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Kinoplakat: Rufmord – Jenseits der Moral
Ein detailreicher Blick hinter
die Korridore der Macht
Titel Rufmord – Jenseits von Moral
(The Contender)
Drehbuch Rod Lurie
Regie Rod Lurie, USA, Deutschland, UK 2000
Darsteller Joan Allen, Gary Oldman, Jeff Bridges, Christian Slater, Sam Elliott, William Petersen, Saul Rubinek, Philip Baker Hall, Mike Binder, Robin Thomas, Mariel Hemingway, Kathryn Morris, Kristen Shaw Douglas Urbanski, Noah Fryrear u.a.
Genre Drama
Filmlänge 126 Minuten
Deutschlandstart
27. Juni 2002
Inhalt

Der Vizepräsident der USA ist gestorben. Der Präsident – kurz vor dem regulären Ende seiner Amtszeit – entscheidet sich für einen gewagten Schritt: Er nominiert Senatorin Laine Hanson als Nachfolgerin und damit die erste Frau auf dem Stuhl des Vize. Eine pikante Entscheidung: Die Senatorin war einst von der Republikanischen in die Demokratische Partei gewechselt.

Auf den ersten Blick hat der Präsident einen Coup gelandet. Aber dann werden plötzlich Verdächtigungen laut: Laine Hanson soll als 19-jährige an einer wilden Orgie teilgenommen haben. Der Vorsitzende des Wahlkommitees, ein Republikaner, schleust dieses Gerücht der Presse zu, die sich lustvoll darauf stürzt. Die in der Öffentlichkeit aufbrandende Diskussion über politische Ethik und Sauberkeit findet Eingang in die Hearings zur Wahl des Vize.

DVD-Cover (US): The ContenderGleichzeitig bringt der intrigante Vorsitzende einen Gouverneur ins Gespräch, der landesweit als Held gefeiert wird. Er hatte einst einer jungen Frau das Leben gerettet, als deren Wagen von einer Brücke stürzte, unter der der Gouverneur gerade angelte …

Was zu sagen wäre

Na, das hat gedauert: In den USA ist der Film im Oktober 2000 angelaufen. Und nun kommt er bei uns ins Kino mitten in der ersten Amtszeit des Präsidenten George W. Bush, der seit September 2001 den Anti-Terrorkrieger gibt. Glaubt der deutsche Verleih, dass jetzt die zeit wäre, mal mit der moralischen Lupe in die Korridore der Macht zu schauen?

„The Contender“ ist ein schnittiger Washington-White-House-Thriller mit Top-Besetzung: Jeff Bridges (Arlington Road – 1999; The Big Lebowski – 1998; Liebe hat zwei Gesichter – 1996; White Squall – Reißende Strömung – 1996; Starman – 1984; Tron – 1982; Heaven's Gate – 1980; „King Kong“ – 1976; Mr. Universum – 1976; Die Letzten beißen die Hunde – 1974; Die letzte Vorstellung – 1971) als US-Präsident, Joan Allen („Allein gegen das Verbrechen“ – 2000; Pleasantville – 1998; Im Körper des Feindes – 1997; Der Eissturm – 1997; Nixon – 1995) als Kandidatin, Gary Oldman (Lost in Space – 1998; Air Force One – 1997; Das fünfte Element – 1997; Léon – Der Profi – 1994; True Romance – 1993; JFK - Tatort Dallas – 1991) als gestrenger Senator und William Peterson („The Skulls“ – 2000; „Fear – Wenn Liebe Angst macht“ – 1996; Leben und Sterben in L.A. – 1985) als angelnder Menschenretter … alle liefern Hochkarätiges. Nicht zufällig sind Joan Allen als Hauptdarstellerin und Bridges als Nebendarsteller für den Oscar nominiert (wenn es auch für die Auszeichnung gegen Julia Roberts in Erin Brockovich und Benicio del Toro in Traffic nicht gereicht hat).

Über die oben erwähnte Storyline rund um das Foto blättert Rod Lurie in seinem Script sehr schön Funktionen und Motive verschiedener politischer Positionen in der Regierung der angeblich mächtigsten Nation der Welt auf. Damit wird „Rufmord“ ein guter film für den sonntagabend.

Wertung: 6 von 6 €uro
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