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Kinoplakat: Scream 4
Die Luft ist raus. Aber
Spaß hat's nochmal gemacht
Titel Scream 4
(Scream 4)
Drehbuch Kevin Williamson + Ehren Kruger
mit Charakteren von Kevin Williamson
Regie Wes Craven, USA 2011
Darsteller

Neve Campbell, Courteney Cox, David Arquette, Emma Roberts, Hayden Panettiere, Nico Tortorella, Marielle Jaffe, Rory Culkin, Alison Brie, Adam Brody, Erik Knudsen, Marley Shelton, Mary McDonnell, Anthony Anderson, Brittany Robertson, Aimee Teegarden, Shenae Grimes, Lucy Hale, Anna Paquin, Kristen Bell, Roger Jackson, Dane Farwell u.a.

Genre Horror
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
22. Juni 2000
Inhalt

„Was ist dein Lieblingshorrorfilm?” Mit dieser Frage begann in Woodsboro vor Jahren die Mordserie. Die junge Sidney Prescott entkam nur knapp dem maskierten Killer, flüchtete aus ihrer Heimatstadt und ward dort seitdem nicht mehr gesehen.

Am Jahrestag der Tragödie kommt sie zurück. Sie hat ein Buch über die Ereignisse geschrieben, stellt sich der Vergangenheit und will öffentlich aus ihren Memoiren lesen. Doch kaum ist Sidney angekommen, beginnt eine Mordserie, die die Ghostface-Morde von vor 15 Jahren imitiert. Als das Handy eines der Opfer in Sidneys Kofferraum gefunden wird, kommt diese unter Mordverdacht und wird von Dewey gebeten, bis zum Ende der Ermittlungen in der Stadt zu bleiben.

Die Morde gehen weiter und Sidney und ihre Cousine Jill müssen mitansehen, wie im Nachbarhaus Olivia Morris ermordet wird. Kurz darauf fällt auch Sidneys Pressesprecherin dem Mörder zum Opfer. Gale Weathers-Riley will den Mörder unbedingt schnappen, und da ihr Mann ihre Mithilfe bei dem Fall nicht will, verbündet sie sich mit den Schülern Robbie Mercer und Charlie Walker. Die zwei sind Filmfreaks und meinen, der Mörder versuche, das Original zu übertreffen – auf einer Party werde er erneut zuschlagen.

Derweil lauert Ghostface beim alljährlichen Stab-Filmmarathon auf neue Opfer. Gale versucht, die Party mithilfe von Kameras zu überwachen, doch der Ghostface-Mörder taucht auf und dreht die Kameras zu Boden. Als Gale daraufhin zur Party zurückgeht, sticht ihr der Mörder in die Schulter, tötet sie aber nicht.

Derweil hat in Kirbys Haus die After-Party begonnen. Ghostface wartet schon …

Was zu sagen wäre

Back to the Roots für die nächste Kinogeneration. Nach elf Jahren trafen sich die Macher vonScream und machten weiter. Die Luft ist ein wenig raus, gewartet hat niemand so recht auf diesen Film, noch dazu in einer Zeit, in der Horrorfilme blutige Spektakel wie dieSaw-Filme oder die Hostel-Reihe sein müssen.

Dieser Film ist wieder deutlicher geprägt von der Orientierungslosigkeit moderner Teenager. Wes Craven hat in Internet und Social Media die Nachfolger von Videotheken und Slasher-Movies gefunden. Wollten seine jungen Helden in den ersten drei Filmen, wenn sie sich schon nicht im Anwaltsberuf oder als Versicherungsmensch sehen, schlimmstenfalls wenigstens noch Horrorfilme drehen, also kreativ sein, Kunst machen, suchen Cravens neue Teenager ihr Heil in der Prominenz durch soziale Netzwerke. Und da gießt der große alte Mann des Horrorfilms durchaus ein paar Kübel Zynismus in die Kinosessel. Ein bisschen beängstigend ist Cravens Vision der Jugend von heute. Die Auflösung, wer hinter der Maske steckt, ist sehr auf Höhe der Zeit. Da blitzt nochmal der Geist auf, der die Serie zu Beginn in höchste Sphären katapultiert hatte.

Schaut man sich diese Trilogie daraufhin dann wieder an, fällt auf, wie sich das Kino verändert hat. Für das Kino sind Filme wie Scream verloren. Die erste Trilogie behält ihren guten Ruf, weil sie damals Neues geschaffen hat – Horror-Satire – Neubelebung für ein darbendes Genre wurde, intelligente Überraschung war (vor allem Teil 1). Sie behält auch ihren Ruhm, weil sie visionär war, weil sich die Gesellschaft hin zu jenen Medienzombies entwickelt hat, die die Teenager in den ersten drei Teilen vorlebten. Aber Patina hat die Serie angesetzt, weil die Charaktere nichts weiter waren als das: Charaktere, Kunstfiguren, Schablonen für Weglaufen oder Ducken oder Schreien oder Held sein. Von Schauspielern mag ich da – übrigens auch im aktuellen Film – nicht sprechen. Die Dramaturgie folgt den Regeln des Zustechens – schnell, wirksam, ein wenig Igitt; die reine Unterhaltung für den Augenblick.

Es ist dann eben doch nur eine Slasher-Serie mit dem Typ, der diese Geister-Maske anhat. Ganz nett für einen Videoabend mit den Kumpels – sofern die nicht schon wieder „Hangover“ sehen wollen.

Wertung: 5 von 7 €uro
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