Kinoplakat: Sechs Tage sieben Nächte
Ein nettes Genre-Stück
für den Sonntagnachmittag
Titel Sechs Tage sieben Nächte
(Six Days Seven Nights)
Drehbuch Michael Browning
Regie Ivan Reitman, USA 1998
Darsteller

Harrison Ford, Anne Heche, David Schwimmer, Jacqueline Obradors, Temuera Morrison, Allison Janney, Douglas Weston, Cliff Curtis, Danny Trejo, Ben Bode, Derek Basco, Amy Sedaris, Long Nguyen, Jake Feagai, John Koyama u.a.

Genre Komödie, Abenteuer
Filmlänge 98 Minuten
Deutschlandstart
25. Juni 1998
Inhalt

Quinn Harris ist mit seinem unkomplizierten Leben als Pilot zufrieden – vollkommen! Es genügt ihm, mit seiner klapprigen alten Maschine Luftfracht zu befördern. Leider tritt Robin Monroe in sein Leben. Die forsche Magazinredakteurin aus New York ist mit ihrem Verlobten Frank auf Urlaubsreise.

Als Robin dann unerwartet für eine Story nach Tahiti muss, soll Quinn sie dorthin fliegen. Der hat eigentlich keine Lust, weil er sich gerade von einer „guten Freundin” ein bisschen verwöhnen lässt. Aber 700 Dollar in bar überzeugen ihn.

Das Flugzeug gerät in einen Sturm, kommt ins Trudeln, das ungleiche Paar wird auf eine einsame, wildbewachsene Insel verschlagen. Eine Rettung ist – wenn überhaupt – erst in Tagen zu erwarten. Nun gehört Robin zu diesen forschen Großstadtmenschen, deren Mund nie still steht, die an allem was zu mäkeln haben. Das reicht eigentlich, um Quinn den Tag zu versauen.

Nun dient aber die Insel auch noch Piraten als Schlupfwinkel. Piraten, die gerade einen Mann kaltblütig erschossen haben und von Quinn und Monroe dabei zufällig beobachtet worden sind. Zeugen sind dazu da, aus dem Weg geräumt zu werden.

Auf die beiden Gestrandeten warten also Gefahren und Abenteuer, wie sie in keinem Reiseprospekt verzeichnet sind. Zwangsläufig lernen sich die beiden sehr viel besser kennen …

Was zu sagen wäre

Der „neue Film mit Harrison Ford” sorgte schon in der Planungsphase für Wirbel: Anne Heche (Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt – USA 1997; „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast” – USA 1997) hatte sich zum Kinostart von Volcano 1997 öffentlich zu ihrer Liebe zu TV-Sitcom-Star Ellen De Generes bekannt. Die Presse reagierte mit Schlagzeilen, die ihre Glaubwürdigkeit in Frage stellen sollten: „Kann eine Lesbe glaubhaft Harrison Ford küssen?” Es wurde gemutmaßt, dass das Publikum schwerlich die Vorstellungskraft aufbringen könnte, eine Lesbe als heterosexuellen Love Interest zu akzeptieren.

Regisseur Ivan Reitman wollte schon einen Rückzieher machen, als Harrison Ford („Air Force One” – USA 1997; „Das Kartell” – USA 1994; „Auf der Flucht” – USA 1993; „Die Stunde der Patrioten” – USA 1992; „In Sachen Henry” – USA 1991; „Aus Mangel an Beweisen” – USA 1990; „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug” – USA 1989; „Die Waffen der Frauen” – USA 1988; „Frantic” – USA 1988; „Mosquito Coast” – USA 1986; „Der einzige Zeuge” – USA 1985; „Die Rückkehr der Jedi-Ritter” – USA 1983; „Der Blade Runner” – USA 1982) sich für seine Partnerin stark machte und erklärte, ihm sei die sexuelle Orientierung seiner Kollegen egal, solange sie seine Leistung nicht beeinflusse.

Schnell war das Thema kein Thema mehr. Die Industry ging zur Tagesordnung über. Welcom to Tinseltown!

Das Produkt zu dieser nicht ganz ungeschickt platzierten Marketingkampagne ist ein sonniger Genre-Film mit Abziehbild-Figuren – die schrullige Großstadtzicke, der bogart'sche, mürrische Loner, dann gab es noch den treuen Freund seiner Reporterin, die heißblütige Geliebte des Loners und die schmucke Insel samt Piraten. Und alle präsentieren sich in großer Spiellaune und Ivan Reitman auf dem Regiestuhl kitzelt hier und da noch einen Überraschungsgag raus.

Der Film ist nett. Kann man sich angucken Sonntags um 16 Uhr, wenn's draußen regnet. Und anschließend gibt's Abendbrot …

Wertung: 7 von 11 D-Mark