Kinoplakat: Cars 3

Ach, wehmütige Erinnerung
an den klassischen ersten Teil

Titel Cars 3 – Evolution
(Cars 3)
Drehbuch Kiel Murray + Bob Peterson + Mike Rich + Brian Fee + Ben Queen + Eyal Podell + Jonathon E. Stewart
Regie Brian Fee, USA 2017
Stimmen

Owen Wilson, Manou Lubowski, Cruz Ramirez, Cristela Alonzo, Maja Maneiro, Chris Cooper, Hans-Jürgen Wolf, Nathan Fillion, Peter Flechtner, Larry the Cable Guy, Gerhard Jilka, Armie Hammer, Benedikt Weber, Ray Magliozzi, Hans Hohlbein, Tony Shalhoub, Rick Kavanian, Bonnie Hunt, Bettina Zimmermann, Lea DeLaria, Martina Treger, Kerry Washington, Shary Reeves, Bob Costas, Uwe Büschken, Margo Martindale, Sonja Deutsch, Darrell Waltrip, Olaf Reichmann, Isiah Whitlock junior, Engelbert von Nordhausen, Bob Peterson, Christian Tramitz, Guido Quaroni, Giovanni Baldini, Tom Magliozzi, Oliver Kalkofe, John Ratzenberger, Hartmut Neugebauer, Kyle Petty, Gregor Seberg, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Lloyd Sherr, Helmfried von Lüttichau, Junior Johnson, Freimut Götsch, Ray Evernham, Frank Schaff, Paul Newman, Friedhelm Ptok, Cheech Marin, Gudo Hoegel, Humpy Wheeler, Erich Ludwig, Katherine Helmond, Eva-Maria Lahl, Paul Dooley, Ekkehardt Belle, Jenifer Lewis, Sandra Schwittau, Shannon Spake, Ilka Teichmüller, Madeleine McGraw, Laurenz Kramer, Michael Wallis, Jochen Striebeck, Mike Joy, Frank Kirschgens, Jeff Gordon, Hubertus von Lerchenfeld, Daniel Suárez, Alexander Reckhaus, Ryan Blaney, Dirc Simpson, Bubba Wallace, Ulrich Blöcher, Chase Elliott, Johann Fohl, Richard Petty, Axel Lutter, Andra Day, Katja Schmitz u.a.

Genre Animation
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
28. September 2017
Website pixar.com
Inhalt

Lightning McQueen ist ein alter Hase im Rennzirkus. Doch obwohl er von einer neuen Generation Rennwagen mehr und mehr ins Abseits gedrängt wird, will der rote Flitzer vom Ruhestand nichts wissen, vielmehr steckt er sich ein neues ehrgeiziges Ziel: Er will das Piston-Cup-Rennen in Florida zum auftakt der Saison gewinnen und den Jungspunden zeigen, dass er immer noch das Zeug zum Sieger hat.

Doch vor allem der blitzschnelle Newcomer Jackson Storm ist für Lightning McQueen ein ernstzunehmender Gegner und mit etlichen technischen Spielereien ausgestattet, über die McQueen nicht verfügt. Und so holt er sich Hilfe von der jungen Renntechnikerin Cruz Ramirez: Sie soll ihn trainieren und ihm die neuesten Tricks aus dem Rennzirkus beibringen.

Und sie hat auch schon ein paar Ideen, wie sie Lightning zurück in die Spur helfen kann. Dafür ist sie prädestiniert: Cruz hatte selbst auch einmal den Traum, Rennen zu fahren …

Was zu sagen wäre

Wir werden alt. Auch wir, die wir bei Toy Story (1995) mit offenem Mund im Kino saßen und uns – mit Mitte 30 – wieder jung fühlten und uns bei Cars (2006) wieder verstanden fühlten. Aber das ist elf Jahre her – die Reifen sind brüchig, die Achsen steif, der Sechszylinder asthmatisch. Wie schön, dass es den Autos in Cars wenigstens genauso geht, wie seinen Zuschauern und, davon ist auszugehen, seinen Schöpfern.

Lightning McQueen ist nicht mehr der jüngste. Seine Konkurrenz heute haben windkanaloptimierte Karossen, arbeitet im Simulator an der millimetergenauen Idealspur der jeweiligen Rennstrecke – mit McQueens Motorgefühl für den richtigen Moment ist es nicht mehr getan, die Logik der Wissenschaft hat das Gespür verdrängt. Cars steht für den Beginn der Zusammenarbeit Pixars mit den Disney Studios, die mit dem Autofilm im Jahr 2006 begann.

Kinoplakat: Cars 3Nach dem abseits jeglichen Gespürs für Pixar-Momente inszenierten Aufguss des rührenden Cars hat sich Pixar jetzt seiner und Disneys Wurzeln besonnen. Wenn die Zukunft schon nicht aufzuhalten ist, dann muss man sich der Moderne mit Würde stellen und seine Erfahrung dagegensetzen. Disney hat das getan, als seine Zeichentrickfilme nicht mehr konkurrenzfähig waren gegen die 3D-Computerbild-Produktionen aus dem Hause Pixar. Es kaufte Pixar nicht nur, es stellte auch eigene Geschichten im angesagten neuen Look dagegen. Und Pixar? Technisch können solche Bilder heute alle Studios liefern, wenn sie das nötige Geld in die Hand nehmen. Aber Geld ist eben nicht alles, „schießt keine Tore“, wie die Fußballer sagen. Es braucht Geist, eine Story – ein Narrativ.

Sowas kann selbst Pixar nicht jedes Jahr aus dem Ärmel schütteln. Und also ist bei „Cars 3 – Evolution“ nichts revolutionär in den Bauch jagend Erzähltes à la Alles steht Kopf zu erwarten. Es ist die anrührende Geschichte einer Stabübergabe, eine Story über verdrängte Träume, missverstandene Ziele und das unverwüstliche Be what You wanna be.

John Lasseter, lange Zeit der Master Mind hinter den großen Pixar-Erfolgen (s.u.) hat offenbar eine Art Ausbildungsabteilung gegründet, in der Nachwuchskünstler nicht gleich den ganz großen kreativen Entwurf liefern müssen, sondern erstmal in vertrautem Terrain trainieren können. Brian Fee hat sich also Cars nochmal angeschaut und alle Fragen, die sich darin irgendwie ergeben könnten, in ein Konzept geschrieben, sie beantwortet und daraus dann ein melancholisches Drehbuch mit manchem Tränchen-Moment gemacht – keine originäre Story, wie das Pixars Class-A-Stars können, aber ein solider Cash-Garant für den Kinoherbst.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ein wenig bedaure ich, dass die schönen Landschaftstotalen so schnell geschnitten sind. Die Bilder sind wunderschön, bestes Americana im Geiste des Originals, ein bisschen Road-Movie-Romantik, ein bisschen Buddy-Movie mit sympathischen Charakteren und schnittigen Angebern – und großartig animiert, aber das muss bei einem Pixar-Film dann ja nun auch nicht andauernd neu erwähnt werden.

Wertung: 4 von 8 €uro