Plakatmotiv: Schule des Verbrechens (1938)
Als hätte Charles Dickens eine
Filmkamera in die Hand bekommen
Titel Schule des Verbrechens
(Crime School)
Drehbuch Crane Wilbur + Vincent Sherman
nach einer Story von Crane Wilbur
Regie Lewis Seiler, USA 1938
Darsteller
The 'Dead End' Kids, Humphrey Bogart, Gale Page, Billy Halop, Bobby Jordan, Huntz Hall, Leo Gorcey, Bernard Punsly, Gabriel Dell, George Offerman Jr., Weldon Heyburn, Cy Kendall, Charles Trowbridge, Spencer Charters, Donald Briggs u.a.
Genre Crime, Drama
Filmlänge 85 Minuten
Deutschlandstart
20. Juli 1968 (TV-Premiere)
Inhalt

Frankie Warren und seine Freunde Squirt, Goofy, Spike, Fats und Bugs stammen aus einem New Yorker Elendsviertel, wo sie sich mit kleinen Gaunereien über Wasser halten. Als ein Trödler sie um ihr Geld betrügen will, schlagen sie ihn nieder und wandern dafür geschlossen in die Besserungsanstalt. Hier herrschen katastrophale Zustände. Direktor Morgan und sein korrupter Oberaufseher Cooper veruntreuen die für die Anstalt bestimmten Gelder. Die unter den unmenschlichen Gegebenheiten leidenden Jugendlichen machen sie sich mit der Peitsche gefügig. Diese grausame Behandlung lässt sie erst recht zu Kriminellen werden.

Neue Zeiten brechen an, als der neue Bezirksbeauftragte Mark Braden seinen Dienst antritt und sehr schnell Direktor Morgan und einigen besonders unfähigen Aufsehern feuert. Um nicht auch entlassen zu werden, täuscht der Oberaufseher Cooper vor, dass er Bradens Reformen für gut befindet. Braden ahnt nicht, dass Morgan und Cooper unter einer Decke stecken. Nach harten Auseinandersetzungen mit den Jugendlichen gewinnt Braden endlich deren Vertrauen. Als seine progressiven Erziehungsmethoden erste Früchte tragen, zettelt Morgan von draußen und Cooper von drinnen eine Intrige gegen Braden an, um seine Jahrzehnte währenden Veruntreuungen zu vertuschen …

Was zu sagen wäre

Als hätte Hollywood Charles Dickens eine Filmkamera in die Hand gedrückt, so wirkt der Film in seiner ganzen Exposition. Lewis Seiler legt als Regisseur viel Wert auf Zwischentöne, klares Schwarz-Weiß findet er uninteressant. Also: lauter allein gelassene Kinder, die sich irgendwie durchschlagen. Die Produktion lebt von den pubertären Ängsten über das Verlassenwerden, über Schuldgefühle und Korpsgeist (sowohl bei den Jungs als auch bei den Polizisten und Gefängnisleuten).

Im Kinosessel bleiben wir dabei und verstehen ein wenig von den gesellschaftlichen Verwerfungen, denen der US-Bürger ausgesetzt war; offenbar ist nicht alle Geschichte Krieg und Nazis und Befreiung. Die „Dead End Kids“, die hier die fehl geleiteten Jugendlichen spielen, waren neben Humphrey Bogart die Stars in dem sozialkritischen Krimi „Sackgasse“ (1937) von William Wyler. Die New Yorker Streetgang war so beliebt beim Publikum, dass sechs weitere Filme folgten. Die jugendlichen Darsteller spielten bis 1939 ihre Rollen an der Seite von Humphrey Bogart in „Crime School“, an der Seite von James Cagney in Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern (1938), an der Seite von Ronald Reagan in „Hell's Kitchen“ (1939) und „The Angels Wash Their Faces“ (1939). In diesen Filmen waren die Dead End Kids in bedeutenden Nebenrollen zu sehen, während sie im letzten Film der Reihe, „On Dress Parade“ (1939) die Hauptrollen übernahmen.

Wertung: 4 von 6 D-Mark