Plakatmotiv: R.I.P.D – Rest in Peace Departement
„Men in Black“
jetzt mit Toten
Titel R.I.P.D.
(R.I.P.D.)
Drehbuch Phil Hay + Matt Manfredi + David Dobkin
nach den Comics von Peter M. Lenkov
Regie Robert Schwentke, USA 2013
Darsteller Jeff Bridges, Ryan Reynolds, Kevin Bacon, Mary-Louise Parker, Stephanie Szostak, James Hong, Marisa Miller, Robert Knepper, Mike O'Malley, Devin Ratray, Larry Joe Campbell, Michael Coons, Christina Everett, Michael Tow, Lonnie Farmer u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 96 Minuten
Deutschlandstart
29. August 2013
Inhalt

Nick Walker und Bobby Hayes, Detectives beim Boston Police Department, stehlen eine Truhe voll Goldbruchstücke, die sie während einer Drogenrazzia gefunden hatten. Nick vergräbt seinen Anteil des Goldes in seinem Hinterhof, in der Absicht, es später zu holen, um ein besseres Leben für sich und seine Frau Julia zu ermöglichen. Allerdings bedauert er seinen Diebstahl und informiert Hayes darüber, dass er das Gold zurückgeben will. Später, bei einer Razzia in einer Lagerhalle, werden Nick und Hayes in eine Schießerei mit Kriminellen verwickelt. Hayes erschießt Nick, um ihn von der Rückgabe des Goldes abzuhalten.

Während des Aufsteigens durch einen Tunnel ins Jenseits wird Nick in das Büro von Mildred Proctor gebracht, der Direktorin der Boston Division des Rest In Peace Departements (R.I.P.D.), einer Agentur, die verstorbene Polizisten rekrutiert, um Patrouille im Leben nach dem Tod zu gehen und sogenannte Deados zu fassen. Deados sind Geister, die es nicht schafften, die Linie in den Himmel zu überqueren und als gescheiterte Monstergeister auf die Erde zurückkehren. Sie sehen aus wie normale Menschen, aber aus verschiedensten Gründen platzen sie aus der menschlichen Hülle. Nick stimmt zu, dem R.I.P.D. beizutreten, nachdem Proctor erklärt, dass der Dienst mindestens ein Jahrhundert dauert, um die Gefahren abzuwehren und er damit eine Empfehlung für das Jüngste Gericht bekommt. Anschließend trifft er seinen neuen Partner, Roy Pulsipher, einen ehemaligen US Marshal, der im 19. Jahrhundert lebte.

Nick und Roy kehren auf die Erde zurück, wo Nick seiner eigenen Beerdigung beiwohnt und sieht, wie Hayes seine Frau umarmt und tröstet. Als er versucht, zu Julia zu gelangen, erkennt diese ihn nicht. Roy erklärt ihm, dass sie für die Lebenden nicht zu erkennen sind, sondern diese nur ihre Avatare wahrnehmen können und gibt Nick ein Bündel Ausweiskarten mit dem Bild seines Avatars, einem alten Chinesen. Roys Avatar ist dagegen eine attraktive Blondine.

Nach dem gescheiterten Versuch, mit Julia zu kommunizieren, begleitet Nick Roy in die Wohnung eines als Deado Verdächtigen, Stanley Nawlicki. Dot findet Nick Goldstücke, die genauso aussehen, wie jene, die er und sein alter Partner Bobby gestohlen hatten. Roy erschießt den Deado, als der Nick angreift. Nick bedrängt Roy, sich mit dem  Deado Elliot zu treffen, der für ihn als Spitzel arbeitet. Als sie Elliot zu dem Gold befragen, gibt der nur Ausflüchte von sich; also beschatten sie den Deado und beobachten, wie der das Gold an Bobby Hayes übergibt. Nick und Roy folgen Hayes bis zum Haus von Nicks Frau Julia. Dort bringt Bobby Julia dazu, ihm die Stelle zu zeigen, wo Nick das Gold vergraben hat.

Bobby Hayes trifft auf den Deado Pulaski, dem er in einem belebten Warenhaus das Gold übergibt. Das R.I.P.D.-Duo folgt dem Gold und schnappt sich Pulaski, den sie mit in eine Kühlkammer des Warenhauses nehmen und dort zu befragen versuchen. Pulaski reagiert damit, indem er sich aufbläht und aus dem Kühlraum fliehen kann. Nach einer zerstörerischen Verfolgungsjagd durch die Innenstadt Bostons gelingt es Pulaski, den Cops zu entwischen. Proctor ist stocksauer und suspendiert die beiden. Sie erklärt ihnen, die Goldfragmente seien Teile eines 3000 Jahre alten mystischen Artefakts des Stabes von Jericho. Dieser hat die Macht, die Richtung des Tunnels in den Himmel umzukehren, so dass die Verstorbenen nicht in den Himmel gelangen würden, sondern wieder auf die Erde fielen, was de facto eine Apokalypse auslösen würde. Nick und Roy beschließen daraufhin, die Untersuchung auf eigene Faust weiterzuführen …

Was zu sagen wäre

Plakatmotiv (US): R.I.P.D – Rest in Peace DepartementHier versucht ein Film, unbedingt so aussehen zu wollen wie Men in Black, aber gut geklaut ist nicht in jedem Fall besser als schlecht selbst erfunden – quod erat demonstrandum. Nichts überrascht, nichts ist originell. Der deutsche Regisseur Robert Schwentke (R.E.D.: Älter. Härter. Besser. – 2010; „Die Frau des Zeitreisenden“ – 2009; „Flightplan“ – 2005) liefert einen dieser SFX-Overkills, die vergessen, auch eine plausible Story zum Pixel-Gewitter zu erzählen.

Jeff Bridges (TRON: Legacy – 2010; Männer, die auf Ziegen starren – 2009; Iron Man – 2008; The Door in the Floor – 2004; Rufmord – Jenseits der Moral – 2000; Arlington Road – 1999; Liebe hat zwei Gesichter – 1996; White Squall – Reißende Strömung – 1996; Starman – 1984; Tron – 1982; „Heaven's Gate“ – 1980; „King Kong“ – 1976; Mr. Universum – 1976; Die Letzten beißen die Hunde – 1974; Die letzte Vorstellung – 1971) als knurriger Uralt-Marshall gibt eine Art Best Of seiner Rollen zwischen Big Lebowski und True Grit. Das ist ganz nett anzuschauen, reicht aber nicht für 90 Minuten Kino.

Ryan Reynolds (Safe House – 2012; „Wie ausgewechselt“ – 2011; „Selbst ist die Braut“ – 2009; „Smokin' Aces“ – 2006) muss wieder kaum mehr tun, als sein hübsches Gesicht in die Kulisse zu stellen und kann nach nach Green LanternX-Men Origins: Wolverine und „Blade: Trinity“ einen Haken an seine vierte Comicfigur machen. Wenn gegen Ende des ersten Drittels ist von diesem Stab von Jericho die Rede ist, sinkt das Interesse an der Digital-Effekte-Orgie ganz ab; es ist einigermaßen klar, wie sich alles wieder fügen wird im unspannenden (Nicht)Legen des Nick Walker und seiner trauernden Gattin.

Eine Fortsetzung wird es wohl nicht geben: Der Film hat etwa 130 Millionen US-Dollar gekostet, hat aber weltweit dann nur 78,3 Millionen eingespielt.

Wertung: 2 von 8 €uro