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Kinoplakat: Spaceballs
Mel Brooks verliert mit
einer Star-Wars-Parodie
Titel Spaceballs
(Spaceballs)
Drehbuch Mel Brooks + Thomas Meehan + Ronny Graham
Regie Mel Brooks, USA 1987
Darsteller Mel Brooks, John Candy, Rick Moranis, Bill Pullman, Daphne Zuniga, Dick Van Patten, George Wyner, Michael Winslow, Joan Rivers, Lorene Yarnell Jansson, John Hurt, Sal Viscuso, Ronny Graham, Jim J. Bullock, Leslie Bevis u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 96 Minuten
Deutschlandstart
29. Oktober 1987
Inhalt
Dem Planeten der Spaceballs geht die Luft aus. Da man nicht ewig von „Perri-Air"-Dosen leben kann, beschließt Präsident Skroob, Prinzessin Vespa vom Planeten Druidia durch Lord Helmchen und Colonel Sandfurz entführen zu lassen, um anschließend ihren Vater König Roland zu erpressen. Dadurch will Skroob an die Zahlenkombination des Kraftfelds gelangen, das die Atmosphäre des Planeten Druidia schützt.

Der Plan gelingt, Prinzessin Vespa wird mitsamt ihrer Roboter-Zofe Dotty Matrix entführt – vom Traualtar wag, was Vespa gar nicht soo schlecht gefällt, denn sie sollte mit Prinz valium verheiratet werden, ein Mann ganz wie sein Name: eine Schlafmütze – und an Bord des gigantischen Sternenzerstörers Spaceballs One gebracht, dem Kreuzer von Lord Helmchen.

König Roland bittet Lone Starr um Hilfe. Da Lone Starr Schulden beim galaktischen Bösewicht Pizza Mampf hat, willigt er ein unter der Bedingung, eine Million Spacedollar als Belohnung zu erhalten. Also fliegt er mit seinem Kumpel Waldi, der ein Möter (halb Mensch, halb Köter) ist, in seinem Weltraum-Wohnmobil (Winnebago) hinter der Prinzessin her …

Was zu sagen wäre

Das hat lange gedauert, bis sich jemand an eine ernst zu nehmende Parodie auf die Star-Wars-Serie wagt. Immerhin liegt der erste Film zehn Jahre zurück. Mel Brooks ist für Parodien eine gute Adresse; mit „Höhenkoller“ (1977) hat er die ultimative Parodie auf alle Hitchcockfilme abgeliefert, seine Komödie Frankenstein Junior (1974) mit Gene Wilder und Marty Feldman gehört in den Kanon ewig gültiger Komödien.

Parodie in den Wüstensand gesetzt

Seine Star-Wars-Parodie hat er in den Wüstensand Tatooines gesetzt. „Sie durchkämmen die ganze Wüste“, wird Lord Helmchen einmal über seine Sturmtruppen informiert und man sieht zwei Stormtroopers, die einen gigantischen Kamm durch den Wüstensand ziehen; das ist einer der besseren Gags. Das Niveau des restlichen Films bewegt sich auf der Höhe von Rick-Moranis-mit-Brille-trägt-einen-10-Nummern-zu-großen-Helm-und-sieht-darunter-nicht-gut. In einer Cantina-artigen Bar steht John Hurt an der Theke. Das ist der Schauspieler, dem in Alien (1979) das Alien aus dem Bauch platzt. Bei Mel Brooks steht er also an der Theke, plötzlich wird ihm schlecht, schließlich platzt ihm ein Alien aus dem Bauch; ein Zitat, mal eben so mitten in die Handlung geworfen, aber keine Parodie (und auch nicht lustig).

Kinoplakat: SpaceballsZum Showdown gibt es ein Laserschwert-Duell, bei dem die Waffen wie Penisse dargestellt sind – „Ich sehe, dass deiner genauso groß ist wie meiner“, sagt Lord Helmchen. Penis-Witze haben mit George Lucas' Galaxis wenig zu tun. Dem Film fehlen echte Sympathieträger. Der Han-Solo-artige Schmuggler Lone Starr, der mit seinem Kumpel, dem Möter Waldi an Bord eines alten Winnebagos durchs All fliegt, taugt nicht: Der Möter ist nervtötend laut und Bill Pullman als Lone Starr zu gesichtslos. Auch Daphne Zuniga (Der Volltreffer – 1985) bleibt glanzlos. Ihre Prinzessin Vespa fliegt einen Raumjet vom Typ Mercedes 2001 SEL und ist eine arrogante, verwöhnte Zicke. Immerhin gibt es zwischen ihr und Waldi eine schöne Szene – zumindest in der Originalfassung. Waldi heißt im Original Barf, was lautmalerisch den englischen Begriff für Hundegebell ergibt, in der englischen Umgangssprache aber auch für kotzen steht. Als der Möter die Prinzessin aus ihrem Raumschiff holen will, stellt er sich vor: „Barf“. Worauf Dotty Matrix antwortet „Not in here, mister. This is a Mercedes.“ Der sitzt.

Deutsche Synchronfassung erschreckend platt

In der deutschen Synchronfassung ist eine Menge Wortwitz verloren gegangen, die dem Film ein bisschen jener Intelligenz verleiht, die aufsprüht, als der weise Einsiedler Yogurth die Merchandising-Produkte für den gerade laufenden Film vorstellt. Im Laufe dieser Szene stellt sich das Merchandising zur Basis für die ganze Filmhandlung heraus.
„Was ist mit Ihnen, Colonel Sandurz, haben Sie Schiss?“ heißt es einmal. Was im deutschen nicht witzig ist, ist im englischen eine Anspielung auf Kentucky Fried Chicken (KFC). Dessen Gründer heißt Harland D. Sanders, was phonetisch ähnlich klingt wie Sandurz; im Original wird dieser Sandurz gefragt „What's the matter, Colonel Sandurz? Chicken?“ Chicken sind das Hauptprodukt von KFC und heißt umgangssprachlich feige. Nicht unwitzig.
Einmal legt Lone Starr die Radarantenne der Spaceballs One mit Marmelade lahm. Im Original hört man das Wortspiel to jam, das einerseits Marmelade heißt, andererseits bedeutet, den Funk zu stören. Derlei Wortspielereien gibt es einige, die in den Synchronfassungen ersatzlos verloren gegangen sind.

Die deutsche Synchronfassung kommt als hilflose, platte Comedy daher, die Originalfassung als hilflose Comedy mit ganz pfiffigen Ideen. Wir warten derweil weiter auf die ultimative Star-Wars-Parodie.

Wertung: 4 von 10 €uro
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