Kinoplakat: Rambo III
Eine Ikone des Actionkinos
wird zur Lachnummer degradiert
Titel Rambo III
(Rambo III)
Drehbuch Sylvester Stallone + Sheldon Lettich
mit Charakteren aus dem Roman „First Blood” von David Morrell
Regie Peter MacDonald, USA 1988
Darsteller Sylvester Stallone, Richard Crenna, Marc de Jonge, Kurtwood Smith, Spiros Focas, Sasson Gabai, Doudi Shoua, Randy Raney, Marcus Gilbert, Alon Abutbul, Mamoud Assadollahi, Yosef Shiloah, Harold Diamond, Shaby Ben-Aroya u.a.
Genre Action
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
14. Juli 1988
Inhalt

John Rambo hat sich in ein thailändisches Kloster zurückgezogen. Hier hilft er bei allfälligen Baumaßnahmen, hat dafür freie Kost und Logis und trägt ab und an ein paar Dollars bei, die er sich durch Schaukämpfe erprügelt.

Colonel Samuel Trautman sucht ihn auf, Rambos Ausbilder. Er will den Ex-Green-Beret für einen Einsatz in Afghanistan gewinnen. Er soll die Mudschaheddin bei ihrem Kampf gegen die Sowjetarmee unterstützen. Rambo lehnt ab: „Meine Zeit ist um. Mein Krieg ist vorbei.”

Trautman reist ohne Rambo nach Afghanistan und wird mit seiner Einheit während einer nächtlichen Fahrt durch das Gebirge von sowjetischen Truppen aufgerieben. Die Überlebenden werden in einem sowjetischen Stützpunkt inhaftiert und Trautman von Oberst Zaysen und dessen Handlanger Kourov gefoltert und verhört.

Als John Rambo im fernen Kloster davon erfährt, lässt er alles stehen und liegen und macht sich auf den Weg nach Afghanistan. Er muss seinen Freund befreien …

Was zu sagen wäre

Das ist jetzt peinlich: John Rambo, amerikanischer Supersoldat stattet im Auftrag der CIA die Mudschaheddin, und damit die Taliban, mit Waffen und Know-How aus und greift ihnen gegen die bösen Russkis unter die Arme. Das war damals noch nicht ganz so klar. Aber dass im Jahrzehnt der Ronald-Reagen'schen-Interventionspolitik John Rambo nach Afghanistan ging, das konnte nur als Stinkefinger gegen Moskau interpretiert werden, dem in Afghanistan sein Vietnam bevor stand. Das war starker Tobak und musste dem US-Volk schmackhaft gemacht werden, das begonnen hatte, den Sinn solcher Auslandseinsätze generell in Frage zu stellen. Dafür wurde ein kleiner Junge eingebaut – patriotisch und afghanisch und groß- und braunäugig zu dem amerikanischen Helden aufblickend. Dafür haben die Produzenten noch weniger Story zugelassen.

Die Gegend ist eine bisschen andere – karger als der vietnamesische Dschungel, dafür sind die Blicke der dankbaren Unterdrückten umso herziger. Aber die Russen sind identisch fieß, fett und fatal und auch die fetten Hubschrauber mit den Stummelflügeln sind dieselben – die im Original eigentlich französische Puma-Kampfhubschrauber sind (keinesfalls die angetäuschten HINDs), denen die Ausstatter Stummelflügel angeklebt haben. Wieder wird eingebrochen, wieder wird befreit, wieder detonieren Ablenkungsbomben wieder wieder noch einmal. Dem Film wurden 221 Gewalttaten und 108 tote Menschen nachgerechnet - damit schaffte er es in den 1990er Jahren in das Guinness-Buch der Rekorde als brutalster Film.

63 Millionen Dollar hat der Film gekostet. Weltweit hat er rund 189 Millionen Dollar eingespielt (in den USA allein alleridngs nur knapp 54 Millionen - das ist wenig). „Rambos 60-Millionen-Dollar-Ausflug zu den Taliban spielte das Dreifache ein”, rechnete die Fernsehprogrammzeitung TV-Spielfilm nach, „erreichte bei Weitem aber nicht den Erfolg seiner Vorgänger. Lag's am Ende des Kalten Krieges durch Glasnost oder an den Sprüchen, die so hohl wie leergeschossene Patronenhülsen sind?”

Rund zwanzig Jahre später kam am 14. Februar 2008 mit John Rambo der vierte Teil der Rambo-Serie in die Kinos.

Wertung: 10 von 10 D-Mark