Kinoplakat: Showgirls
Ein peinlicher auf Skandal
gemünzter Film ohne Pep
Titel Showgirls
(Showgirls)
Drehbuch Joe Eszterhas
Regie Paul Verhoeven, USA 1995
Darsteller

Elizabeth Berkley, Kyle MacLachlan, Gina Gershon,Glenn Plummer, Robert Davi, Alan Rachins, Gina Ravera, Lin Tucci, Greg Travis, Al Ruscio, Patrick Bristow, William Shockley, Michelle Johnston, Dewey Weber, Rena Riffel u.a.

Genre Drama
Filmlänge 128 Minuten
Deutschlandstart
25. Januar 1996
Inhalt

Die ehrgeizige Nomi sucht in Las Vegas ihre große Chance, muss jedoch zunächst einen Job als erotische Tänzerin in einem Sex-Club annehmen. Mit ihrem Talent beeindruckt sie auch Zack, den einflussreichen Manager einer glamourösen Show, und dessen umjubelten Star Cristal: Nomi bekommt ein Engagement als Showgirl.

Nomi lernt schnell, dass die Glitzerwelt auch ihre Kehrseite hat und geprägt ist von Intrigen und Gewalt. Doch Nomi lernt die Spielregeln, denn für sie gibt es jetzt nur noch ein Ziel: Sie will an die Spitze. Dazu ist ihr jedes Mittel recht …

Was zu sagen wäre

In den USA sorgte Paul Verhoevens neuer Film für Schlagzeilen: Verhoeven hatte sich ausbedungen, ohne Rücksicht auf die Zensurbehörde arbeiten zu können. Der Film erhielt dafür die 1990 eingeführte Klassifizierung NC-17 (nicht jugendfrei), die für die Vermarktung eines Films eigentlich problematisch ist, bei „Showgirls” aber als Aufhänger der Werbekampagne genutzt wurde. Nach „Henry & June” (1990) ist „Showgirls” der zweite Film mit einer NC-17-Freigabe.

Genützt hat das ganze Brimborium freilich nichts. Die potenziellen Besucher, die sich erotische Tänzerinnen ansehen wollten, gingen lieber in die Videothek und suchten die Rotlichtecke auf. Und diejenigen, die einen guten Paul-Verhoeven-Film (und solche gibt es ja) sehen wollten, kamen enttäuscht aus dem Kino und setzten eine negative Mundpropaganda in Gang. Der Film ist langweilig, vorhersagbar, schlecht gespielt und auf den Skandal berechnet – den es dann nicht gab. Edelfeder Joe Eszterhas („Jade” – 1995; „Sliver” – 1993; Basic Instinct – 1992; „Music Box – Die ganze Wahrheit” – 1989; „Verraten” – 1988; „Das Messer” – 1985; „Flashdance” – 1983), der pro Script mehrere Millionen Dollar erhielt, macte nach diesem Film eine längere kreative Pause.

Der Holländer Paul Verhoeven (geb. am 18. Juli 1938 in Amsterdam) sorgte mit Spielfilmen wie „Türkische Früchte” (1973) und „Der vierte Mann” (1983) für Aufsehen. 1985 verschlug es ihn nach Hollywood, wo er sich mit „Flesh and Blood” (1985), „Robocop” (1987) und Total Recall (1990) als kontroverser Regisseur etablierte. Zuletzt sorgte Verhoeven mit dem Erotikthriller „Basic Instinct” (1992) für Furore.

Wertung: 2 von 10 D-Mark