Kinoplakat: Peanuts – Der Film
Eine respektvoll witzige, knuddelige
Hommage an unerreichte Legenden
Titel Peanuts – Der Film
(The Peanuts Movie)
Drehbuch Bryan Schulz + Craig Schulz + Cornelius Uliano
nach den Comicgeschichten von Charles M. Schulz
Regie Steve Martino, USA 2015
Stimmen

Noah Schnapp, Cosmo Clarén, Hadley Belle Miller, Sarah Kunze, Bill Meléndez, Kristin Chenoweth, AJ Teece, Noah Johnston, Juri Winkler, Venus Schultheis, Alexander Grafin, Oliver Szerkus, Francesca Capaldi, Mar Mar, Mariel Sheets, Paulina Hasper, Rebecca Bloom, Nisha Wunder, William Alexander Wunsch, Matthis Schmidt-Foß, Anastasia Bredikhina, Madyson Shipman, Troy Andrews, Micah Revelly u.a.

aufgeführt sind US-amerikanische sowie die deutsche Synchronsprecher

Genre Animation, Komödie
Filmlänge 88 Minuten
Deutschlandstart
23. Dezember 2015
Website peanutsmovie.com/
Inhalt
Charlie Brown ist frustriert: trotz großer Bemühungen geht alles schief, was er versucht. Als „das kleine rothaarige Mädchen“ neu in seine Klasse kommt und mitten im Winter in das Haus auf der anderen Straßenseite zieht, will er sie unbedingt näher kennen lernen.

Es ist ein schicksalhafter Tag im Leben von Charlie Brown, als das kleine rothaarige Mädchen durch die Klassentür schreitet und sein Herz höher schlagen lässt. Sofort ist es um den Jungen geschehen!

Sein Leben bis zu diesem Moment hat sich als eine Aneinanderreihung von Pannen dargestellt, dabei ist Charlie doch so unsicher, woran auch Lucy, große Schwester seines besten Freundes Linus, nicht unschuldig ist – aber von seinen Gefühlen beschwingt beschließt der Pechvogel, das Lager zu wechseln und endlich auf die Seite der Gewinner zu treten. An „Lucys Psychiaterstand“ lässt er sich beraten um selbstsicherer zu werden. Mit Hilfe seines Hundes Snoopy bereitet Charlie Brown eine Zauberaufführung für die Talentshow seiner Schule vor, um das kleine rothaarige Mädchen zu beeindrucken. Die Aufführung seiner Schwester Sally wird mit Spott aufgenommen und Charlie Brown opfert die ihm zugeteilte Zeit um ihr bei der Rettung ihrer Aufführung zu helfen. Das kommt gut an.

Nun kann ihn nichts mehr stoppen, erst recht nicht mit einem so treuen Gefährten wie Snoopy an seiner Seite. Der Beagle hat derweil ganz andere Probleme, da er seine Fähigkeiten als Fliegerass unter Beweis stellen muss, um in seiner Fantasie die Verfolgung seines Erzfeindes aufzunehmen, die Verfolgung des Roten Barons. Und außerdem gilt es, die schöne Pudel-Fliegerin Fifi zu erobern …

Was zu sagen wäre

Wird Lucy den Football diesmal nicht wegziehen?

„Weißt Du, Charlie Brown: Nur weil ich nicht darauf achte, was meine Schwester Lucy sagt,bin ich im Leben so weit gekommen.“ Große Weisheit steckt in diesem Satz des jungen Linus, der seine Schmusedecke niemals aus der Hand legt. Diese Weisheit der Kinder ist der charmante Kern des Peanuts-Kosmos‘ von Charles M. Schulz. Diesen Kern haben die Autoren und Regisseur Steve Martino weitgehend erhalten. Nur die Optik ist neu.

Den zeitgenössischen Sehgewohnheiten geschuldet ist die dreidimensionale Präsentation der ursprünglich schwarz-weiß und zweidimensional gezeichneten Charaktere – dass die BlueSky-Studios, die vor allem für die Ice Age-Serie bekannt sind, den Film noch auf 3D mit Brille) aufgeblasen haben, muss man nicht mögen, entwicklet auch nur einen gewissen Kiremsreiz in den szenen, in denen Snoopy den Roten Baron jagt. Der Respekt vor den Originalen muss riesengroß gewesen sein bei allen Beteiligten; zwar sind die Figuren runder, dreidimensionaler (auch ohne Brille) geworden, die im Peanuts-Comic wichtigsten Elemente sind die alten geblieben – die Augen der Kinder sind immer noch schwarze Punkte oder ein Semikolon, und Charlie Brown kann auch weiterhin seinen für Verzweiflung setehenden ZickZack-Mund machen.

„Charlie Brown. Mach Dich nicht lächerlich! Du bist der einzige, den ich kenne, der aus einer simplen Buchbesprechung eine lebenslange Verpflichtung machen kann“, stöhnt Linus, als die Lehrerin seinen besten Freund mit dem angehimmelten rothaarigen Mädchen für eine Buchbesprechung zusammenspannt und der gleich in Panik gerät, weil er nicht weiß, wie er ihr ein gebührendes Leben finanzieren kann. Und wenn er Halt suchend in den Sternenhimmel blickt – „Ich dachte immer, dass einer dieser Sterne mein Stern ist. Und in Augenblicken wie diesen, in denen ich mich einsam fühle, weiß ich, dass mein Stern immer für mich da sein wird. eine tröstende Stimme, die sagen wird: Gib nicht auf, Kleiner!“ – fällt sein besonderer Stern garantiert aus dem Firmament ins Bodenlose.

Der Film ist süß. Mit einem Charlie Brown, der verlernt hat, immer der Verlierer zu sein. Der Charlie Brown des 21. Jahrhunderts wächst natürlich an seinen Mängeln und gewinnt dadurch. Das nimmt den Figuren die trockene Schärfe ihres Ursprungs. Es fehlt ihnen das kindlich Sarkastische, dass die frühen Charlie Browns auszeichnete. In dem Maße, in dem die Figurenzeichnung glatter und perfekter geworden ist, sind auch die Charaktere weniger spröde, glatter geworden; sie gehorchen den Regeln des modernen Slapstick, der auf den schnellen Lacher setzt. Da vergehen dann schon mal fünf Minuten im Kinosessel, in denen die Kinder um mich herum herzlich lachen und ich einfach nur zugucke; aber dann kommen wieder Sequenzen, die zum Niederknien Peanuts‘esk sind: Snoopy bringt dem verliebten Charlie Brown die besondere Kunst, die Zwischentöne des Tanzes bei. Charlie Brown, unendlich schüchtern, versteckt seinen runden Kopf hinter einem runden Medizinball, als das kleine rothaarige Mädchen des Wegs kommt. Charlie Brown löst eine der üblichen Katastrophen aus und Snoopy tröstet ihn … das wärmt das Herz. Und Frieda ist auch dabei, das Mädchen mit den Naturlocken („People always expect more of You, when You have naturally curly hair“). Schon im 20th-Century-Fox-Logo zu Beginn übernimmt Schröder an seinem Kinderpiano die Musik.

Und, ganz wichtig: „Iiiihhhh, ein Hund hat mich geküsst!! Ich habe Bazillen!!!“ Und: „Charlie Brown!!! Du HOLZKOPF!“ Und schließlich: Der Baum frisst weiterhin Drachen.

Wertung: 5 von 8 €uro