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Kinoplakat: Ocean's Eleven
Clooney, Pitt & Roberts definieren
die Coolness des 21. Jahrhunderts
Titel Ocean's Eleven
(Ocean's Eleven)
Drehbuch Ted Griffin
nach einer Story von George Clayton Johnson, 1960
Regie Steven Soderbergh, USA 2001
Darsteller George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts, Casey Affleck, Frankie J. Allison, Scott Caan, Don Cheadle, Holly Marie Combs, Matt Damon, Mark Gantt, Andy Garcia, Elliott Gould, Topher Grace, Edward Jemison, David Jensen, William Johnson, Brandon Keener, Vitali Klitschko, Vladimir Klitschko, Lennox Lewis, Bernie Mac, J.P. Manoux, Brad Martin, Nick Massi Jr., Mycole Metcalf, Rusty Meyers, James E. Mitchell, Paul L. Nolan, Frank Patton, Robert Peters, Miguel Pérez, Shaobo Qin, Carl Reiner, Troy Robinson, Laurent Schwaar, Scott L. Schwartz, Barry Watson u.a.
Genre Thriller, Crime
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
10. Januar 2002
Inhalt

Danny Ocean lässt nichts anbrennen. Vor nicht einmal 24 Stunden ist der charismatische Gauner auf Bewährung aus dem Gefängnis in New Jersey entlassen worden, und schon plant er seinen nächsten Coup.

Er befolgt dabei drei Regeln: Es fließt kein Blut; niemand wird beklaut, der es nicht auch verdient hat; spiel deinen Einsatz, als ob Du nichts zu verlieren hast. Nach diesem Motto inszeniert Danny den raffiniertesten Casino-Raub der Geschichte.

Danny hat sein elfköpfiges Spezialistenteam handverlesen – dazu gehören das Kartenspieler-Ass Rusty Ryan, der meisterhafte Taschendieb Linus Caldwell und der geniale Pyrotechniker Basher Tarr. Gemeinsam wollen sie drei Las-Vegas-Casinos in nur einer Nacht um 150 Millionen Dollar erleichtern. Alle drei Casinos gehören dem ebenso eleganten wie ruchlosen Unternehmer Terry Benedict, der kürzlich ein Auge auf Dannys Ex-Frau Tess geworfen hat.

Zufall oder Motiv? Danny lässt sich nicht in die Karten schauen. Um die Millionen einzusacken, riskiert er sein Leben – und seine letzte Chance auf eine Versöhnung mit Tess. Doch falls Dannys ausgefeilter, fast unmöglicher Plan tatsächlich funktionieren sollte, dann wird er sich gar nicht zwischen seinem Beuteanteil und Tess entscheiden müssen …

Was zu sagen wäre

Herzlich Willkommen in einer Welt unaufgeregter Profis, alter Männer und solcher mittleren Alters, die ihr Leben damit zugebracht haben, anderen Profis im Geld-Haben dieses Geld abzunehmen. Es sind Nachkommen Henry Gondorffs und Johnny Hookers, die unter George Roy Hills Regie 1973 Der Clou zelebrierten. Nur sind sie jetzt in der Sin City, in Las Vegas zur Jahrtausendwende, bevölkert von Spielern, Mädchen, Durchwurschtlern und B-Prominenz.

Es ist vielleicht ein wenig simpel, dass Terry Benedict, dessen Casinos zum Ausrauben ausgesucht sind, einen starren, immer gleichen Tagesablauf hat, der es Trickbetrügern leicht macht, ihn auszutricksen. Aber Steven Soderbergh hat schon im Opening klar gemacht, dass ihm der Sinn nicht nach komplizierten Heist-Szenarien steht. Danny Ocean, dem George Clooney sein attraktives Gesicht leiht (Spy Kids – 2001; Der Sturm – 2000; O Brother, Where Art Thou? – 2000; Three Kings – 1999; Der schmale Grat – 1998; Out of Sight – 1998; Projekt: Peacemaker – 1997; Batman & Robin – 1997; Tage wie dieser … – 1996; From Dusk Till Dawn – 1996), überzeugt die Bewährungskommission derart wortlos charmant, dass klar ist: Jemand mit Problem als zweitem Vornamen spielt hier nicht mit. Alles an diesem Film folgt der Regel Schöne Menschen in schöner Umgebung tun interessante Dinge. Schief gehen ist im Drehbuch von Ted Griffin keine Option, und am Ende hat der Schurke den Größstmöglichen Verlust zu akzeptieren. Warum wir sowas gucken sollen? Weil es sehr viel Spaß macht. Soderbergh legt alle Energie auf das Gelingen. Weil ohnehin klar ist, dass am Ende die Richtigen gewinnen, sind zwischenzeitliche Hürden, deren Beseitigung ohne große Erklärungen gelingt, ebenso nebensächlich, wie unterhaltsame, spaßige, überraschende Aha-Effekte Pflicht sind.

Soderbergh beweist sein Händchen, die Mechanismen des Kinos decodieren zu können. Er reduziert sich (und den Film) auf das Notwendige und überlässt dem von ihm als erfahren akzeptierten Zuschauer im Kinosessel den Rest. Am Ende gelingt der Coup. Weil das bei Filmen dieser Sorte von vornherein klar ist, streicht Soderbergh sie zugunsten des Feelgood-Charakters gleich ganz aus seinem Film. It's a Movie. Not a Drama. Am Ende dreht es sich um A Boy and A Girl und eine Dreiecksproblematik.

Andy Garcia, der in Coppola drittem Paten diesen wunderbar coolen Mafia-Abkömmling gab, emanzipiert sich in der Benedict-Rolle endgültig und hat erkennbar viel Spaß daran, das Arschloch zu spielen. George Clooney tobt sich in eine Paraderolle hinein: charmant mit Augenzwinkern, elegant, selbstbewusst – kurz: cool! Clooney wollte diesen Film schon lange machen. Der Mann, der so oft mit Frank Sinatra verglichen wird, weil der eine ähnlich unbedingte und trinkfeste Freundschaft zu seinen Kollegen Sammy Davis Jr. und Dean Martin hatte, wie Clooney zu Brad Pitt, Julia Roberts und anderen, wollte Sinatras „Frankie und seine Spießgesellen“ (USA 1960) unbedingt neu erzählen und als Steven Soderbergh (Traffic – USA 2000; „Erin Brockovich“ – USA 2000; Out of Sight – 1998) endlich Zeit hatte, haben sie sich ans Werk gemacht.

Die 20-Millionen-Dollar-Frau Julia Roberts (America's Sweethearts – 2001; Erin Brockovich – 2000; Die Braut, die sich nicht traut – 1999; Notting Hill – 1999) soll Clooney mit einem knappen Schreiben geködert haben: „Hallo Julia, ich höre, Du nimmst 20 pro Film. Beiliegend 20 Dollar, betrachte Dich damit als engagiert! Gruß George Clooney …“

Wertung: 6 von 6 €uro
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