Kinoplakat: Peter Pan
Der Traum der ewigen Jugend
bleibt ein Traum voller Abenteuer
Titel Peter Pans heitere Abenteuer
(Peter Pan)
Drehbuch Ted Sears + Erdman Penner + Bill Peet + Winston Hibler + Joe Rinaldi + Milt Banta + Ralph Wright + William Cottrell
nach dem Stück „Peter Pan“ von Sir James M. Barrie
Regie Clyde Geronimi + Wilfred Jackson + Hamilton Luske, USA 1953
Stimmen

Bobby Driscoll, Ernst Jacobi, Kathryn Beaumont, Renate Kanthack, Paul Collins, Bernd Bonkowski, Tommy Luske, Ulrich Gressieker, Hans Conried, Eduard Wandrey, Bill Thompson, Erich Kestin, Hans Conried, Kurt Vespermann, Heather Angel, Charlotte Radspieler, Candy Candido, Werner Lieven, June Foray, Erna Haffner, Tom Conway, Rudolf Wagner-Brausewetter u.a.

(aufgeführt sind die sprecher der Original- und der deutschen Version)

Genre Zeichentrick
Filmlänge 77 Minuten
Deutschlandstart
22. Dezember 1953
Inhalt

Nimmerland ist die Heimat von Peter Pan, der Junge, der niemals erwachsen werden will. Auf Nimmerland ist er der Anführer der Verlorenen Jungen und erlebt zahlreiche Abenteuer.

Eines Tages nimmt er seine Freundin Wendy mit, die aus der richtigen Welt kommt. Doch in Nimmerland gibt es neben der Elfe Naseweis und den Verlorenen Jungen auch den bösen Captain Hook, der Peter Pan an den Kragen will …

Was zu sagen wäre

Oh, süßer Vogel Jugend. Die Walt-Disney-Studios geben sich dem unsterblichen Traum hin. Wer sonst, als ein Konzern, der mit Zeichentrickfilmen Erfolg hat, sollte das tun? Nur in dieser Verbindung ist der Traum realistisch zu zeigen. Die Vorlage gibt den Ort schon vor, aber ich glaube, es war Disney auch sehr Recht, diese Geschichte in London anzusiedeln – alle sprechen diesen noblen britischen Akzent; die Kinder sind abenteuerlustig, belesen(!!), in erster Linie familientreu folgsam.

Die Institution der Mutter mutiert bei den jungen Kämpfern zur Gute-Nacht-Geschichtenerzählerin als Hort menschlicher Wärme; so unbekümmert kann die Freiheit der Jugend gar nicht sein, dass nicht die Mutter am Ende das akzeptierte, letzte Wort hat. Das ist die Botschaft auf der Meta-Ebene.

Auf der ersten Ebene haben wir einen sehr fröhlichen Film; welches Kind interessiert sich schon dafür, erwachsen werden? Jedes! Weil es das alles noch nicht besser weiß und glaubt, dann mitbestimmen zu können. Und wenn es das schließlich alles besser weiß, ist es erwachsen und sitzt im Kino mit den eigenen Kindern, die sich „Peter Pan“ anschauen und nicht verstehen, was daran soo besonders sein soll. Im Film sind alle Perspektiven vertreten.

Es ist nicht ganz klar, woher die Reise kommt: Peter Pan lehnt Erwachsen werden ab. Warum? Das weiß man nicht so genau. Im Märchen muss man das auch nicht. Als Film ist er rasant erzählt, springt – wenn die Kinder in Nimmerland sind – von einem Ort und einer Episode zur nächsten, springt von Indianern zu Piraten zu Verlorenen Kindern und verknüpft das geschickt mit einer leicht geknüpften Handlung. Sieht man es entwicklungstechnisch, haben wir es mit einer Mischung der beiden Vorgängerfilme zu tun, mit dem bunten Treiben aus Alice im Wunderland (1951) und den warmherzigen Figuren aus Cinderella (1950). Aus diesen Figuren sticht eine besonders heraus, die kleine Fee Tinkerbell.

Tinkerbell hat den Süßigkeitsfaktor 1.000. Bei ihr hatten die Zeichner offenbar Fantasien, die in einem Kinderfilm nichts zu suchen haben. Tinkerbell ist klein, handlich, blond, sehr kurvig gebaut und trägt ein nur knappes Wams, während sie unablässig Goldstaub verteilt. Dazu ist sie ein klein wenig zickig und … spricht nicht. Ein Schelm, wer Hintergedanken dabei denkt.

Auch hier sind die Zeichnungen wieder beispielhaft, das braucht man schon gar nicht mehr erwähnen; Disney hat die Zeichentrickkunst zu einer Fertigkeit geführt, die niemand anders annähernd erreicht; da bewegt sich die „Kamera“ verschieben sich die Hintergründe dreidimensional gegen- und ineinander – da kann mal ein Disneyfilm eher langweilig sein, optisch ist er immer großes Kino. Der vorliegende erzählt mit leichter Hand eine leichte Geschichte mit einem – wenn dem hektischen Vater plötzlich die Erinnerungen an seine Jugend in den Sinn kommen – verträumten Schluss.

Wertung: 5 von 6 D-Mark