Plakatmotiv: Snitch – Ein riskanter Deal
Ein Dwayne-Johnson-Film
ohne Dwayne-Johnson-Action
Titel Snitch – Ein riskanter Deal
(Snitch)
Drehbuch Justin Haythe + Ric Roman Waugh
Regie Ric Roman Waugh, USA, VAE 2013
Darsteller Dwayne Johnson, Barry Pepper, Jon Bernthal, Susan Sarandon, Michael Kenneth Williams, Rafi Gavron, Melina Kanakaredes, Nadine Velazquez, Benjamin Bratt, Lela Loren, JD Pardo, David Harbour, Harold Perrineau, Kyara Campos, James Allen McCune u.a.
Genre Action
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
6. Juni 2013
Inhalt

Nachdem sein 17-jähriger Sohn Jason fälschlicherweise wegen eines angeblichen Drogenvergehens zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, gibt es für den Vorstadt-Familienvater John nur eine Möglichkeit, den Filius zu retten.

Staatsanwältin Joanne Keeghan bietet ihm für die Freiheit seines Sohnes einen sogenannten „Snitch“ an: Er muss sich den Behörden als Undercover-Ermittler zur Verfügung stellen und ihnen helfen, dem Drogenboss Malik das Handwerk zu legen. Da er Betreiber eines Speditionsunternehmens ist, liegt es für John nahe, sich von dem Kriminellen als Kurierfahrer einstellen zu lassen.

Ständig in Gefahr aufzufliegen, muss John die Organisation von innen heraus zerstören. Um den Urteilsspruch gegen Jason zu widerlegen, ist ihm kein Risiko zu hoch und er schreckt auch nicht davor zurück, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen …

Was zu sagen wäre

Dwayne Johnson zwischen zwei Familien. Eine Zwickmühle. Hilft er seinem Sohn aus erster Ehe, verliert seine neue Familie womöglich ihn.

Die Story klingt nach Actionfilm à la Der City Hai mit Arnold Schwarzenegger. Stattdessen hat Coproduzent Dwayne Johnson in ein Familiendrama investiert, das bis auf zwei Szenen ohne Action auskommt … auskommen muss. Er will ein Drama unters Volk bringen, basierend auf „wahren Begebenheiten“ und mit sich selbst in der Hauptrolle. Dafür aber sind seine mimischen Mittel zu begrenzt – so begrenzt, dass ihn sogar Susan Sarandon, die die taffe Staatsanwältin spielt, ihn mit ihren zwei zur Schau gestellten Gesichtszügen (mehr gibt auch ihre Rolle nicht her) an die Wand spielt.

Dabei entbehrt die Story nicht einer gewissen Spannung – weil aber Johnson die Hauptrolle spielt („Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ – 2012; „Zahnfee auf Bewährung“ – 2010; Welcome to the Jungle – 2003; „The Scorpion King“ – 2002; Die Mumie kehrt zurück – 2001), wird ihm als Spitzel im Drogenkartell schon nichts passieren; also wird mit Daniels Familie eine dritte Familie eingeführt, um die wir uns stellvertretend sorgen können. Da ist nämlich sonst keine Spannung in der Story, die doch arg vorhersagbar ist und von skrupellosen DEA-Cops und ebenso skrupellosen Dealern erzählt – und mittendrin Dwayne „The Rock“ Johnson, der einen aufrechten, hart arbeitenden Amerikaner spielt, der sich augenscheinlich noch nie geprügelt oder gar eine Waffe abgefeuert hat. Das ist keine gute Voraussetzung.

Ein actionfreier Film, der auf dem Plakat einen grimmig entschlossenen Dwayne Johnson zeigt, ist, wie ein Ballettfilm, der aber mit Arnold Schwarzenegger auf dem Plakat protzt. Da werden Erwartungen angesprochen, die der Film nicht erfüllen kann. Herausgekommen ist ein Film, der aus der Zeit gefallen scheint – mit Family Values und einer Dramaturgie, die im Genrekino schon in den 1970er Jahren gut funktioniert hat – langsam erzählt, hier und da ein Schuss Thriller, und am Ende eine große Actionszene.

Wertung: 3 von 8 €uro