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Plakatmotiv: Feld der Träume
Ein Märchen über die
heile Welt der USA
Titel Feld der Träume
(Field of Dreams)
Drehbuch Phil Alden Robinson
nach dem Roman „Shoeless Joe“ von W.P. Kinsella
Regie Phil Alden Robinson, USA 1989
Darsteller Kevin Costner, Amy Madigan, Ray Liotta, Timothy Busfield, James Earl Jones, Burt Lancaster, Gaby Hoffmann, Frank Whaley, Dwier Brown, James Andelin, Mary Anne Kean, Fern Persons, Kelly Coffield Park, Michael Milhoan, Steve Eastin u.a.
Genre Fantasy, Drama
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
24. August 1989
Inhalt

Ray Kinsella ist Maisfarmer und lebt gemeinsam mit seiner Frau Annie und der kleinen Tochter Karin in Iowa. Sein Leben verläuft in geregelten Bahnen, bis eines Tages, während er auf seinem Feld arbeitet, eine leise, mystische Stimme erklingt: „Wenn du es baust, kommt er zurück.“

Ray ist zunächst verwirrt, doch dann beginnt er, den Traum zu verwirklichen, den er selbst noch nicht versteht. Er pflügt den Mais kurz vor der Ernte unter und baut ein Baseballfeld mit Tribüne und Flutlicht. Dadurch schafft er einen magischen Ort, an dem Träume Wirklichkeit werden. Längst verstorbene Baseball-Stars kommen aus dem Rest des Maisfeldes und trainieren auf Rays Spielfeld. Alle Spieler waren 68 Jahre zuvor in einen Bestechungsskandal verwickelt, den Black Sox Skandal, und ihnen wurde daraufhin die Spielerlizenz entzogen, unter ihnen auch dem legendären „Shoeless Joe“ Jackson. Allerdings können zunächst nur Ray und seine Familie diese Spieler sehen.

Die geheimnisvolle Stimme meldet sich noch einmal und fordert Ray auf: „Lindere seinen Schmerz.“ Während einer Schulversammlung kommt Ray darauf, dass es sich nur um den Schriftsteller und Baseballfan Terence Mann handeln kann, der seit seinem großen literarischen Erfolg in den Sechzigern aufgehört hat zu schreiben und seitdem zurückgezogen lebt. Ray reist nach Boston und trifft dort auf den eigenbrötlerischen Terence Mann. Er überredet ihn, zusammen ein Baseballspiel zu besuchen. Im „Fenway Park“ sehen er und Terence Mann nach dem dritten Hinweis der mysteriösen Stimme („Geh an dein Ziel“) den Schriftzug „Archibald ‚Moonlight‘ Graham“ auf der Anzeigetafel. Terence entschließt sich, Ray zu folgen, um das geheimnisvolle Spielfeld zu sehen und um „Moonlight Graham“ zu finden.

Plakatmotiv: Feld der TräumeWährend Ray und Terence quer durch die Staaten unterwegs sind, steht Rays Farm kurz vor dem finanziellen Ruin. In einer kleinen Stadt angekommen, fragen sich Ray und Terence nach Doc „Moonlight“ Graham durch. Schnell stellen sie fest, dass der Doc bereits verstorben ist. Enttäuscht sitzen sie in einem Motelzimmer. Während Terence mit seinem Vater telefoniert, verlässt Ray das Hotel und trifft auf der Hauptstraße auf Doc Graham. Dieser bittet ihn in seine Praxis und erzählt ihm davon, dass er kurz davor war, ein berühmter Baseballspieler zu werden. Ray will ihn überreden, nach Iowa mitzukommen, aber der Doc lehnt ab.

Am nächsten Tag machen sich Ray und Terence auf zurück nach Iowa. An der Straße treffen sie auf einen jungen Anhalter. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um den ganz jungen Archie „Moonlight“ Graham handelt …

Was zu sagen wäre

Schon im Titelvorspann weisen Posaunen auf großes Drama und große Americana; und wir sollen nicht enttäuscht werden.

Der Film springt gleich in eine traditionelle Vater-Sohn-Kiste, die in Entfremdung endet und nicht mehr gekittet werden kann, weil der Vater stirbt. Das erzählt uns Ray Kinsella aus dem Off. Die Kamera öffnet dann die Leinwand auf großes Farmland in Iowa – orangefarbenes Sonnenlicht überflutet üppige Maisfelder, eine malerische Farm in knalligem Rot leuchtet im Herzen der Felder. „Ist das der Himmel?“ fragen im Verlauf des Films immer wieder die Baseballspieler, die aus dem Limbo kommen und hier trainieren können. Es ist das ur-amerikanische Traumland.

Und dann feiert der Film „das Spiel“ – Baseball. Das Spiel der amerikanischen Massen. „Ich liebe das Spiel“, sagt Shoeless Joe Jackson ein ums andere Mal. Dieser spezielle Sport, der zu vier Fünftel aus Warten und einem Fünftel Spiel besteht, bei dem US-Amerika so bei sich ist, wie bei keinem anderen Event. „Dieses Spiel ist ein Teil unseres Erbes. Ein Symbol für alles, was gut gewesen ist und wieder sein könnte“, sagt Terence Man, der Schriftsteller.

Kino der Gefühle und Sehnsüchte. Kevin Costner, der im zeitgenössischen Kino sowas wir die Rolle des aufrechten Amerikaners mit Kratzern spielt („Annies Männer“ – 1988; No way out – Es gibt kein Zurück – 1987; Die Unbestechlichen – 1987; „Silverado“ – 1985), passt in diese US-Perfektion wie hingegossen. Amy Madigan, die selten im Kino auftritt, und die hierzulande vor allem als toughe Soldatin in Walter Hills Straßen in Flammen (1984) aufgefallen ist, überrascht als loyale und sehr weibliche (anders als in „Streets on fire“) Ehefrau.

Das Spielfeld als Metapher für die Begegnung mit eigenen Träumen und der Vergangenheit, die lebendig wird und also verändert werden kann. Märchenhafte Unterhaltung mit ordentlich Süßstoff.

Wertung: 6 von 10 D-Mark
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