IMDB
Kinoplakat: Sieben
Dieser Thriller ist
sündhaft gut
Titel Sieben
(Se7en)
Drehbuch Andrew Kevin Walker
Regie David Fincher, USA 1995
Darsteller Morgan Freeman, Brad Pitt, Kevin Spacey, Gwyneth Paltrow, Andrew Kevin Walker, Daniel Zacapa, John Cassini, Bob Mack, Peter Crombie, Reg E. Cathey, R. Lee Ermey, George Christy, Endre Hules, Hawthorne James, William Davidson u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 127 Minuten
Deutschlandstart
23. November 1995
Inhalt

Ein Serienkiller geht um in Los Angeles. Bei seinen Mordtaten geht er mit Methode und äußerster Raffinesse vor.

Zwei Cops werden auf ihn angesetzt. Der alte, abgebrühte Sommerset und der junge, idealistische Mills. Sommerset sieht - je länger die Untersuchungen dauern - alle seine Befürchtungen bestätigt: Offenbar orientiert sich der Killer an der Bibel.

Seine Opfer sterben den Tod je einer der sieben Todsünden - Maßlosigkeit, Gier, Trägheit, Wollust, Eitelkeit, Neid, Hass.

Mills dagegen wird während der Untersuchungen durch eine harte Schule des Alltags gejagt, denn der Serienmörder zieht sein Netz immer enger …

Was zu sagen wäre

Mit „Se7en“ gibt David Fincher sein verspätetes Spielfilmdebut. Das von ihm gedrehte dritte Kapitel der Alien-Saga war noch nur ein Franchiseprodukt, das jedoch schon deutlich seine Handschrift trägt: abgründig, bösartig, dunkel, zynisch. Kritische Stimmen bemängeln an „Se7en“ die plakative Paarung „Junger, aggressiver Cop – Alter, abgeklärter Cop“ als in ihren Handlungen zu vorhersehbar. Thriller aber leben von klaren Charakterzeichnungen, die der leichten Orientierung des Zuschauers dienen, damit man gleich zur Sache kommen kann.

Teaserplakat (US): Se7enSchon die eigenwillige Gestaltung der Vorspanntitel verspricht Besonderes und der weitere Film hält das Versprechen. Dass die – meist jungen und weiblichen – Brad Pitt-Fans nicht auf ihre Kosten kamen, liegt daran, dass romantische Momente hier nicht vorkommen. David Fincher hat mit Romantik in seinen Werken bislang nicht viel am Hut.

In „Sieben“ regnet es ohne Unterlass, die aufgefundenen Leichen stinken aus der Leinwand heraus und der Horror, der sich breit macht, wenn uns langsam die Dimensionen der Taten klar werden, tut ein Übriges. Als erzählender Regisseur ist Fincher ein gnadenloser Zyniker, der seine Zuschauer desillusioniert aus dem Kino entlässt – „Sorry, no happy end!“ Morgan Freeman in der Rolle des abgeklärten Cop Sommerset philosophiert über die Apathie, die es den Menschen einfach macht; einfacher als ein sich kümmern um seinen Nächsten.

John Doe, der vermeintlich geistesgestörte Killer, begründet seine Taten damit, dass er eine Menschengesellschaft individueller Egoisten aufrütteln will, die wegguckt, anstatt hinzusehen, wenn Unrecht geschieht. Seine Opfer seien keine „Unschuldigen“, sondern der andauernde Beweis, wie verkommen und versündigt die Menschheit ist – die Morde seien gerechtfertigt und setzten Zeichen. Nach Alien 3 und „Se7en“ möchte ich fast meinen, hier die Kernaussage des Fincherschen Kinos zu hören.

Kevin Spacey, der hier eine Rolle hat, die im Vorspann nicht aufgeführt wird, machte mit diesem Film erneut auf sich aufmerksam, nachdem er in Die üblichen Verdächtigen (1995) seinen ersten Oscar bekam. Ein zweiter folgte für seine Rolle in American Beauty (1999). Brad Pitts damalige Freundin Gwyneth Paltrow startete in der Rolle seiner Frau mit diesem Film ihre Leinwandkarriere, die 1999 mit einem Oscar für ihre Rolle in Shakespeare in Love (1998) ihren vorläufigen Höhepunkt fand.

Drehbuchautor Andrew Kevin Walker hat sich selbst eine Rolle ins Script geschrieben: Er spielt einen der Toten.

Wertung: 11 von 11 D-Mark
IMDB