Kinoplakat: Planes
Pixar eröffnet eine
Filmstube für die Kleinsten
Titel Planes
(Planes)
Drehbuch Jeffrey M. Howard + John Lasseter + Klay Hall
Regie Klay Hall, USA 2013
Stimmen

Dane Cook, Martin Halm, Stacy Keach, Alexander Duda, Teri Hatcher, Constanze Lindner, John Cleese, Donald Arthur, Priyanka Chopra, Kalpna Joshi, Julia Louis-Dreyfus, Marie Bäumer, Oliver Kalkofe, Val Kilmer, Matthias Dolderer, Brent Musburger, Kai Ebel, Anthony Edwards, Christian Weygand, Roger Craig Smith, Matthias Klie u.a.

Genre Animation
Filmlänge 91 Minuten
Deutschlandstart
29. August 2013
Website pixar.com
Inhalt

Es ist schon ein Kreuz, wenn Du jeden Tag, den der Mechaniker werden lässt, Deine Kreise über Weizenfeldern drehen musst und Schädlingsbekämpfungsmittel versprüchen musst. Aber was soll Dusty schon anderes tun? Er ist ein Sprühflugzeug! Niemand erwartet von ihm Größeres, niemand, dass er große rennen gewinnt. Aber genau das will Dusty!

usty träumt davon, beim legendären Flugzeugrennen „Wings Around the Globe“ anzutreten. Er trainiert fleißig, hat in dem bärbeißigen Kriegsveteran Skipper auch einen orrdentlichen Coach – schafft es dann aber doch eher durch einen glücklichen Umstand auf die Startliste dieses rennens – ein anderes Flugzeug, viel schneller als Dusty, wurde disqualifiziert, Dusty darf nachrücken. Und er stellt sich gar nicht dumm an, kann enge Kurven fliegen, knapp über dem Boden dahinbrausen und dabei jeder Bodenwelle ausweichen.

Nur … hoch … das kann er nicht. Dusty hat Höhenangst. Aber er hat keine angst, sich lächerlich zu machen und geht folglich mit seiner Crew unbeirrbar seinen Weg, tritt gegen mächtige Konkurrenten an und erlebt schließlich das größte Abenteuer seines Lebens, bei dem er sich ein bisschen in Ishani verknallt, die flotte Fliegerin aus Indien.

Dusty muss erst noch lernen, dass man Frauen nicht einfach … vertrauen kann …

Was zu sagen wäre

Das Intro sagt „Über der Welt von Cars“. Wir haben es also offenbar mit so etwas wie einem Ableger zu tun – einem Spin-Off. Das Studi hinter diesem Film ist dasselbe, das hinter den Filmen der Marvel-Helden – Iron Man,Thor,Avengers –  steht. Bei diesen hat Disney die Kunst, Nebengeschichten zu erzählen, gelernt – andere Figuren, selbes Universum, großer Wiedererkennungswert. Warum soll das nicht auch im Trickfilm klappen? Hierfür hat Disney sein auf TV-Produktionen und Fortsetzungen spezialisiertes DisneyToons Studio (s.u.) eingeschaltet.

Es spricht für sich, dass „Planes“ eigentlich als reine DVD-Produktion gedacht war. Aber die „Cars“-Filme sind beliebt und Disney wollte durch einen weltweiten Kinostart mehr Aufmerksamkeit, also mehr Geld generieren. Leider ist dadurch nun ein Film im Kino zu sehen, der in vielerlei Hinsicht unausgereift ist.

Pixar für nur die Kleinen

„Planes“ ist die Cars-Marke für die Kleinen. Hier wird der Nachwuchs von Pixar am Nachwuchs derer geschult, die erwachsen sind und trotzdem Spaß an Cars (2006) hatten. An „Planes“ haben Eltern keinen Spaß. Er ist nett, die Figuren niedlich und die bösen Umstände, die unseren Helden Dusty am Gewinnen hindern sollen, sind immer auch gleich wieder aus dem Weg geräumt. Alles ist Schwarz und Weiß. Hindernisse, Rückfälle, Drama gibt es hier nicht. Der Spannungsbogen kopiert die Story von Cars 1:1 ohne die Zwischenstufen. Skipper etwa, der bärbeißige Veteran. Der ist ein bisschen knurrig, weigert sich zunächst, Dusty zu coachen, steht aber eine Szene später schon am Mikrofon und gibt Trainingsbefehle – aus der dreidimensionalen Doc-Hudson-Rolle, der Paul Newman in Cars knurrige Eleganz verlieh, wird in „Planes“ ein eindimensionales Kriegstrauma. Gleich die zweite Etappe sieht das kleine Sprühflugzeug als Sieger. Und dabei ist es ununterbrochen unglaublich nett und hilfsbereit und natürlich zahlt sich das am Ende totaaal aus!

Erste Aufgabe für den Pixar-Nachwuchs war: Pflastert analog zu Cars die ganze Welt mit Flugzeugmustern zu. Folglich haben wir haufenweise Felsformationen in der Form unterschiedlicher Flugzeugrümpfe, Wolken haben die Form einer Cessna, selbst Inseln werden im Flugzeugdesign angeboten; die jungen Kreativen durften sich ordentlich austoben. Und ein Flugzeugträger, der später, naja, eine tragende Rolle spielt, heißt „Flysenhower“!

Flugzeuge küssen sich! Und weiter ..?

Neu ist: Flugzeuge baggern sich an, haben romantische Gefühle und … küssen sich. Küssen ist wohl das Zeichen für die ganz Kleinen, dass jetzt alles gut ist – Kinder brauchen die Zuordnung von Mann und Frau (Mutter und Vater) um einer Geschichte folgen zu können. Als Erwachsener fragt man sich an der Stelle, wofür, äh, Flugzeuge sich küssen sollten … pflanzen die sich in der Folge auch fort?

Filme von Pixar kommen nicht umhin, wunderbare Szenen zu produzieren – dafür ist es einfach Pixar. Bilder am Taj-Mahal oder ein mexikanisches Ständchen für eine – Obacht! – Deutsche unterm Balkon mit Dustys Unterstützung oder Flüge über den Himalaya sind einfach sehr sehr schön. Aber wir Erwachsenen weichen doch besser auf andere Pixar-Klassiker aus und überlassen die Welt von „Planes“ dem Nachwuchs, der noch gucken, bzw. erzählen lernt.

Und am Ende des Abspanns heißt es schon: „Dusty kehrt zurück in ‘Planes: Immer im Einsatz’“ Disney hat an den Marvel-Figuren gelernt, wie Franchise heute geht.

Wertung: 3 von 7 €uro