Kinoplakat: Speed
Drei Filme in einem
Eine Wucht an Film
Titel Speed
(Speed)
Drehbuch Graham Yost
Regie Jan de Bont, USA 1994
Darsteller Keanu Reeves, Dennis Hopper, Sandra Bullock, Joe Morton, Jeff Daniels, Alan Ruck, Glenn Plummer u.a.
Genre Action
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
20. Oktober 1994
Inhalt

Ex-Bulle Payne hat eine böse Bombe platziert: Im Getriebe von Linienbus 2525. Fährt der Bus über 50 mph, schaltet sich die Bombe scharf, wird der Bus dann wieder langsamer als 50 mph, geht die Bombe hoch. Jack Traven, Cop der Anti-Terror-Einheit in Los Angeles, kann auf Bus 2525 aufspringen. Aber auch er kann den Verkehr nicht wegzaubern und in L.A. ist Rush Hour.

Bombenleger Payne will nicht nur ein paar Millionen Dollar sondern auch ein persönliches Hühnchen mit Jack Traven rupfen.

An Bord des Busses ist unterdessen der Busfahrer ausgefallen und die junge Annie hat sich ans Steuer gesetzt. Sie hat gerade keinen Führerschein. Den musste sie abgeben: „Ich bin zu schnell gefahren!” …

Was zu sagen wäre

Kinoplakat: Speed (mit Sandra Bullock im Motiv)Okay, wir nehmen eine Ausgangssituation, die – sagen wir mal – zwingend ist. Dabei scheren wir uns nicht um Realismus und so was. Und dann müssen wir eigentlich nur noch den Film drehen. Nach diesem Muster funktioniert diese Perle des Actionfilms. Graham Yost bietet die denkbar einfachste, aber wirkungsvollste Voraussetzung für eine Hetzjagd, den es im Kino seit langem gegeben hat. Was Stirb Langsam (USA 1988) für das Actionkino der 1980er Jahre war, ist „Speed” für die 1990er: Innovativ, unglaublich, überraschend, schnell (hier ist Nomen Omen). Was nur maßvoll überrascht, wenn man bedenkt, dass Regie-Novize Jan de Bont („Basic Instinct” – USA 1992; „Jagd auf Roter Oktober” – USA 1990; „Cujo” – USA 1983) bei Die Hard die Kameraarbeit gemacht hat.

Dabei unterscheidet sich „Speed” von Die Hard dadurch, dass die Charakterzeichnung noch kürzer tritt, das Beziehungsgeflecht der Figuren zueinander radikal einfach gehalten und auf alles verzichtet wird, das von der Prämisse „Bombe – Bus – Tempo – Rush Hour” ablenkt. Den Platz, den Autor Graham Yost und Regisseur Jan de Bont dadurch gewinnen, füllen sie mit gleich drei Actionstories: Zunächst – im Prolog – gibt es einen Fahrstuhl-im-Hochhaus-Thriller. Anschließend gibt es den der-Bus-darf-nicht-langsamer-als-50-mph-werden-Thriller und schließlich gibt es noch einen Actionfilm über die Killerhatz durch L.A.'s U-Bahnsystem. „Speed” war zu seiner Zeit ein unglaublicher Film.

Mit seiner Erfahrung im Rücken wusste Jan de Bont offensichtlich, auf was es ankommt. Für Sandra Bullock (Demolition Man – USA 1993; „Spurlos” – USA 1993) in der Rolle der unfreiwilligen Busfahrerin Annie wurde dieser Film zum Sprungbrett ihrer Karriere – als „Speed” in die Kinos kam, stand sie nach Keanu Reeves und Dennis Hopper erst an dritter Stelle auf dem Plakat und ins Bildmotiv des Plakats wurde sie erst (siehe links) eingebaut zu einer der Wiederaufführungen).

Keanu Reeves („Little Buddha – USA 1993; „Viel Lärm um nichts” – USA 1993; „Bram Stokers Dracula” – USA 1993; „Gefährliche Brandung” – USA 1991) konnte sein Image als exotischer Actionheld-mit-Hirn etablieren, indem er eine geradlinige Performance lieferte, die auf Zwischentöne gezielt verzichtet – in diesem Film, der Zwischentöne nicht gebrauchen kan.

Graham Yost wurde von dem Film „Express in die Hölle – Runaway Train” (USA 1985) inspiriert. Eine ähnliche Handlung hatte bereits auch der japanische Film „Panik im Tokio-Express” (1973).

„Speed” wurde einer der erfolgreichsten Filme des Jahres, dessen Fortsetzung Speed 2: Cruise Control nur einen müden Abklatsch des Erfolgkonzeptes bot.

Wertung: 10 von 10 D-Mark