Kinoplakat: Scream 2
Würdige Fortsetzung einer
großen Horror-Komödie
Titel Scream 2
(Scream again)
Drehbuch Kevin Williamson
Regie Wes Craven, USA 1997
Darsteller

Neve Campbell, Skeet Ulrich, Courteney Cox, David Arquette, Jada Pinkett Smith, Omar Epps, Paulette Patterson, Rasila Schroeder, Heather Graham, Roger Jackson, Peter Deming, Molly Gross, Rebecca McFarland, Elise Neal, Liev Schreiber, Kevin Williamson, Sandy Heddings, Dave Allen Clark u.a.

Genre Horror
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
23. April 1998
Inhalt

Zwei Jahre sind nach den Ereignissen von Woodsboro vergangen. Sidney Prescott versucht am College, den Schrecken von damals zu vergessen, studiert Schauspiel. Sie ist abgeklärter geworden. Nervende Typen am Telefon wimmelt sie cool ab.

Zwei Jahre sind vergangen. Gale Weathers, die TV-Reporterin, hatte über die Woodsboro-Morde einen Bestseller geschrieben. Unter dem Titel „Stab” hat er jetzt im Kino Premiere. Die Erwartungen sind groß, das Kino voll, die Besucher gut drauf. Bis ein Mädchen vor die Leinwand stolpert, tot zusammenbricht, aufgeschlitzt von einem Unbekannten.

Bilanz der Sneak-Preview: zwei Morde in Woodsboro-Manier. Es fängt wieder an. Sidneys Alpträume kehren zurück.

Und während der unbekannte Schlitzer sein Messer aufblitzen lässt, die Studenten des Filmkurses über das Wesen der Fortsetzung von Kinohits debattieren, kommen die Überlebenden von damals wieder zusammen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten …

Was zu sagen wäre
Teaserplakat: Scream 2Wes Craven bleibt dem Vorgänger treu: Einer der prominentesten Gesichter auf dem Plakat ist nach zehn Minuten tot – so wie damals Drew Barrymore nach zehn Minuten schreiend und blutend ausgeschieden war. Die Idee, die voll im Saft stehenden Jungstars vom Filmhorror umbringen zu lassen, findet hier konsequente Erweiterung: Die Vorgänge von Woodsboro wurden Stoff für einen Film, „Stab“ – Hauptrolle: Tori Spelling; die hatte Sidney Prescott in Scream – Schrei! als „bei meinem Glück werde ich in einer Verfilmung dieses Horrors von Tori Spelling gespielt“ abgetan. Bei einer Preview des Films gibt es die erste Tote, der US-Start ist Anlass für allerlei Reporter in der Gegend um Sidney; auch spielen wieder familiäre Bande in das Motiv des Ghostface genannten Killers; dass es dann (wieder) zwei davon gibt, ist keine echte Überraschung mehr.

Das alte Team ist bald wieder beisammen und lebt seine Animositäten aus, während es Ghostface von der Klinge springt – der dafür zum Ausgleich jede Menge andere schöne, junge Sympathieträger meuchelt, die zum Teil schon vorher Überlegungen darüber anstellen, ob ihr Charakter die aktuelle Mordersie wohl wird überleben können – schließlich „habe ich als Schwarzer keine Chance“, „bin ich als fröhlicher Sidekick über Teil 2 nicht zu retten“ … solche Sachen.

Wes Craven nimmt möglichen Fortsetzungen-sind-doof–Kritikern gleich den Wind aus den Segeln. Ausführlich lässt er Studenten Fortsetzungen aufzählen, die mindestens so erfolgreich waren, wie die Originale. Und … was stellen sie in Sachen Horrorfilm fest: „Die Regeln dürfen nicht gebrochen werden!“ / „Eine Horror-Fortsetzung muss heftiger, blutiger, brutaler sein!“ / „Alle kommen als Täter in Frage!“ Und weil es seine Studenten so gelernt haben, wird Wes Craven sie auch nicht enttäuschen. Ganz im Gegenteil.

„Scream 2“ steht seinem Vorgänger in nichts nach. Große Genre-Unterhaltung.

Wertung: 10 von 11 D-Mark