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Kinoplakat: James Bond 007 - Sag niemals Nie
Fulminante Rückkehr
zu den Wurzeln
Titel Sag niemals Nie
(Never say Never again)
Drehbuch Kevin McClory + Jack Whittingham
nach dem Roman Thunderball von Ian Fleming
Regie Irvin Kershner, UK, USA 1983
Darsteller Sean Connery, Klaus Maria Brandauer, Max von Sydow, Barbara Carrera, Kim Basinger, Bernie Casey, Alec McCowen, Edward Fox, Pamela Salem, Rowan Atkinson, Valerie Leon, Milos Kirek, Pat Roach, Anthony Sharp, Prunella Gee u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 134 Minuten
Deutschlandstart
20. Januar 1984
Inhalt

James Bond 007 war von seinem Chef schon für Schreibtisch-Jobs abkommandiert: „Zu alt. Ausgelaugt!“ lautete das vernichtende Urteil.

Aber dann werden zwei Cruise Missiles geklaut, einschließlich Atomsprengköpfen. Die Organisation SPECTRE hat ihre Finger im Spiel, Maximilian Largo ist der Kopf der Aktion. Eine millionenschwere Erpressung ist geplant.

Bond fliegt auf die Bahamas, lässt sich dort zunächst auf ein Schäferstündchen mit der undurchsichtigen Fatima Blush ein, bevor er Domino auf seine Seite zieht, Largos Geliebte.

Bonds Trumpf: Largo hat Dominos Bruder ermordet. Largo kommt 007 auf die Schliche und setzt einen Killer auf ihn an: Fatima Blush …

Was zu sagen wäre

Eine große Wundertüte des 80er-Jahre Kinos. Ein Wunder, dass Sean Connery als James Bond noch einmal auftaucht. Ein Wunder, wie gut, frisch und einzigartig der Film aussieht. Wunderbar, wie ernsthaft alle Schauspieler ihren Job machen, ohne verkrampft zu wirken. Ein Wunder, dass zwar James Bond auf der Leinwand zu sehen ist, im Vorspann aber die Namen Broccoli und Saltzman nicht.

Die Entstehung ein Filmagenten-Thriller

Die Entstehung des Films hat als eine der gewagtesten und riskantesten Unternehmungen Filmgeschichte geschrieben. In den fünfziger Jahren hatte Bond-Autor Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Wittingham einige Bond-Drehbücher geschrieben und Teile davon später in seinem Roman Feuerball verarbeitet. In einem Rechtsstreit klagte Kevin McClory seine Autorenrechte ein und bekam Anteile am Bucherlös sowie die Filmrechte zugesprochen. 1965 war er mit den Bond-Produzenten Albert Broccoli und Harry Saltzman über eine Verfilmung handelseinig, wobei die Filmrechte für die nächsten zehn Jahre auf Eis lagen.

Nach Ablauf dieser Frist bemühte sich McClory um eine Neuverfilmung. Keines der großen Filmstudios wagte sich jedoch an dieses Projekt, weil Broccoli, der sich mittlerweile die Exklusivrechte an der Bond-Figur gesichert hatte, mit rechtlichen Schritten drohte.

Ein unerwartetes Comeback

1981 erwarb der Rechtswanwalt Jack Schwartzman von MacClory die Filmrechte. Er brachte das Kunststück fertig, das Projekt durch alle juristischen Fallen zu lavieren, Sean Connery zu einem Comeback als Bond zu bewegen („Flammen am Horizont“ – 1982; „Time Bandits“ – 1981; Outland – Planet der Verdammten – 1981; Robin und Marian – 1976; „Der Mann, der König sein wollte“ – 1975; „Der Wind und der Löwe“ – 1975; Die Uhr läuft ab – 1975; Mord im Orient-Express – 1974; James Bond 007 – Diamantenfieber – 1971; „Der Anderson Clan“ – 1971; Marnie – 1964; Die Strohpuppe – 1964; James Bond 007 jagt Dr. No – 1962) und mehr als 30 Millionen Dollar für die Realisierung des Films aufzubringen.

Teaserplakat: James Bond 007 - Sag niemals nieIrvin Kershner, geboren 1923, hatte zuvor schon einmal mit Sean Connery gearbeitet: bei dem 1966 entstandenen Film „Simon ist nicht zu schlagen”. Für George Lucas drehte er das zweite Star Wars-Abenteuer Das Imperium schlägt zurück, ehe er bei dem Bond-Film die Regie übernahm. Alles an dem Film wirkt frisch. Vor allem im Vergleich zum fast zeitgleich gestarteten Octopussy, in dem Roger Moore, mittlerweile ebenfalls (wie Connery) in die Jahre gekommen, den Agenten in der offiziellen Bond-Serie gibt. Gadgets hat auch der Kershner-James-Bond; aber er braucht keine Plastikenten auf dem Taucherhelm, muss auch keinen bengalischen Tiger mit „Husch, husch ins Körbchen“ vertreiben.

Auf der Meta-Ebene bleibt da dieses Augenzwinkern

Dieser James Bond nimmt sich als Figur und als Story toternst. Das muss er auch, denn dem Zuschauer fällt das ernst nehmen sowieso schwer, eben weil Sean Connery wieder da ist. Er kann seine Agentensache noch so ernst machen, der Zuschauer denkt sich das Augenzwinkern automatisch dazu. Die Stunts sind der Figur gemäß erste Klasse, eine Motorradfahrt durch enge südfranzösische Gassen ein Zungenschalzer. Schwierig sind mittlerweile Prügelszenen mit Sean Connery. Es fällt auf, dass da ein Stuntman einspringt - Connerys Charakterschädel samt Toupet lassen sich wohl nicht mehr doubeln; auch das hebt den Zuschauer auf die Meta-Ebene des Zuschauers. So ganz drin im Film ist er nie, es bleibt durchgängig ein ach-guck-Sean-Connery-macht's-doch-noch-mal-Film.

Connery hatte sich geschworen, nach seinem sechsten Bond-Abenteuer, Diamantenfieber (1971), nie wieder diese Rolle zu spielen. Seine Ehefrau Micheline kommentierte diesen Wortbruch mit „Never say never again“ - und so bekam der Film seinen Titel.

Brandauer - der Überschurke

Klaus Maria Brandauer, geboren 1944, hat sich in „Mephisto“ internationale Anerkennung erspielt und gibt als Largo den dritten Bond-Schurken deutschsprachiger Herkunft. Wenn auch, genaugenommen, „Sag niemals Nie“ nicht zur offiziellen Bond-Serie gehört, liefert Brandauer im Vergleich zu seinen … „inoffiziellen“ deutschen Vorgängern eine Gert Fröbe vergleichbare Leistung ab.

Kim Basinger startete als Domino ihre Filmkarriere, die 1997 ihren ersten Höhepunkt erreichte. Für ihr Spiel in L.A. Confidential erhielt sie den Oscar für die „Beste weibliche Nebenrolle“.

Wertung: 8 von 9 D-Mark
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