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Plakatmotiv: Schmutziger Lorbeer (1956)
Ein solider Boxerfilm wird zum
Abschied von Humphrey Bogart
Titel Schmutziger Lorbeer
(The Harder They Fall)
Drehbuch Philip Yordan
nach dem gleichnamigen Roman von Budd Schulberg
Regie Mark Robson, USA 1956
Darsteller Humphrey Bogart, Rod Steiger, Jan Sterling, Mike Lane, Max Baer, Jersey Joe Walcott, Edward Andrews, Harold J. Stone, Carlos Montalbán, Nehemiah Persoff, Felice Orlandi, Herbie Faye, Rusty Lane, Jack Albertson u.a.
Genre Drama, Film Noir
Filmlänge 109 Minuten
Deutschlandstart
24. Juli 1956
Inhalt
Eddie Willis ist ein versierter Sportjournalist, der, seit seine Zeitung dicht gemacht hat, in Geldschwierigkeiten gerät. Er trifft auf den zwielichtigen Nick Benko, Kopf eines Box-Syndikats, der ihm viel Geld für die Pressearbeit rund um seinen neuen Schützling, den argentinischen Boxer Toro Moreno, bietet. Eddie erkennt schnell, dass Toro ein „zahmer Riese“ ist, der in keinem Boxkampf eine faire Chance hätte. Nick gibt zu, dass er auf die Niederlage Toros in einem Weltmeisterkampf und damit verbundene hohe Wettgewinne setzt und die Gegner der dafür nötigen Vorkämpfe geschmiert werden sollen. Des Geldes wegen willigt Eddie ein, Toro „hochzuschreiben“.

In Kalifornien beginnt Eddie mit einer großangelegten Werbekampagne für Toro, den noch niemand je hat boxen sehen. Ein erster Kampf gegen den Herausforderer auf den Titel im Schwergewicht, Sailor Rigazzo, gewinnt Toro: Zwar hatte Rigazzo sich geweigert, den Kampf zu verlieren, doch sorgte sein geschmierter Manager dafür, dass Rigazzos Augen mit einem in Chemikalien getränkten Handtuch verätzt wurden. Über persönliche Verbindungen gelingt es Eddie, eine Untersuchung des Falls zu verhindern.

Weitere Kämpfe im Westen der USA „gewinnt“ Toro ebenfalls. Es folgt ein erster entscheidender Kampf gegen den gerade entthronten Weltmeister Gus Dundee in Chicago, der jedoch nach seiner Niederlage gegen Buddy Brennan immer noch angeschlagen ist und an heftigen Kopfschmerzen leidet. Dundee überlebt den Kampf nicht. Gus hat bereits zu Beginn des Kampfes starkes Nasenbluten und bricht kurz darauf im Ring zusammen. Er stirbt wenig später an inneren Blutungen, die er bereits beim Kampf gegen Buddy Brennan erlitten hatte.

Der Weltmeisterschaftskampf zwischen Toro und Buddy Brennan wird nun in New York City ausgetragen werden. Auf der Pressekonferenz tönt Buddy, dass er und nicht Toro Gus umgebracht habe und dass er auch Toro umbringen werde. Erst jetzt packt Eddie das schlechte Gewissen und er gesteht Toro, dass er seine bisherigen Kämpfe nur durch Bestechung gewinnen konnte …

Was zu sagen wäre

„The Harder They Fall“ verknüpft zwei große Hollywood-Traditionen, das Boxermelodram und den Reporterfilm. Humphrey Bogart ist aus dem Alter raus, in dem er knallharte Cops und Detektive spielen will. Hier spielt er deren entfernten Verwandten, den Reporter, einst eine gefeierter Schnüffler und Aufdecker, heute arbeitslos, darüber ein wenig zynisch geworden und im klassischen Reporterzwiespalt zwischen Wahrheit und Broterwerb.

Die entscheidenden Szenen spielen zwischen Bogart und Rod Steiger als zynischem Manager. Bogart ist bereits von seiner schweren Krankheit gezeichnet, beweist aber seine Kunst des coolen Understatements. Steiger vibriert. Sein Boxmanager ist eine kalte Geschäftsmaschine, die nimmt, was sie kriegen kann – kalt, berechnend, nur dem Geld loyal. Sein Temperament glüht vonm der Leinwand mitten in den Kinosaal; ein tolles Gegengewicht zum coolen Manager Eddie.

Der Film dekliniert noch einmal die Elemente des Boxer-Genres durch, die großen Schläger mit dem Goldenen Herzen, die gekauften Kämpfe, die schmierigen Manager und Frauen, die ob der Schlechtigkeit der (männlichen) Welt beständig große Augen machen. „Schmutziger Lorbeer“ ist der letzte Film von Humphrey Bogart. Das macht den Film historisch bedeutsamer, als er es für sich stehend ist. Er ist solide inszeniert, mit packenden Boxszenen im Ring, straff erzählt, gut gespielt.

Wertung: 4 von 7 D-Mark
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