilflosigkeit, die er durch den Film trägt. Auch in der deutschen Synchronfassung ist das gelungen. Arne Elsholtz schafft, obwohl er weder klingt noch spricht wie Hanks, liefert Elshottz mit seiner Stimmfassung eine gute deutsche Entsprechung des Originals.

An seiner Seite spielt John candy seinen bruder. Eine große Nummer. John Candy ist als supporting cast die dunkle Seite des etwas biederen Hanks – mit dem Herz am rechten Fleck. Mit Geschäftspraktiken am rande der Legalität und großem Stolz, dass sein Leserbrief in PENTHOUSE abgedruckt wurde bringt er den an seiner Fischfreundin zweifelnden Allen zurück in die Spur:
„Lass uns betrachten, was Du erwischt hast. Lass und einen scharfen Blick darauf werfen, was Du erwischt hast! Leute verlieben sich tagtäglich. Hast Du doch gesagt? Das ist SCHWINDEL!! So funktioniert's nun mal nicht! Kapierst Du nicht, wie glücklich Du mit ihr gewesen bist? (…) Es gibt Menschen, die werden sowas nie erleben! Ich war noch niemals so glücklich wie Du! Wie Du mit ihr!!!“

Auch die Dialoge gehören zu den schönen Beigaben, die den Film heraus heben. Ob die Meerjungfrau die amerikanische Sprache über Werbespots im Fernsehen lernt und ihrem Allen dann allerlei Liebevolles in Werbesprache ins Ohr gurrt, der Ranger an der Freiheitsstatue der nackten Nixe entgegenschleudert, sie solle sich was anziehen, man sei hier nicht in Kalifornien oder Allen Bauer wieder einmal ratlos stammelt – den Film begleitet eine elegante Wortwahl, im Script ist kein Dialog hingeschludert.

Es stimmt schon, was das Kinoplakat verspricht: „Splash“ ist eine zauberhafte Filmkomödie.

Wertung: 9 von 9 D-Mark
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