Plakatmotiv: Pretty in Pink
Die erste Liebe. Hach!
Aber dieses Kleid !?!
Titel Pretty in Pink
(Pretty in Pink)
Drehbuch John Hughes
Regie Howard Deutch, USA 1986
Darsteller Molly Ringwald, Jon Cryer, Harry Dean Stanton, Andrew McCarthy, Annie Potts, James Spader, Jim Haynie, Alexa Kenin, Kate Vernon, Andrew Dice Clay, Emily Longstreth, Margaret Colin, Jamie Anders, Gina Gershon, Bader Howar u.a.
Genre Komödie, Romantik
Filmlänge 96 Minuten
Deutschlandstart
19. Juni 1986
Inhalt

Andie gehört nicht gerade zu den beliebtesten Mädchen der Highschool. Sie stammt aus armen Verhältnissen und fällt durch ihre schrillen pinkfarbenen Klamotten überall auf.

Nach der Schule unternimmt sie viel mit ihren Freunden Duckie und Annie. Duckie hat seit kurzem ein Auge auf Andie geworfen, doch die hat sich schon in Blane, einen Typen aus der Schule, verknallt.

Blane kommt aus einem wohlhabenden Elternhaus und ist in der Clique der reichen und coolen Kids. Wenn jedoch zwei so unterschiedliche Welten aufeinander treffen, sind Probleme schon programmiert …

Was zu sagen wäre

Die Welt amerikanischer Teenager bringt aktuell niemand so erfolgreich auf die Leinwand, wie John Hughes („Ferris macht blau“ – 1986; „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“ – 1985; Der Frühstücksclub – 1985; Das darf man nur als Erwachsener – 1984). Mit seinem festen, aber variablem Ensemble aus den imm er gleichen Mitspielern hat er ein eigenes Genre geschaffen – die John-Hughes-Komödie.

Bei „Pretty in Pink“ hat Hughes sich aufs Schreiben beschränkt, die Regie legt er in die Hände des Novizen Howard Deutch, dessen Stil sich der Story nicht in den Weg stellt. Eng betrachtet ist „Pretty in Pink“ eine Symbiose aus Frühstücksclub und … nur als Erwachsener: Die erste Liebe keimt, die sozialen Unterschiede sind kaum zu überwinden, die Familienverhältnisse prekär – was sich dergestalt äußert, dass die Rich Kids Eltern haben, die nicht in Erscheinung treten, aber auf standesbewussten Sex ihrer Nachkommenschaft pochen und die Poor Kids – wenigstens ein liebevolles Elternteil haben.

Bei Andie ist es der sie allein erziehende Vater, wobei durchaus nicht klar zuzuordnen ist, wer von beiden die Erzieherrolle innehat. Zu Beginn zeigt der Film, wie die patente Andie ihren Vater aus dem Bett quatschen muss, damit der sich statt seines Hilfsarbeiterjobs eine ordentliche Anstellung suucht. Diesen Vater, Jack, füllt Harry Dean Stanton (Christine – 1983) mit überraschender Liebe. Wenn man ihn an seinen großen Rollen misst („Paris, Texas“ – 1984; Die Klapperschlange – 1983; Alien – 1979), ist der Grad herzlicher, echter väterlicher Emotion, die er hier zeigt, die Überraschung in diesem Film.

Der heimliche Star des Films ist Jon Cryer in der Rolle des ewigen Best Friend Duckie: „Egal, ob man der Zukunft ins Gesicht sieht oder nicht. Sie findet in jedem Fall statt!“ Wenn er in dem Plattenladen, in dem Andie arbeitet, anfängt, ausgeflippt zu Otis Redding tanzen,komplett ausflippt – wenn er im Plattenladen auf Otis Redding tanzt und dann erkennt, dass Andie einen anderen hat … das zeugt von Spielfreude und Klasse. Daher ist es angemessen, dass Howard Deutch ihm einen den Rahmen des Films sprengenen Abgang schenkt: Nachdem er Duckie nicht mehr glücklich (verliebt mit Andie, die sich anders entscheidet) aus dem Film verabschieden kann, verlässt der (beobachtende) Film seine Position und öffnet die vierte Wand: Weil Annie nunmal bei Blane bleiben muss, steht der plötzlich einsam auf der Tanzfläche, wo er von einer – Entschuldigung, liebe Leserinnen – blonden Supergranate angelächelt wird. Duckie guckt daraufhin in die Kamera, also direkt den Zuschauer an und geht aus dem Bild – und verabschiedet sich aus der Geschichte. Danach geht der eigentliche Film weiter.

Rätselhaft ist das Auto, das Andie fährt, ein pinkfarbener Karmann Ghia. Ihr Vater ist Hilfsarbeiter, die Mutter ist abgehauen, Andie steckt ihr Angespartes in Stoffe, die sie zu Kleidern näht. Das Auto passt farblich zur Figur, inhaltlich aber ist es ein Fehler. Das passt zum zweiten Punkt, der sich mir nicht erschließt: Andie wird uns als unabhängige, kreative junge Frau präsentiert, die sich ihre Klamotten selbst näht – Gut: Diese Klamotten sind Geschmacksache, also streiten wir nicht darüber. Aber dann schneidert sie sich den Titel-Dress – Pretty in Pink – und der hängt an ihr wie ein Kartoffelsack … Mutti-haft … wenig Eleganz. Schade.

Das sind Äußerlichkeiten. bei Liebesgeschichten geht es aber um die Inneren Werte. Da gilt dann – auch für „Pretty in Pink“: Hach, die erste Liebe ..!

Wertung: 6 von 10 D-Mark