Kinoplakat: Project Almanac
Alles verloren, alles gewonnen;
ordentlich durchkonstruierte Reise
Titel Project Almanac
(Project Almanac)
Drehbuch Jason Pagan + Andrew Deutschman
Regie Dean Israelite, USA 2015
Darsteller

Jonny Weston, Sofia Black-D'Elia, Sam Lerner, Allen Evangelista, Virginia Gardner, Amy Landecker, Gary Weeks, Macsen Lintz, Gary Grubbs, Michelle DeFraites, Curry Stone, Jamila Thompson, Katie Garfield, Hillary Harley, Courtney Bowers u.a.

Genre Science Fiction
Filmlänge 106 Minuten
Deutschlandstart
5. März 2015
Inhalt

Der Teenager David macht beim Betrachten eines alten Geburtstagsvideos eine erschreckende Entdeckung: Er sieht auf der Aufnahme sein gegenwärtiges Ich im Spiegel. Um der Sache auf den Grund zu gehen, sucht er gemeinsam mit seinem Kumpel Quinn und der gemeinsamen Clique in der Forschungswerkstatt seines Vaters nach einer Antwort.

Dort entdecken sie die Bauteile und die Anleitung zur Herstellung einer Zeitmaschine. Voller Euphorie basteln sie die Einzelteile zusammen und stellen fest, dass man mit Hilfe der Maschine tatsächlich einen Tag in die Vergangenheit reisen kann. Anfangs nutzen sie diese Möglichkeit für eher harmlose Sachen wie kleine Korrekturen bei Schultests, doch sehr schnell packt sie die Gier nach mehr.

Mit Lotto und Sportwetten machen sie schnelles Geld. Als David dann aber einen Alleingang unternimmt, um seinen Schwarm Jessie für sich zu gewinnen, ändert sich der Verlauf der Vergangenheit endgültig und die Freunde merken, dass sie da ein sehr gefährliches Spiel treiben …

Was zu sagen wäre

Eine Found-Footage-Variante. In den ersten 30 Minuten sitze ich da und … folge den Schnipseln, die ich präsentiert bekomme … und ich versuche, möglichst viel von dem, was gesagt wird, zu behalten, weil … möglicherweise brauche ich dieses Wissen später wieder, bei Found Footage weißt Du nie. Vor allem, wenn Zeitsprünge eine Rolle spielen.

Kinoplakat: Project AlmanacDie Story nimmt sofort Fahrt auf und ich lasse mich gerne fallen. Aber dann sind da dese Bildschnitte, die nicht ins Handwerk passen. Dauernd wird die Kamera aus- und wieder angeschaltet; mal abgesehen davon, dass es etwas grotesk wirkt, dass die blonde, gut gebaute Schwester des Haupt-Nerds in diesem Teenager-Action-Thriller den ganzen Tag mit ihrem Nerd-Bruder und dessen Nerd-Freunden, anstatt mit den gut gebauten Sportcracks der Schule rumhängt, und alles filmt, wirkt es bekifft, dass die dauernd die Kamera aus- und anschaltet, was allein diese Jump Cuts erklärt, die cool aussehen – aber eben doof sind und den Zuschauer vom Wesentlichen ablenken.

Aber vielleicht sollte man auch nicht allzu viel nachdenken … es geht um Zeitreise in einem Thriller für die 12 bis 19-Jährigen – schöne Mädchen, erste Liebe, schüchterne Küsse, übermütige Fehler, die Leben kosten und am Ende hängt David an seinem iPhone, das die zeitmaschine steuert, wie ein Süchtiger an der Nadel, weil er doch „nur noch ein letztes Mal“ springen will, um alles wieder zu richten.

Es ist nicht so ganz schwer, die Entwicklung der Story und ihr ende vorauszusagen, aber das macght nichts. Produziert hat den Film Michael Bay. Das heißt, wir haben es mit einem handwerklich auber inszenierten No-Brainer zu tun, in dem attraktive, unbeholfene Menschen attraktive, unbeholfene Dinge tun und die jungen Mädchen laufen dauernd in Hotpants herum.

Der Film ist sauber durchkonstruiert, leistet sich keine groben Schnitzer, bietet eine unterhaltsame erste Stunde und eine abwechslungsreiche zweite, in der dann alles auseinanderbricht und das Chaos beginnt.

Ich hätte mir dann aber am Anfang doch nicht all die kleinen Informationen merken müssen. Wenn sie noch einmal wichtig werden – wenn – werden sie mir nochmal in Erinnerung gerufen. An die Jump Cuts habe ich mich bald gewöhnt. Es gibt auch nichts Wesentliches, von dem sie mich ablenken würden. Ein netter Feierabend-nach-hartem-Tag-Film.

Wertung: 4 von 8 €uro