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Kinoplakat: Signs - Zeichen
Aliens landen auf der Erde
und der Film erzählt das nicht
Titel Signs - Zeichen
(Signs)
Drehbuch M. Night Shyamalan
Regie M. Night Shyamalan, USA 2002
Darsteller Mel Gibson, Joaquin Phoenix, Rory Culkin, Abigail Breslin, Patricia Kalember, Cherry Jones, Jose L. Rodriguez u.a.
Genre Drama
Filmlänge 106 Minuten
Deutschlandstart
12. September 2002
Inhalt

Farmer Graham Hess wundert sich: Auf seinem Kornfeld findet er eines Morgens einen 200 Meter großen Kreis umgetretener Halme. Das heißt: Genaugenommen sind die Kornähren nicht umgetreten, sie wirken, als seien sie waagerecht aus dem Boden gewachsen. Was Hess zwischen den hohen Ähren nicht sehen kann: Weiter im Feld drinnen schließen sich weitere bizarre Ornamente an.

Farmer Hess, Witwer und Vater zweier Kinder, der zusammen mit seinem Bruder Merrill auf der Farm lebt, war nicht immer Farmer: Einst war er Geistlicher. Als seine Frau vor einem halben Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam, verlor Hess seinen Glauben und legte den Priesterkragen ab; seinen Kindern verbietet er seitdem strikt, an eine höhere Macht zu glauben. Draußen in der Welt mehren sich seltsame Erscheinungen, eine Medienhysterie bricht aus, als in Indien zahllose weitere Kornkreise gefunden werden und schließlich über Mexiko UfOs schweben.

Graham Hess versucht zusammen mit seinem Bruder, eine vernünftige Lösung für das Rätsel der Kornkreise zu finden. Aber hat er nicht ein auffallend grün geschupptes Bein in seinem Kornfeld verschwinden sehen? Hat er nicht bei einem Nachbarn, der in Panik sein Haus verlassen hat, eine Kralle unter der Tür durch fassen sehen ..?

Was zu sagen wäre

Schade: Der geniale Erzähler und Regisseur von „Sixth Sense” und „Unbreakable” präsentiert einen geistlichen Flop; nicht etwa ein Thriller um geheimnisvolle Zeichen, die auf eine Alien-Invasion hindeuten, erwartet den Zuschauer - auch wenn Trailer, Plakat und Werbung das nachhaltig andeuten - sondern um einen Mann, der seinen Glauben wiederfinden muss.

Teaserplakat: Signs - Zeichen

Wer also eine Art intellektuelle Version von „Independence Day” erwartet - schließlich ist M. Night Shyamalan auch bekannt für seine intelligenten Vexierspiele auf der Leinwand - der wird maßlos enttäuscht. Die Zeichen im Filmtitel entpuppen sich als Zeichen, die unserem landwirtenden Mel Gibson Gottes Wege wieder nahe bringen sollen.

Aber weil in dem Moment, in dem wir erfahren, dass der Farmer seinen Priesterkragen abgelegt hat auch klar ist, dass er ihn am Ende des Films wieder umschnallen wird, bleiben schließlich nur die Bilder des Films. Die sind schön, wenn auch die Kamera bisweilen arg zittert. Gibson spielt ebenso solide, wie die weitere Besetzung. Die Außerirdischen beiben - aus Shyamalans Perspektive folgerichtig - Randerscheinungen. Am Ende bleibt tatsächlich nur die schon aus Schulzeiten berüchtigte Frage: „Was möchte uns der Autor mit diesem Film sagen?”

Antwort: „Glaube an Gott!” Gott hat alle Fäden in der Hand, weiß seit Jahrmillionen exakt, was er tut und wenn er einem Jungen Asthma mit auf den Lebensweg gibt, hat auch das irgendwann seinen lebensrettenden Sinn. Oder wenn ein kleines Mädchen seit Kindheit Wassergläser halb getrunken überall in der Wohnung stehen lässt, weil es „faulig schmeckt”, wird auch das irgendwann einen Sinn ergeben.

Das ist nun leider alles nicht neu, wurde z.B. von John Irving in „Owen Meany” schon viel besser in eine viel schönere Story gebaut, und ist hier der philosophische Überbau für einen Film, der sich als Alien-Thriller verkauft, aber weder das noch etwas anderes unter diesem Überbau bietet.

Immerhin: Die fröhliche Diskussion über die geheimnisvollen Kornkreise, die schon mal in den 80er Jahren stattgefunden hat, wird mit Filmstart fröhliche Urständ feiern (s.u.).

Wertung: 2 von 6 €uro
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