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Kinoplakat: Spiel auf Zeit
Starker Einstieg
Starker Absturz
Titel Spiel auf Zeit
(Snake Eyes)
Drehbuch David Koepp + Brian de Palma
Regie Brian de Palma, USA 1998
Darsteller

Nicolas Cage, Gary Sinise, John Heard, Carla Gugino, Stan Shaw, Kevin Dunn, Michael Rispoli, Joel Fabiani, Luis Guzmán, David Anthony Higgins, Mike Starr, Tamara Tunie, Chip Zien, Michaella Bassey, Paul Joseph Bernardo, Jernard Burks, Mark Camacho, Desmond Campbell, Jean-Paul Chartrand, Chip Chuipka, Deano Clavet, Tara Ann Culp, Kelly Deadmon u.a.

Genre Thriller, Crime
Filmlänge 98 Minuten
Deutschlandstart
19. November 1998
Inhalt

Atlantic City fiebert dem Box-Kampf des Jahres entgegen. Unter ihnen ist auch der Kriminalbeamte Rick Santoro, der gemeinsam mit seinem Freund Kevin Dunne das Schwergewichts-Spektakel besucht. Kevin Dunne, ehemals Navy-Kommandant, ist mittlerweile zu einem hochrangigen Beamten des Verteidigungsministeriums aufgestiegen. An diesem Tag fungiert er als Leibwächter des US-Verteidigungsministers, der als besondere VIP den Boxkampf verfolgt.

In der vollbesetzten Arena wird der Verteidigungsminister vor den Augen von 14.000 Box-Fans niedergeschossen. Damit werden 14.000 Menschen nicht nur zu Zeugen eines blutigen Attentats, sondern auch zu möglichen Verdächtigen. Santoro übernimmt die Ermittlungen und beschließt, die Menschen zunächst nicht aus der Arena zu lassen. Die fieberhafte Suche nach dem Mörder beginnt.

Aus Videoaufnahmen und Zeugenaussagen rekonstruiert Santoro die Geschehnisse vor dem Attentat. Nach und nach fügen sich die Puzzlestücke zu einem Gesamtbild zusammen – und hinter diesem Gesamtbild entdeckt Santoro eine geheime Verschwörung.

Welche Rolle aber spielt seine eigene Vergangenheit, die keine so ganz saubere ist ..?

Was zu sagen wäre

Regisseur Brian DePalma hat sich für seinen ersten Film seit Mission: Impossible (USA 1996) einen furiosen Auftakt ins Geschehen gewählt. In der 13-minütigen Einstiegssequenz bringt uns die Kamera – scheinbar ungeschnitten – von draußen, wo 14.000 Menschen auf den Boxkampf des Jahres warten, hinein in die Arena, folgt Nick Santoro durch die drängende Menge durch lange Korridore, über Treppen, in den Fahrstuhl mit dem Schwergewichtschamp und dessen Mannschaft bis schließlich an den Boxring. Allein diese Einstiegssequenz hebt „Spiel auf Zeit“ aus der Masse der Kinothriller hervor vie vier Asse an einem Tisch mit lauter Losern. In Wahrheit – auch hier zeigt sich die Qualität eines guten Filmemachers – hat diese Plansequenz acht Schnitte, die eben nur nicht auffallen.

De Palma (s.u.) kann die Qualität seines Einstiegs nicht halten; über die 98 Minuten flacht die Spannung ab und die Auflösung ist so durchschnittlich, dass sie auch in einer TV-Krimiserie als wieder-mal-typisch auffallen würde. Aufregend, wie De Palma das Spiel von Sehen und glauben-gesehen-zu-haben, von Überwachungskamerabildern und Multimonitorwänden beherrscht. Aber so aufregend de Palmas Bildideen und Kamerafahrten sind, mit zunehmender Langeweile diskreditieren sie sich als optische Mäzchen. Ich frage mich auch, ob Nicolas Cage (Im Körper des Feindes – 1997; Con Air – 1997; The Rock – Fels der Entscheidung – 1996; Leaving Las Vegas – 1995; „Kiss of Death“ – 1995; „Tess und ihr Bodyguard“ – 1994; Airborne – Flügel aus Stahl – 1990; „Wild at Heart“ – 1990; „Mondsüchtig“ – 1987; „Peggy Sue hat geheiratet“ – 1986) der richtige Mann für den ermittelnden Cop Santoro ist. Die kaputte Vergangenheit verkörpert Cage ohne Mühe, aber der kühl ermittelnde, sich durch manipulation und Täuschung nicht von der Bahn bringende, maßvoll souveräne Cop ist nicht Stil des exaltiert spielenden Akteurs.

Wertung: 7 von 11 D-Mark
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